Die große Frage: Welchen Wohlstand brauchen wir?

Portrait von Ulrich Brand. Er empfiehlt eine Neudefinition von Wohlstand.
Ulrich Brand, Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Politik an der Universität Wien. | © Markus Zahardnik
Wie wir Wohlstand neu denken müssen und was das alles mit der Klimakrise zu tun hat, erklärt Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, für die Rubrik "Die Große" Frage im A&W-Magazin.

Österreich verfügt über einen hohen materiellen Wohlstand. Doch immer mehr Menschen wissen nicht mehr, wie sie mit ihrem Geld bis zum Monatsende auskommen sollen. Gleichzeitig haben einige so viel, dass sie problemlos etwas abgeben könnten, um das Gemeinwesen zu finanzieren. Das sind Themen der (Um-)Verteilung. Bisher war diese einfacher, wenn die Wirtschaft gewachsen ist. In Zeiten der sich dramatisch verschärfenden Klimakrise geht das nicht mehr.

Zeit für einen neuen Wohlstand

Daher benötigen wir einen anderen Wohlstand: weniger Autos, dafür mehr Mobilität mit Öffis, Rad- und Fußwegen. Die Pflege sollte ausgebaut werden. Ökologische Landwirtschaft statt Fleischfabriken. Das sind schwierige Themen, die umsichtig angegangen werden müssen. Der notwendige Rückbau einiger Sektoren wie der Automobilproduktion darf nicht zulasten der Beschäftigten gehen. Konzepte dafür gibt es genug.

Das Leitbild sind sozial-ökologische Infrastrukturen und eine handlungsstarke öffentliche Hand – damit alle Menschen so leben können, dass die Natur nicht zerstört und andere Menschen nicht ausgebeutet werden. Politik wird glaubwürdig, wenn sie den sozial-ökologischen Umbau mit der Umverteilung von Einkommen und Vermögen verbindet. Auch Kollektivvertragsverhandlungen sind ein wichtiges Element für ein gutes Leben für alle.

Mehr zum Thema Klima gibt es in der passenden Folge des Podcasts „Klassenkampf von oben“, in dem sich Michael Mazohl und Natascha Strobl dem Komplex ganzheitlich annehmen. Seit der „Club of Rome“ 1972 seinen Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlich hat, wissen wir: So kann es nicht weitergehen. Wieso ist es trotzdem munter so weitergegangen? Wer hat den Klimawandel zuerst geleugnet, dann Klimaschutz blockiert, mit Kampagnen denunziert? Und was hat das alles mit Kapitalismus zu tun?

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