Systemrelevant

Illustration gefallene Heldinnen

Frauen und Mütter trifft die Corona-Krise in allen Lebensbereichen am härtesten, das zeigen auch aktuelle Studien. Sie medial als Heldinnen zu positionieren ist nicht nur unzureichend, sondern gefährlich. Und was ist eigentlich mit dem Familienhärtefonds? Der hilft, wenn überhaupt, nur wenigen.

Ercan, der Paketbote

Die Post bringt allen was. Ercan bringt sie schwere Arbeit zu zweifelhaften Bedingungen. Arbeitet der Paketbote als EPU oder als Tagelöhner mit knochenharter Plackerei?

Systemrelevant: Supermarkt

Gegeneinander geht jetzt nichts

Zwischen Verzweiflung und Erleichterung darüber, überhaupt noch einen Job zu haben, zwischen kollegialem Zusammenhalt und privater Selbstisolation. Angestellte in Supermärkten sind überarbeitet und unterbezahlt – und dem Corona-Virus massiv ausgesetzt. Wie sieht ihr Alltag während der Krise aus? Eine Mitarbeiterin aus Oberösterreich hat erzählt. Nicole Schöndorfer hat mitgeschrieben.

Illustration Krankenpflegerin

Klatschen reicht nicht

Sie arbeiten zwölf Stunden am Tag, sind hautnah einem Virus ausgesetzt, der die ganze Welt lahmlegt, und verdienen viel zu wenig. Systemrelevant nennt sie die Politik, und klatscht dazu aus dem Fenster. Aber wie sieht der Arbeitsalltag während der Corona-Krise im Spital wirklich aus? Wir haben eine Krankenpflegerin gefragt. Sie wollte es selbst erzählen. Anja Melzer hat mitgeschrieben.

Der Neoliberalismus

Eine kleine Geschichte des Neoliberalismus und seiner Folgen. Teil 1: Ludwig Mises, Friedrich August Hayek, Walter Lippmann und die neue Religion des Kapitalismus.

In der Krise, aus der Krise

Illustration Dividenden

Ende Dividende

Die großen Kapitalgesellschaften wurden stark von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise getroffen, aber stehen besser da als Klein- und Mittelunternehmen. Doch die Dauer der Krise und mögliche Dividendenausschüttungen können auch ihre Liquidität gefährden.

natali

Alter Aluhut, neue Gefahr

Erst jetzt, in der Corona-Krise, wird vielen wirklich klar, wie gefährlich Verschwörungsideologien sind. Warum Rechtsextremismus und Antisemitismus von der Verschwörungs-Bubble nicht zu trennen sind, warum legitimer Protest aber zwangsweise untergehen und was man gegen Verschwörungsglauben tun kann – wir schaffen Abhilfe.

Peking, Wien und Einsamkeit

Birgit Mathon ist Psychotherapeutin, Librettistin und Dirigentin – die letzten zwei Jahre arbeitete die 46-Jährige in Peking, zuletzt an einer internationalen Klinik. Den Beginn der Corona-Pandemie erlebte sie hautnah mit. Erst vor wenigen Wochen kehrte sie zurück nach Österreich. Hier erzählt sie über die gespenstische Anfangsphase des Virus in China, aufkeimenden Rassismus, plötzliche Armut – und was gegen Einsamkeit im Home-Office hilft.

Illustration Überwachung

Von der Gesundheitskrise in die Demokratiekrise?

Unter seinem Auge: Die Corona-Krise hat uns neuen Regeln ausgesetzt, um der Ausbreitung der Virus-Ansteckungen entgegenzuwirken. Einige dieser Maßnahmen tangieren unsere Grundrechte. Viel zu schnell haben wir uns an die „neue Normalität“ gewöhnt – trotz massiver Verwirrung darüber, was verboten und was erlaubt ist. Besteht die Gefahr, dass die Regierung ihre Macht missbraucht und die Grenzen zum Autoritarismus verschwimmen?

Illustration abgedreht

Abgedreht

Zu wenig, zu undurchdacht, zu bürokratisch. Die Regierungsmaßnahmen führen zu mehr Insolvenzen und zu mehr Arbeitslosigkeit, als nötig gewesen wäre.

S.O.S. EPUs

Besonders betroffen vom Lockdown: EPUs – sie gehen unter. Die Argumente und Hilfeschreie der Ein-Personen-Unternehmen an die Wirtschaftskammer kommen dabei noch schwerer durch als eine Flaschenpost. Sie sind allein auf dem weiten Meer. Drei von ihnen schildern uns exemplarisch ihr Schicksal – zwischen totalen Umsatzausfällen, Bürokratie und Existenzängsten.

Illustration Wegpunkt

Status quo vadis? Vor oder zurück?

Aus der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 haben wir praktisch nichts gelernt. Wollen wir jetzt zurück zum Status Quo vor der Pandemie – oder unsere Gesellschaft auf anderen, gesunden Grundlagen neu organisieren? Ein Kommentar von Wirtschaftsanwalt Leopold Specht.

