Das Jahr 2030 wird zum großen Gradmesser. Schafft Österreich einen Strukturwandel, der hilft, den Klimakollaps zu vermeiden? Ohne dabei Wohlstand,
Arbeitsrechte und sozialen Frieden zu opfern?
Reinigungskräfte erledigen einen wichtigen Job, Wertschätzung gibt es dafür kaum. Das drückt sich auch in der niedrigen Bezahlung aus. Und der Druck steigt. Über eine Branche, in der viele Menschen mit Migrationshintergrund und viele Frauen arbeiten. Kaum jemand traut sich hier, seine Stimme zu erheben und über die schwierigen Arbeitsbedingungen zu sprechen.
Der überwiegende Teil der in Österreich lebenden Menschen lebt auf zu großem ökologischem Fuß. Angesichts einer sich zuspitzenden ökologischen Krise werden ein paar kosmetische Eingriffe nicht reichen. Höchste Zeit, „Wohlstand“ neu zu definieren und darüber nachzudenken, was das für Einkommen und Arbeitszeit bedeuten muss.
Jede Nacht sind 700.000 Menschen in der Europäischen Union ohne Obdach. Eine hohe Zahl auf einem großteils reichen Kontinent. Vor zehn Jahren waren es noch 70 Prozent weniger. Die EU will nun bis 2030 die Obdach- und Wohnungslosigkeit eindämmen.
Der Sozialstaat ist nicht nur eine Reparaturwerkstatt, die jene absichert, die ihn gerade brauchen. „Er ist ein Instrumentenkasten für Gesellschaftspolitik“, sagt die Ökonomin Karin Heitzmann. „Er wird als Selbstverständlichkeit angesehen“, meint Ex-Sozialministerin Lore Hostasch.
Der Sozialstaat gibt den Menschen, die in seinem Bereich leben, statt Almosen Rechte und Chancen und beschränkt die Demokratie nicht auf das Parlament. Das stellte immer schon die Machtverhältnisse infrage und führte zu Gegenwind.
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist für viele Menschen die große Vision des Sozialstaates. Für andere ist es dessen Untergang. Eine kritische Auseinandersetzung.
Unfaire Bezahlung, steigender Druck, fehlende Arbeitsplatzsicherheit, zu viele Überstunden – immer mehr Arbeitnehmer*innen sagen: „Mir reicht’s!“ Viele von ihnen werden jetzt aktiv und setzen sich als Betriebsrät*innen für mehr Gerechtigkeit in den Betrieben dieses Landes ein.
Was soll aus der Pflege werden? Die Arbeitnehmer*innenvertretungen bevorzugen eine Arbeitsstiftung als Win-win-Situation gegenüber einem Stipendium für fehlende Fachkräfte. Doch Lehre und Anstellung von Angehörigen bleiben umstritten.