24-Stunden-Pflege: Auf die Füße stellen, laut werden, solidarisch sein

Illustration Foto Pflege
Probleme mit den Arbeitsbedingungen in der 24-Stunden-Pflege bedeuten: Die Vermittlungs­agentur ist zuständig, aber dort ist oft niemand erreichbar.
Fotos (C) Markus Zahradnik
Corona hat die Missstände rund um die 24-Stunden-Betreuung deutlich sichtbar gemacht. Doch die Berichterstattung der letzten Monate und all die ­Solidarisierungen der Zivilgesellschaft nützen nichts – Verbesserungen gibt es keine. Dabei liegen längst konkrete Vorschläge auf dem Tisch.
Ein Sonntagnachmittag in einem Café im dritten Wiener Gemeindebezirk – natürlich draußen, wegen Corona: Roxana R. hat sich bereit erklärt, ihre kurze Freizeit zu opfern, um von ihrer Arbeit zu erzählen. Sie ist seit 22 Jahren hauptberufliche 24-Stunden-Betreuerin; nein, keine „Pflegerin“, auch wenn ein Teil ihrer Tätigkeit streng genommen Pflegearbeit ist. Seit zwölf Jahren ist R. in Österreich, „seit das hier legal wurde“: anfangs in Vorarlberg, jetzt in Wien. Die Familie, für die R. gerade arbeitet, ist „eine gute Familie, und eine sehr liebe alte Dame, ein bisschen kokett“ – die Wäsche muss immer von Hand gewaschen werden, darauf besteht die Klientin.

„Ich habe fast immer Glück gehabt, aber es kann auch ganz anders kommen“, sagt R. „Viele Betreuerinnen müssen in der Küche oder im Wohnzimmer schlafen. Manche bekommen kein Essen oder zu kleine Portionen, das Essen ist abgelaufen oder schimmelt. Und wenn sie sich beschweren, heißt es: ‚Isst du zu Hause auch so viel?‘“ R. seufzt. „Wenn du in einem Dorf bist, ist das schlimm, denn wo sollst du Essen kaufen?“ R. kennt viele solcher Erfahrungsberichte. Sie ist eine aus dem Kernteam der Organisation „DREPT pentru îngrijire“, in der sich rumänische 24-Stunden-Betreuer*innen mit Aktivist*innen zusammengeschlossen haben, um einander über Social Media zu beraten, denn eine offizielle Stelle, an die sie sich bei Problemen wenden können, gibt es bislang nicht.

Viele Betreuerinnen müssen in der Küche oder im Wohnzimmer schlafen. Manche bekommen kein Essen oder zu kleine Portionen, das Essen ist abgelaufen oder schimmelt. Und wenn sie sich beschweren, heißt es: ‚Isst du zu Hause auch so viel?

Roxana R., 24-Stunden-Betreuerin

Die Pässe abgenommen

Zwar ist die Vermittlungsagentur zuständig, um Unterbringung und Arbeitsbedingungen zu überprüfen und auch bei bürokratischen Fragen zu unterstützen, oft ist dort aber niemand erreichbar, berichtet R. Also vernetzen sich die Betreuer*innen über Facebook und helfen einander. Es gibt viele dieser Facebook-Gruppen, die größte mit etwa 33.000 Mitgliedern wurde im Dezember 2018 geschlossen, weil sie angeblich gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen hatte. Eine der Gründerinnen der betreffenden Gruppe wird seither von Vermittlungsagenturen in Rumänien mit Klagen überhäuft.

