Körperliche und psychische Belastungen
Als Grund nennen die Beschäftigten am häufigsten körperliche Strapazen. Dazu kommen psychische Belastungen wie Stress und Druck durch Vorgesetzte, sowie sehr anstrengende Tätigkeiten. Damit ein späterer Pensionsantritt realistisch werden würde, wünschen sich Beschäftigte eine Verringerung der Arbeitszeit, ein besseres Einkommen, eine geringere psychische Belastung und flexiblere Arbeitszeiten. Dabei kann Erwerbsarbeit durchaus helfen, geistig fit zu bleiben. Die Soziologin Valeria Bordone (Universität Wien) sieht etwa positive Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen, vor allem bei Menschen mit starkem sozialen Netzwerk. Nur, dafür braucht es die richtigen Bedingungen.
Das Institut IFES hat im Auftrag von AK und ÖGB für den diesjährigen Strukturwandelbarometer rund 1.500 Betriebsratsvorsitzende befragt, die zusammen etwa 600.000 Beschäftigte vertreten. Sie bemerken beruflich mehr Arbeitsdruck, dichtere Arbeit, ein schlechteres Arbeitsklima und mehr und längere Krankenstände. Mehr als die Hälfte der Betriebsratsvorsitzenden berichtet, dass die Produktivität in den vergangenen drei Jahren gestiegen sei. Das passiere häufig auf Kosten der Beschäftigten. AK-Direktorin Silvia Hruška-Frank sagt, in der Pensionsdebatte werde „völlig an der Realität vorbei argumentiert”.
Zuletzt wurden 45 Arbeitsjahre als Pflicht für den Pensionsantritt in den Raum gestellt. Zwei Drittel der Menschen die 2025 in #Pension gingen hätten diesen Zeitraum nicht erreicht. @barbaraschuster.bsky.social bei @puls24.at dazu, warum ein späterer Pensionsantritt in Österreich nicht sinnvoll ist.
— Momentum Institut (@momentum-institut.at) 14. August 2026 um 14:50
Geringe Bereitschaft, ältere Menschen einzustellen
Dazu kommt: 67 Prozent der Über-55-Jährigen befürchten laut Arbeitsklima Index nach einem Jobverlust schwer eine neue Stelle zu finden. Diese Angst ist berechtigt: 29 Prozent der Betriebe stellen laut den befragten Betriebsratsvorsitzenden Über-50-Jährige nur ungern oder gar nicht ein. Und das Sozialministerium bestätigt: Wer mit über 55 den Job verliert, hat es nicht leicht, wieder in Beschäftigung zu kommen. Dazu tragen auch Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmer:innen bei, dazu zählt laut AMS, Ältere seien teuer, öfter krank, unflexibler und weniger belastbar. Zuletzt ist die Arbeitslosigkeit vor allem bei älteren Frauen überproportional gestiegen – nicht zuletzt wegen des höheren Pensionsantrittsalters.