Späterer Pensionsantritt: Bis 65 durchhalten?

Eine Frau in einem grünen Shirt arbeitet am Laptop. Symbolbild: Rund ein Drittel der Menschen in Österreich ist sich nicht sicher, ob sie ihre Arbeit bis zu ihrem Pensionsantritt schafft.
Rund ein Drittel der Menschen in Österreich ist sich nicht sicher, ob sie ihre Arbeit bis zu ihrem Pensionsantritt schafft. | © Adobe Stock/Anastasiya
Österreich verlängert die Lebensarbeitszeit. Doch viele Beschäftigte bezweifeln, dass sie ihren Job überhaupt bis zur Pension ausüben können.
Das Frauenpensionsalter wird seit 2024 schrittweise auf 65 Jahre angehoben, seit Anfang 2026 soll eine neue Teilpension den gleitenden Ausstieg aus dem Erwerbsleben erleichtern. Der Gedanke der Regierung: Die Menschen in Österreich leben immer länger, also können sie auch mehr Jahre arbeiten. Die Realität in den Betrieben ist allerdings oftmals eine andere: Laut Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich, erhoben vom Meinungsforschungsinstitut IFES, halten es 34 Prozent der Beschäftigten für eher oder sehr unwahrscheinlich, ihren jetzigen Beruf bis 65 ausüben zu können – bei Arbeiter:innen sind es 49 Prozent, bei Angestellten 27 Prozent. Mit Schichtarbeit (44 Prozent) oder in Berufen mit hohem Zeitdruck (45 Prozent) steigen diese Werte, ebenso bei schlechter Gesundheit (61 Prozent).

Körperliche und psychische Belastungen

Als Grund nennen die Beschäftigten am häufigsten körperliche Strapazen. Dazu kommen psychische Belastungen wie Stress und Druck durch Vorgesetzte, sowie sehr anstrengende Tätigkeiten. Damit ein späterer Pensionsantritt realistisch werden würde, wünschen sich Beschäftigte eine Verringerung der Arbeitszeit, ein besseres Einkommen, eine geringere psychische Belastung und flexiblere Arbeitszeiten. Dabei kann Erwerbsarbeit durchaus helfen, geistig fit zu bleiben. Die Soziologin Valeria Bordone (Universität Wien) sieht etwa positive Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen, vor allem bei Menschen mit starkem sozialen Netzwerk. Nur, dafür braucht es die richtigen Bedingungen.

Das Institut IFES hat im Auftrag von AK und ÖGB für den diesjährigen Strukturwandelbarometer rund 1.500 Betriebsratsvorsitzende befragt, die zusammen etwa 600.000 Beschäftigte vertreten. Sie bemerken beruflich mehr Arbeitsdruck, dichtere Arbeit, ein schlechteres Arbeitsklima und mehr und längere Krankenstände. Mehr als die Hälfte der Betriebsratsvorsitzenden berichtet, dass die Produktivität in den vergangenen drei Jahren gestiegen sei. Das passiere häufig auf Kosten der Beschäftigten. AK-Direktorin Silvia Hruška-Frank sagt, in der Pensionsdebatte werde „völlig an der Realität vorbei argumentiert”.

Zuletzt wurden 45 Arbeitsjahre als Pflicht für den Pensionsantritt in den Raum gestellt. Zwei Drittel der Menschen die 2025 in #Pension gingen hätten diesen Zeitraum nicht erreicht. @barbaraschuster.bsky.social bei @puls24.at dazu, warum ein späterer Pensionsantritt in Österreich nicht sinnvoll ist.

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— Momentum Institut (@momentum-institut.at) 14. August 2026 um 14:50

Geringe Bereitschaft, ältere Menschen einzustellen

Dazu kommt: 67 Prozent der Über-55-Jährigen befürchten laut Arbeitsklima Index nach einem Jobverlust schwer eine neue Stelle zu finden. Diese Angst ist berechtigt: 29 Prozent der Betriebe stellen laut den befragten Betriebsratsvorsitzenden Über-50-Jährige nur ungern oder gar nicht ein. Und das Sozialministerium bestätigt: Wer mit über 55 den Job verliert, hat es nicht leicht, wieder in Beschäftigung zu kommen. Dazu tragen auch Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmer:innen bei, dazu zählt laut AMS, Ältere seien teuer, öfter krank, unflexibler und weniger belastbar. Zuletzt ist die Arbeitslosigkeit vor allem bei älteren Frauen überproportional gestiegen – nicht zuletzt wegen des höheren Pensionsantrittsalters.

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Über den/die Autor:in

Sandra Gloning

Sandra Gloning ist freie Online- und Print-Journalistin in Wien mit einem breiten Themenfeld rund um Frauen, Lifestyle und Minderheiten und dem Ziel, Geschichten aus dem echten Leben zu erzählen.

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