(C) Markus Zahradnik / Michael Mazohl
„Wenn man die Lösungen vonseiten des Staates anschaut, wie beispielsweise die Boni für die Turnusverlängerung, das Prozedere beim Härtefallfonds, oder sich anschaut, wie unklar die Quarantäne reglementiert war beim Zugkorridor – in all diesen Situationen waren die Betreuer*innen benachteiligt und wurden wieder allein gelassen.“ Flavia Matei, Akivistin

Einschüchterungsversuche sind in der Branche nicht selten. „Das kennen wir alle“, sagt auch Flavia Matei, die die Betreuer*innen mit politischem Know-how unterstützt. Besonders drastisch war die Lage im April, als über 200 rumänische Betreuer*innen per Charterflug nach Österreich geholt und ihnen die Pässe für die Dauer der Quarantäne abgenommen wurden. DREPT hatte den Fall publik gemacht. Der Druck der Öffentlichkeit half, die Frau­en bekamen ihre Pässe zurück. Aus diesem Grund sind Organisationen wie DREPT und die parallel entstandene „Iniciativa 24“, in der sich slowakische 24-Stunden-Betreuer*innen zusammengeschlossen haben, so unschätzbar wichtig. Derzeit formieren sich die Frauen neu in dem gemeinsamen Verein IG-24, „von informellen, in der Freizeit selbst organisierten Aktivitäten hin zu einer seriösen und anerkannten Struktur“, sagt Matei.

Jetzt haben wir eine Scheinselbstständigkeit, in der die Betreuer*innen ausgebeutet werden.

Flavia Matei, Akivistin

So, nämlich informell und selbst organisiert, schaut die ganze Branche aus, so Matei: „Es geht nur über Online-Medien.“ Lediglich in Oberösterreich hat die Volkshilfe mit „CuraFair“ eine zentrale Anlaufstelle für 24-Stunden-Betreuerinnen eingerichtet, wo die Frauen – hauptsächlich ist es ein Frauenberuf, Männer sind hier ausnahmsweise mitgemeint – muttersprachliche Beratung bekommen. Es ist ein vorbildliches Projekt, doch noch ist die Stelle einzigartig in Österreich.

Selbstständigkeit in Abhängigkeit

Wer sich organisiert, ist nicht so leicht einzuschüchtern. Dennoch möchte R. lieber anonym bleiben, auch wenn sie derzeit privat bei einer Familie arbeitet. Wer sich von einer Agentur vermitteln lässt, begibt sich in vielen Fällen in eine Abhängigkeit, die nur schwer wieder zu lösen ist. „Wenn ich einen Privatplatz finden kann, ist es besser, da fallen auch weniger Kosten an, für mich und für die Familie“, sagt sie. R. ist über Social Media gut vernetzt, wenn sie oder ihre Kollegin, mit der sie sich abwechselt, ausfällt, findet sie rasch Ersatz.

24-Stunden-Betreuer Marinel Dăgădiță hat mit seiner ­Arbeitgeber-Familie eine direkte Anstellung vereinbart – eine seltene Ausnahme.

Das bieten zwar auch Vermittlungsagenturen, was Familien eine gewisse Sicherheit suggeriert. Doch ist einmal ein Vertrag unterschrieben, ist daran für die Betreuerin nur schwer etwas zu ändern – auch wenn sich etwa die Gesundheit einer Klientin drastisch verschlechtert und die Arbeit für die Betreuerin wesentlich härter wird. „Beim letzten Mal, als ich mit einer Agentur gearbeitet habe, ist die Dame immer kränker geworden und hat mich fünf-, sechsmal pro Nacht geweckt, weil sie solche Schmerzen hatte. Da ist man nach zwei Tagen völlig fertig!“ Weil der Patientin aber keine höhere Pflegestufe gewährt wurde, verweigerte die Agentur einen höheren Lohn – und direkt mit der betreffenden Familie zu verhandeln war vertraglich nicht möglich. „Auf dem Papier bin ich zwar selbstständig, aber wenn ich mit einer Agentur arbeite, bin ich total abhängig.“

Auf dem Papier bin ich zwar selbstständig, aber wenn ich mit einer Agentur arbeite, bin ich total abhängig.