Wirtschaft Krise Illustration Helikoptergeld

Helikoptergeld: Wenn es tausend Euro regnet

Helikoptergeld. Früher waren es eher nur ein paar Spinner*innen unter den Ökonom*innen, die vorschlugen, der Staat solle jedem Bürger bzw. jeder Bürgerin einfach einen hohen Geldbetrag überweisen. Jetzt wird diese Idee populär. Selbst der Finanzminister will eine solche Maßnahme nicht ausschließen. Was wären die Vorteile einer solchen Aktion?

Wirtschaft Krise Illustration Schirme

Der doppelte Schock – was jetzt?

Die Corona-Krise ist in Österreich angekommen. Wir müssen mit einer schweren Rezession rechnen. Die Regierung wird gigantische Budgetdefizite in Kauf nehmen müssen, um eine Pleitewelle zu verhindern. Wer sicher nicht dafür bezahlen darf: wieder allein die einfachen Leute.

Hintergründe

Klassenkampf – von oben

Ausbau des Sozialstaats, Reichensteuern zur Finanzierung der Krisenkosten, Arbeitszeitverkürzung – „Klassenkampf!“ schallt des den Forderungen entgegen. Und tatsächlich, Klassenkampf findet statt. Allerdings: Klassenkampf von oben. Was ist damit gemeint, was steckt dahinter?

Zeitgeschichte

Haymarket Proteste

Die Haymarket-Proteste: Arbeitsrechte, mit Blut bezahlt

Eine Erinnerung an die Vorgeschichte des 1. Mai: Im Zuge der Proteste rund um den 1. Mai 1886 schießt die Polizei auf einer Versammlung streikender Arbeiter in Chicago in die Menschenmenge. Ein Bericht über den mehrtägigen Verlauf der Haymarket-Proteste, an deren Ende sieben führende Gewerkschafter ohne Beweis zum Tode verurteilt wurden.

75 Jahre Verfassung

75 Jahre Demokratie 2.0: Der Staat, das sind wir

Der 27. April 1945 – Gründungstag der zweiten österreichischen Republik. Die Unabhängigkeitserklärung von 1945 ist heute brandaktuell: Das Parlament hat im Zentrum der österreichischen Demokratie zu stehen, und dies gilt auch in Krisenzeiten.

Tbc, Wirtschaftseinbruch, Arbeitslosigkeit – die Sanierungskrise ab 1922

1920 kündigte sich eine leichte Erholung der Wirtschaft an und in Wien begann ein konsequenter Kampf gegen die Tbc. Doch ab 1922 folgte der zweite Wirtschafseinbruch. Der Kampf um höhere Arbeitslosenunterstützung und besseren Bedingungen bei Kurzarbeit begleitete ab jetzt die Tätigkeit der Gewerkschaft und die neu gegründete Arbeiterkammer.

Illustration Kurzarbeit Grippe

Grippe, Krisen, Kurzarbeit

Die Pandemie platzte vor 100 Jahren nicht nur in eine Gesundheits- und Hungerkrise, sondern auch in eine Wirtschaftskrise. Die Gewerkschaften verhandelten schon damals Kurzarbeit als wichtigen Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze und der Existenzgrundlage.

Lehre

Landwirtschaft

EU-Agrarmilliarden: gespaltene Böden

Tierleid, Glyphosat, Nitrat im Grundwasser, Klimakrise, ungerechte Verteilung der Fördermittel, Landflucht – die EU-Agrarpolitik (GAP) hat Handlungsbedarf. Aber ohne Druck und Konsequenzen bei Nichterreichen der EU-Ziele wird sich wohl kein Erfolg einstellen.

Globalisierung

Cotainnerschifffahrt

Raue See, einsamer Job: Containerschifffahrt

90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs wird über Handelsschiffe abgewickelt, mehr als eine Million Seeleute arbeiten dafür an Bord der Frachter. Oft über 300 Stunden im Monat, Ruhetage gibt es nicht, die Gehälter sind gering. Denn die Flagge bestimmt das Arbeitsrecht an Board und Reedereien ziehen dorthin, wo es am günstigsten ist. Und was macht eigentlich Isolation mit der Besatzung – nicht nur in Zeiten von Corona? Eine Reportage auf hoher See.

Mythen entzaubert

Kurzarbeit

Illustration Corona Hotline

Die Hotline der Würde und der Rechte 

Arbeiterkammer und ÖGB haben eine Hotline zu Rechtsfragen inmitten der Corona-Krise aus dem Boden gestampft. Tausende rufen hier täglich an. Wenn man ihnen zuhört, zeigt sich: Viele Arbeitgeber sitzen offenbar dem Irrglauben auf, dass im Moment alles möglich sei. Doch das stimmt nicht. Wer sind die Menschen hinter der Hotline? 

