Der 12-Stunden-Tag

Panoramafoto der ÖGB Großdemonstration am 30. 6. 2018, aufgenommen von der Bühne

Das neue Arbeitszeitgesetz setzt ArbeitnehmerInnen massiv unter Druck. Gewerkschaften und BetriebsrätInnen müssen nun versuchen, auf Kollektivvertrags- und Betriebsebene das Ausschöpfen der Möglichkeiten durch die ArbeitgeberInnen abzuschwächen.

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Porträtfoto Christoph Neumayer, Industriellenvereinigung

Die Befürworter begrüßen das neue Arbeitszeitgesetz

ÖVP und FPÖ setzten mit Unterstützung der NEOS im Juli das im Parlament um, was sich Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung seit Langem wünschten. Viele Unternehmen begrüßen die neue Arbeitszeitregelung. Der ÖGB kontert: Für diese Wünsche wären keine neuen Gesetze notwendig gewesen. Ein Überblick.

Willi Mernyi am Rednerpult des ÖGB-Bundeskongresses

Die Gegner des 12-Stunden-Tags und ihre Argumente

Im Parlament stimmten SPÖ und die Liste Pilz gegen das neue Arbeitszeitgesetz, das unter bestimmten Bedingungen 12-Stunden-Tage und 60-Stunden-Wochen ermöglicht. Gewerkschaft und Arbeiterkammer warnen bis heute vor den Auswirkungen der Arbeitszeitflexibilisierung für ArbeitnehmerInnen.

Zahlen, Daten, Fakten

Wen das neue Arbeitszeitgesetz trifft

Betroffene erzählen

Foto von Johannes Schwarcz-Breuer bei der Arbeit im Gang eines Passagierflugzeugs

Verkehr: Ruhe vor dem Sturm

Johannes Schwarcz-Breuer vertritt die ArbeitnehmerInnen in Luftfahrt und Schiffverkehr in der vida. Beide Branchen sind unterschiedlich vom neuen Arbeitszeitgesetz betroffen. 12-Stunden-Dienste wären insbesonders in der Schifffahrt fatal, warnt der Experte.

Das neue Arbeitszeitgesetz samt 12-Stunden-Tag und 60 Stunden-Woche wirkt sich auf die einzelnen Branchen aus. Im Gesundheitsbereich werden solche Arbeitszeiten schon lange gelebt, allerdings ist das wenig familienfreundlich und es gibt einen Personalmangel. In einigen Gastronomiebetrieben war der 12-Stunden-Tag schon vor der Gesetzesänderung gelebte Praxis. Wie könnten sich längere Arbeitszeiten auf Branchen, wie die Automobilindustrie, die Luft- und Schifffahrt oder die Telekommunikation auswirken? Betroffene sprechen über ihren Arbeitsalltag, aber auch ihre Ängste.

A1 Telekom: Kollektivvertrag unter Druck

Im Konzern A1 Telekom Austria wird die Arbeitszeit vom eigenen Kollektivvertrag geregelt – und das auch weiterhin. Vom neuen Arbeitszeitgesetz betroffen ist die A1 Telekom dennoch. Die Konkurrenz könnte das Unternehmen dadurch indirekt unter Druck setzen, so Franz Valsky vom Betriebsrat der A1.