Marinel Dăgădiță, 24-Stunden-Betreuer

Der Wildwuchs der Agenturen ist für die Betreuer*innen ebenso ein Problem wie für die Familien, die sie brauchen. Fast 800 Firmen gibt es in Österreich, die 24-Stunden-Betreuer*innen vermitteln, zu Preisen ab 40 Euro pro Tag – weniger als zwei Euro die Stunde. Ein Tarif, mit dem die Betreuerin einigermaßen annehmbar bezahlt ist, liegt etwa beim Doppelten, doch die Angebote sind schwer zu vergleichen, nicht nur aufgrund unterschiedlicher Pflegestufen und Bedürfnisse der Klient*innen: Oft ist nicht transparent, was von dem Geld, das die Familien bezahlen, auch bei den Betreuer*innen ankommt und wie viel Provision die Agentur von beiden Seiten fordert. Einheitliche Regelungen existieren nicht.

Zu all diesen Missständen kommt nun auch noch die Unvorhersehbarkeit durch die Pandemie, was Grenzöffnungen und Quarantänebestimmungen betrifft. In den letzten Monaten ist es zur gesellschaftspolitischen Binsenweisheit geworden, dass die Pandemie auf soziale Ungerechtigkeiten wie ein Brennglas wirkt – was die Dramatik, aber auch die Sichtbarkeit betrifft. All die Öffentlichkeit nützt bislang allerdings nichts: „Wir haben viel mediale Aufmerksamkeit bekommen, die Zivilgesellschaft hat sich sehr solidarisch gezeigt, aber trotzdem hat sich politisch und strukturell sehr wenig getan“, resümiert Matei. „Wenn man die Lösungen vonseiten des Staates anschaut, wie beispielsweise die Boni für die Turnusverlängerung, das Prozedere beim Härtefallfonds, oder sich anschaut, wie unklar die Quarantäne reglementiert war beim Zugkorridor – in all diesen Situationen waren die Betreuer*innen benachteiligt und wurden wieder allein gelassen.“

Die Corona-Krise lädt zur Vorstellung einer anderen Gesellschaft ein.
Jahrelang ist auf Kosten von hauptsächlich Frauen aus dem ­ehemaligen Ostblock extrem gespart worden. Es hat keinen interessiert, wie es denen geht.

Maria Lodjn, Aktivistin

Die Wienerin Maria Lodjn ist Teil dieser solidarischen Zivilgesellschaft. Sie lebt seit sechseinhalb Jahren mit ihrer gebrechlichen Mutter Brigitte in einer Wohnung in Wien. Zwei 24-Stunden-Betreuerinnen wechseln sich ab, für das körperliche Wohlbefinden der alten Dame zu sorgen. Lodjn ist unbedingt aufseiten der Betreuer*innen: „Jahrelang ist auf Kosten von hauptsächlich Frauen aus dem ehemaligen Ostblock extrem gespart worden. Es hat keinen interessiert, wie es denen geht. Und beim Lockdown wird auf einmal ein Flugzeug gechartert, dann gab’s die Züge, PCR-Tests und eine Nacht im Hotel – aber die durften nicht einmal in den Hof gehen zum Rauchen“, sagt Lodjn. „Und nach der Pandemie ist alles wieder vergessen, und wir nehmen einfach hin, dass Zehntausende Frauen ihre Familien allein lassen und ihr Leben zur Hälfte hierher verlegen, für minimalen Lohn?“

Wie viele ihrer Kolleg*innen war R. drei Monate daheim in Timișoara völlig ohne Einkommen, weil die Grenzen geschlossen waren. Um bei der WKO Unterstützung durch den Härtefallfonds zu beantragen, sind ein österreichisches Konto, eine österreichische Steuernummer und vor allem sehr gute Deutschkenntnisse nötig, denn die Informationen sind ausschließlich auf Deutsch. Für jene Betreuer*innen, deren Turnus sich durch Corona um vier oder mehr Wochen verlängert hat, gibt es einen sogenannten „Bleib-da-Bonus“ von 500 Euro, doch die Unterlagen zur Beantragung gibt es nur auf Deutsch.

