A1 Telekom: Kollektivvertrag unter Druck

Illustration 12-Stunden-Tag mit Uhr
Im Konzern A1 Telekom Austria wird die Arbeitszeit vom eigenen Kollektivvertrag geregelt – und das auch weiterhin. Vom neuen Arbeitszeitgesetz betroffen ist die A1 Telekom dennoch. Die Konkurrenz könnte das Unternehmen dadurch indirekt unter Druck setzen, so Franz Valsky vom Betriebsrat der A1.
Der Konzern A1 Telekom Austria hat einen eigenen Konzern-Kollektivvertrag. In diesem KV ist die Arbeitszeit mit 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden die Woche geregelt. Darin gebe es auch Möglichkeiten, diese Zeiten auszudehnen, sagt Franz Valsky, der für rechtliche Agenden zuständige Personalvertreter im Zentralausschuss bei A1 Telekom Austria. „Es gibt die Möglichkeit, auf 10 Stunden zu gehen, in Ausnahmefällen auch auf 12. Bei uns ist das alles sozialpartnerschaftlich ausverhandelt.“

Betriebsvereinbarungen schaffen Gestaltungsmöglichkeiten

Dazu gebe es eine Reihe von Betriebsvereinbarungen, die diese Regelung unterstützen. Es sei also nicht so, dass der Arbeitgeber den 12-Stunden-Tag einseitig anordnen könne. „Änderungen des Dienstplans gehen nur mit der Personalvertretung, diese ist die Fürsprecherin des Mitarbeiters. Der Einzelne kann so nicht überrollt werden.“

Änderungen des Dienstplans gehen nur mit der Personalvertretung, diese ist die Fürsprecherin des Mitarbeiters. Der Einzelne kann so nicht überrollt werden. 

Franz Valsky, Betriebsrat

Indirekter Wettbewerbsnachteil

Valsky befürchtet, dass der Konzern durch die neuen Regelungen indirekt unter Druck kommen könnte: „Für die Mitbewerber von A1 gilt ja das Arbeitszeitgesetz und damit die neuen Regelungen. Der Arbeitgeber könnte nun sagen: Wir haben hier einen Wettbewerbsnachteil‘, und könnte so versuchen, bei den im November anstehenden KV-Verhandlungen Druck auszuüben.“ Das könne heuer oder auch im nächsten Jahr geschehen, dass „die Arbeitgeber dann sagen, unsere Mitbewerber tun sich durch die neuen Regeln leichter, wir wollen das ändern“.

Über den/die AutorIn

Sandra Knopp und Udo Seelhofer

Sandra Knopp und Udo Seelhofer

Sandra Knopp ist freie Journalistin für verschiedene Radio und Printmedien, und hat die Themen Arbeitsmarkt, Soziales und Gesellschaftspolitik als Schwerpunkte. Udo Seelhofer war früher Lehrer und arbeitet seit 2012 als freier Journalist. Seine Schwerpunkte sind Gesellschaft, soziale Themen und Religion. Im Team wurden sie beim Journalismuspreis „Von unten“ 2017 für ihre Arbeit&Wirtschaft Reportage „Im Schatten der Armut“ ausgezeichnet.