Gesundheitssystem: Heimliche Held:innen

Vier Mitarbeiterinnen des Primärversorgungszentrums Tullnerfeld. Symbolbild: Alle Gesundheitsberufe vor den Vorhang: Im PVZ Tullnerfeld zeigt sich, dass medizinische Versorgung immer eine Teamleistung ist.
Alle Gesundheitsberufe vor den Vorhang: Im PVZ Tullnerfeld zeigt sich, dass medizinische Versorgung immer eine Teamleistung ist. | © Markus Zahradnik
Es sind Berufsgruppen abseits des öffentlichen Ruhms, die das Gesundheitssystem tragen. Und großteils sind es Frauen. Ein Besuch im Primärversorgungszentrum Tullnerfeld zeigt, wie viel sie leisten.
Ein buntes Team wuselt an einem Dienstagnachmittag im Februar um die Patient:innen im Primärversorgungszentrum Tullnerfeld. Hier trägt jede Berufsgruppe eine eigene Farbe. Und jede Farbe ist gleich wichtig. „Sog afoch jo, Michi“, sagt die Sozialarbeiterin Marlies Tegel zum geschäftsführenden Arzt Michael Kaiblinger. Es herrscht Hochbetrieb. Thema waren zuvor die Interviewtermine mit A&W am Nachmittag. Kaiblinger hatte zu erkennen gegeben, dass er keine Ahnung habe, wie er wegen seines Terminplans entscheiden soll. „Ja, perfekt, so machen wir das, Marlies“, antwortet er trotzdem im Spaß. Beide lachen.

Hier in der niederösterreichischen Peripherie, in dem rechteckigen Holzbau zwischen lauter Landstraße und ewigen Feldwegen, sind alle im Team per Du. Das PVZ Tullnerfeld ist wie eine Hausarztordination – nur viel größer, mit längeren Öffnungszeiten und interdisziplinär. Werktags hat es zwölf Stunden geöffnet. Hausärzt:innen arbeiten hier eng mit Pflegepersonal, Physiotherapeut:innen und anderen Berufen zusammen. Im Erdgeschoß gibt es Grundleistungen auf Kasse, im ersten Stock ordinieren Fachärzt:innen auf privater Basis. Die Ärzt:innen im Erdgeschoß tragen blaue T-Shirts. Pflegepersonal und Ordinationsassistenz arbeiten in Grün, das er weiterte Kernteam in Gelb. Aber den Farben zugeordnete Hierarchien wie im Krankenhaus gibt es hier nicht. Die Dienstkleidung ist hier ein Statement des Zusammenhalts und der gegenseitigen Wertschätzung.

Laut österreichischem Gesundheitsberuferegister von 2024 arbeiten rund 220.000 Personen in einem Beruf abseits des Ärzt:innenjobs: in der Gesundheits- und Krankenpflege oder in einem medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberuf oder in der Operationstechnischen Assistenz. Über 80 Prozent der ersten beiden Berufsfelder sind weiblich, für Letztere gibt es keine Geschlechterstatistik. Demgegenüber stehen im Ärzt:innenberuf rund 52.000 Personen. Das Verhältnis ist 4:1. Viele weibliche Hauptdarstellerinnen des Gesundheitssystems stehen also hinter der Bühne – und leiden dort unter den schlechten Arbeitsbedingungen. Dabei ist medizinische Versorgung immer Teamarbeit.

Ines Rainer bei der Aufnahme einer Patientin. Das Anmeldeteam sei die Visitenkarte der Ordination.
Ines Rainer bei der Aufnahme einer Patientin. Das Anmeldeteam sei die Visitenkarte der Ordination. | © Markus Zahradnik

Herrinnen der Lage

„Wir setzen auf flache Hierarchien, vergessen aber nicht auf klare Zuständigkeiten“, sagt Michael Kaiblinger. 18.500 Einzelpatient:innen versorgt das PVZ Tullnerfeld im Quartal. In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben sich die Zahlen der Patient:innen und Mitarbeiter:innen verdoppelt. Rund drei Viertel der Belegschaft sind Frauen. Dabei ist es vor allem das Pflegepersonal, das viel Verantwortung trägt. Es sind Mitarbeiter:innen wie Karin Rabacher, 52, die das Haus zu einer Erfolgsgeschichte machen.