Illustration Kurzarbeit

Stabilisator Kurzarbeit

Kurzarbeit statt Arbeitslosigkeit rettet Jobs und Existenzen. Aber auch Unternehmen profitieren von dem Modell – gerade dann, wenn wieder auf Normalbetrieb umgeschaltet wird.

Verteilungsgerechtigkeit

Konzerne sind schneller im Ausnützen von Steuerschlupflöchern, -oasen und vor allem -sümpfen, als diese von Staaten gestopft oder trockengelegt werden. Die so entgangenen Mittel gehen zu Lasten der ehrlichen SteuerzahlerInnen, ArbeitnehmerInnen wie KonsumentInnen.

Illustration Justitia

Gleichheit, Gerechtigkeit, Klopapier

Auch bei uns stiegen die Ungleichheiten in den letzten Jahrzehnten an, und zwar bei Vermögen, Einkommen und Lebenschancen. Viele Menschen haben das intuitive Gefühl, dass es ungerecht zugeht. Was aber gerecht wäre, das ist gar nicht so leicht zu definieren. Eine Suche nach der Gerechtigkeit.

Illustration Armut in Österreich

Armut: Einer bzw. eine von acht gefährdet

Armut grenzt aus, beschämt, macht krank und lässt nur wenig Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten und gesellschaftlich teilzuhaben. Das war schon vor der Corona-Krise der Fall – und eine Verschlechterung ist zu befürchten.

Illustration ATX Vorstandsgehälter

Geht’s den Gewinnen gut, geht’s dem Vorstand gut

Während Normalverdiener*innen gerade um ihre Jobs zittern, teilweise nur noch Lohnersatz aufgrund von Kurzarbeit erhalten oder – wie in den meisten sogenannten „systemerhaltenden Jobs“ – eh schon schlecht verdienen, bleiben hohe Managergehälter von der Corona-Krise auch weiterhin unberührt. Ist das eigentlich fair? Oder andersrum: Wo ist da eigentlich die Leistung?

Homeschooling

WeiterIllustration Homeschooling

Gleiche Bildungschancen für alle? Warum der Corona-Heimunterricht Ungleichheiten verschärft

Nicht alle SchülerInnen Österreichs haben dieselben Chancen. Sehr oft hängen diese von ihren Eltern ab – Stichwort Bildungsvererbung. In Zeiten von Corona wird diese Problematik noch verschärft: Kinder, die im Heimunterricht gut von ihren Eltern unterstützt werden können und zu Hause die nötigen Ressourcen vorfinden, liegen klar im Vorteil. Doch was ist mit all den anderen?

Arbeitnehmer*innenschutz

Aus den Betrieben

Betriebsrätinnen und Betriebsräte berichten aus ihren Betrieben.

Wie Betriebsräte in der Corona-Krise schützen

Corona ist Krise. Und Corona-Krise ist die Zeit der Betriebsrät*innen. Kaum wurde ihre Arbeit so sehr wertgeschätzt wie jetzt. Rund um die Uhr beantworten sie Fragen ihrer Kolleg*innen, suchen nach individuellen Lösungen, schaffen Desinfektionsmittel an, gestalten Schichtpläne um, verhandeln Kurzarbeitsmodelle – und während sie all das tun, tun sie vor allem eines: deeskalieren.

Schwerpunkte

Milieu und Herkunft: die Türsteher

Junge Erwachsene als große Verlierer*innen der Globalisierung? Die soziologische Forschung sieht solche Generationenzuschreibungen kritisch. Denn die wahren Verlierer*innen sind die, die erst gar...

Illustration Herkunft Milieu

Keine Party

Kapital und Chancen sind – auch nach der Finanzkrise 2008 – primär nach Klasse und Geschlecht verteilt. Anstatt einen Kampf der Generationen auszurufen, ist es an der Zeit, dass sich jene, die „zu...

Illustration leere Party

Reportage: Eine große Portion Liebe

Von großen Herausforderungen und kleinen Wundern: Die Arbeit von KrankenpflegerInnen ist anspruchsvoll. Ein Rundgang in der Klinik Hietzing mit der chirurgischen Schwester Miriam Mijatovic.

Wider den Privatisierungswahn

Trinkwasser, Bahn oder Post: Privatisierung und Liberalisierung bringen die staatliche Daseinsvorsorge immer stärker unter Druck. Eine schlechte Nachricht für KonsumentInnen und Beschäftigte.Doch es...

„Lasst die Leute mitreden!“, empfiehlt jetzt sogar die OECD, die des radikalen Sozialismus ja unverdächtig ist. Warum es gut ist, wenn mehr Demokratie in die Wirtschaft gebracht wird – ein Kommentar von Robert Misik.

Regierungsprogramm 2020

Koalitionspakt: Eine vergebene Chance

Klimaschutz, Energiewende, ökologische Modernisierung der Industrie – das könnte der Kern eines gigantischen, fortschrittlichen Investitionsplans sein, der Jobs schafft und Löhne hebt. Aber die Regierung hat sich selbst gefesselt. Von Robert Misik.