Fast wirkt es, als hätte bei den betreffenden Stellen niemand Interesse daran, dass die Frauen zu dem Geld kommen, das ihnen zusteht. Dabei sind sie alle WKO-Mitglieder, eine Übersetzung dürfte kein unbewältigbarer Aufwand sein. Fast alle Menschen in der Branche kommen aus Osteuropa. Eine laute Lobby haben sie nicht, wohl auch, weil sie ein „Dazwischen-Dasein“ führen, nicht nur zwischen den Beschäftigungsformen – de jure selbstständig, de facto in größerer Abhängigkeit als viele Angestellte –, sondern auch zwischen den Ländern: eine Hälfte des Lebens an einem österreichischen Arbeitsplatz in intimer Nähe zu gebrechlichen, oft aufgrund ihrer Krankheiten fast wortlosen Menschen, die andere Hälfte daheim bei der eigenen Familie.

Die Wienerin Maria Lodjn lebt seit sechseinhalb Jahren mit ihrer gebrechlichen Mutter Brigitte in einer Wohnung in Wien. Zwei 24-Stunden-Betreuerinnen wechseln sich ab.

Forderungen liegen auf dem Tisch

Die Legalisierung der 24-Stunden-Betreuung, die erst im Jahr 2007, die erst im Jahr 2007 umgesetzt wurde, ist eine Konstruktion voller Baustellen. „Es ist seither immer schlechter geworden“, sagt Roxana R. Die Vermittlungsagenturen, die vor allem in Rumänien, der Slowakei und Bulgarien nach Betreuer*innen suchen, verlangen nicht nur hohe Provisionen, sondern legen den Frauen die auf Deutsch verfassten Verträge meistens erst nach ihrer Ankunft in Österreich vor und schreiben oft eine Klausel mit einer Inkassovollmacht hinein.

Die neu gegründete IG-24 legt nun konkrete Lösungsvorschläge auf den Tisch. Drei Forderungen sind es, die die Betreuer*innen haben: Langfristig eine Anstellung „über eine staatliche Sozialgesellschaft, die quasi die Rolle der Vermittlungsfirmen übernimmt“, sagt Flavia Matei, „denn jetzt haben wir eine Scheinselbstständigkeit, in der die Betreuer*innen ausgebeutet werden“. Die zweite Forderung ist die Einrichtung muttersprachlicher Beratungsstellen in allen Bundesländern, nach dem Vorbild von „CuraFair“ in Oberösterreich, sagt der rumänische 24-Stunden-Betreuer Marinel Dăgădiță, der etwas außerhalb von Wien einen alten Herrn umsorgt und mit seiner Arbeitgeber-Familie eine direkte Anstellung vereinbart hat – „doch die meisten haben nicht so viel Glück“. Auch für ihn waren am Beginn seiner Zeit in Österreich die Kolleginnen auf Facebook da, um ihn zu unterstützen. „Wir sind momentan wie eine Beratungsstelle. Es kommt immer wieder vor, dass eine Frau von der Familie, bei der sie beschäftigt war, mitten in der Nacht auf die Straße gesetzt wird. Aber solange wir kein Auto haben und keine Wohnung, um sie unterzubringen, können wir nicht konkret weiterhelfen, da fehlen uns die finanziellen Ressourcen“, sagt Dăgădiță.

Die dritte Forderung ist eine gesetzlich verpflichtende Qualitätszertifizierung der Agenturen – keine freiwillige Zertifizierung wohlgemerkt, denn das führt wieder zu einer Zwei-Klassen-Betreuung, wenn sich nur manche die teure zertifizierte Agentur leisten können. Silvia Rosoli, Leiterin der Abteilung Gesundheitsberuferecht und Pflegepolitik in der Arbeiterkammer Wien, sagt dazu: „Es braucht eine ordentliche Rahmengesetzgebung, in der Rechte und Pflichten von allen Beteiligten festgelegt sind, die einzuhalten sind.“ Auf nationaler Ebene allein genügt dies längerfristig nicht: „Das ist ja ein europäisches Phänomen mit grenzüberschreitenden Sachverhalten, darum braucht es da eine ganz klare europäische Mindestregelung. Der Kern einer solchen EU-Rahmenrichtlinie muss sein, dass Agenturen, die Menschen als Betreuer*innen vermitteln, sich registrieren lassen müssen.“ Nur so, sagt Rosoli, ließe sich verhindern, dass es zu Menschenhandel kommt. „Ich bin nicht für die Abschaffung der 24-Stunden-Betreuung, weil es den Bedarf eben gibt. Aber wenn ich das zulasse, muss ich es ganz klar regeln, und zwar für alle auf europäischer Ebene.“

Ich bin nicht für die Abschaffung der 24-Stunden-Betreuung,
weil es den Bedarf eben gibt.

Silvia Rosoli, AK Wien

Die Idee einer Anstellung schätzt Rosoli hingegen als unrealistisch ein. „Ich bin nicht dagegen, aber wenn ich alle Betreuer*innen anstelle, dann bringe ich das ganze System wahrscheinlich um, weil ich es verteuere. Wenn wir die Selbstständigkeit lassen, bleibt es leistbar, denn dann habe ich die ganzen Lohnnebenkosten nicht. Aber man kann trotzdem Regeln festlegen: dass Betreuer*innen ein eigenes Zimmer haben müssen, mit WLAN-Anschluss, dass sie Freizeit haben müssen.“ Ohnehin sei die 24-Stunden-Betreuung ein Modell, das sich nur die Bessergestellten leisten können, sagt sie und liefert dazu die Relationen: „Von 460.000 Menschen, die Pflegegeld beziehen, leisten sich 30.000 Menschen die 24-Stunden-Betreuung. 90.000 liegen in einem Pflegeheim, 153.000 Menschen beziehen im Schnitt eine Stunde pro Woche mobile Betreuung und Pflege, und der Rest wird von pflegenden Angehörigen betreut.“

Zugleich gibt es vieles, was sich schwer in Richtlinien und Gesetze gießen lässt und in der 24-Stunden-Betreuung wichtiger ist als in vielen anderen Berufen – gerade weil die Betreuer*innen so intim mit ihren Klient*innen arbeiten: gegenseitiger Respekt vor den Grenzen des Gegenübers etwa. Je größer jedoch die wirtschaftliche Abhängigkeit ist, desto schwieriger ist ein Umgang miteinander auf Augenhöhe, weiß Roxana R.: „Einmal hat die Agentur zur Ablöse eine ganz junge Frau geschickt, die völlig überfordert war. Ich hatte ihr am Telefon vorher erklärt, was ihre Aufgaben sind, und sie meinte: ‚Ich habe Angst gehabt, wenn ich zu etwas Nein sage, bekomme ich keinen anderen Platz.‘ Nach zwei Tagen wurde sie heimgeschickt.“

R. hingegen, mit der Autorität ihrer 22 Jahre Erfahrung, sagt schon vor Antritt eines neuen Platzes sehr klar, was sie tun kann und was nicht – und akzeptiert dafür auch Eigenheiten der betreuten Klient*innen. „Ich habe ein Ehepaar gepflegt, da war der Mann bettlägerig, und sie hat sehr viel getrunken. Alle anderen Kolleginnen haben gewollt, dass die Dame nicht mehr trinkt – aber wenn sie ihr ganzes Leben lang getrunken hat, braucht sie mit 88 auch nicht mehr aufzuhören.“ R. sagt, sie mag ihren Beruf – und sie sieht, dass oft die eigene Familie nicht geeignet ist für die Pflege. „Oft akzeptieren die alten Leute fremde Menschen eher als die eigene Familie, da ist es besser, wenn jemand zum Pflegen kommt. Und wissen Sie, wie schwer es für ein Kind ist, zu sehen, wie die Mutter hilflos wird, Windeln tragen muss, sich nicht mehr anziehen kann? Das ist nicht einfach.“ Leicht ist es auch für die 24-Stunden-Betreuer*innen nicht, aber es gibt Wege, um es ihnen leichter zu machen.

Über den/die AutorIn

Magdalena Miedl

Magdalena Miedl

Magdalena Miedl ist hauptberuflich geschichtensüchtig: Sie schreibt seit zwanzig Jahren über Film und andere Lebensmittel, als Kritikerin, Journalistin, freie Autorin und als Host ihres eigenen Podcasts.