Die Pflegekoordinatorin sitzt im Physiotherapieraum und hält den „Gesprächswürfel“ in Händen. Wer bei Teamsitzungen am Wort ist, bekommt den Gummiwürfel gereicht. Sie antwortet zunächst zurückhaltend – bis zur Frage ihrer Motivation, da glänzen ihre Augen. „Letztens konnte ich mich dafür einsetzen, dass ein über 90-Jähriger nach seinem letzten Willen daheim sterben konnte“, erzählt sie. „Es war ein organisatorischer Mehraufwand für mich, aber das sind die Momente, für die ich es mache. Die Dankbarkeit der Menschen zu spüren: Das ist das Schönste.“

Letztens konnte ich mich dafür einsetzen, dass ein über 90-Jähriger nach seinem letzten Willen daheim sterben konnte.

Karin Rabacher, Pflegekraft

Die rund 50 Mitarbeiter:innen des PVZ Tullnerfeld bekommen 30 bis 50 Prozent mehr Gehalt, als es der Kollektivvertrag vorsieht, und kostenfreies Essen. Für die Dienstkleidung gibt es einen eigenen Waschraum. Im Gegensatz zu Einzelordinationen muss sich hier niemand um die Basics für den eigenen Dienst kümmern. Die Ärzt:innen des PVZ verdienen etwa ein Drittel weniger, als sie in einer Einzelordination bekommen würden. Daneben übernimmt die Krankenkasse die Lohn- und Lohnnebenkosten des erweiterten Kernteams, sprich von neun nichtärztlichen Berufsgruppen. „Das wird uns oft vorgeworfen, auch von der Kolleg:innenschaft“, sagt Arzt Kaiblinger. Dass das PVZ nur durch den öffentlichen Lohnzuschuss mehr Qualität zusammenbringt, möchte er so aber nicht stehen lassen. Kosten für die Räume, Ausstattung und Verwaltung eines solchen medizinischen Zentrums würden etwa nicht öffentlich finanziert. Dieses Investment zulasten des Ärzt:innen-Honorars nimmt das PVZ bewusst in Kauf, denn es bringt mehr Versorgungsqualität.

Finanzierung im Föderalismus

Die Finanzierung durch die Krankenkasse ist insgesamt kompliziert und unterscheidet sich je nach Bundesland. In Niederösterreich gibt es eine Quartalspauschale pro Patient:in – im Gegensatz zur Einzelordination, wo die Kasse jede einzelne erbrachte Leistung abrechnet. Dieses Finanzierungsmodell lässt wenig Spielraum, bringt aber Planbarkeit. Die Gründung des PVZ Tullnerfeld vor drei Jahren finanzierten die Gesellschafter unter anderem mit einer EU-Förderung.

Von Anfang an dabei ist Karin Rabacher. Nach 30 Jahren im Spital Tulln wechselte sie vor drei Jahren ins PVZ. „Ich wollte weg von den Hierarchien. Hier werden Organisationsabläufe an unseren Bedarf angepasst, und es gibt weniger bürokratische Hürden“, sagt sie. Im Spital habe sie in der Notfallerstversorgung Vorgaben umsetzen müssen, von denen sie wusste, dass sie nicht funktionieren würden – hier höre man auf ihre Einschätzung. Morgens ist Rabacher eine der Ersten im Haus. Zehn Minuten vor der offiziellen Morgenbesprechung sitzen Pflegekoordination, Administration und die jeweiligen Bereichsverantwortlichen im Büro zusammen und stimmen sich ab.

Ist niemand akut ausgefallen, übernimmt Rabacher oft die Pflegevisiten im Umland, weil sie nicht fix im Hauptdienst eingebunden ist. Equipment ins Auto, Dokumente vorbereiten, dann raus zu den Menschen. Zurück im PVZ wartet der Schreibtisch: Dokumentation, organisatorische Abläufe, Standards erarbeiten. Gestern etwa wurde der neue Notfallrucksack für den zweiten Stock befüllt. Zwischendurch sprechen Patient:innen sie direkt an – Rabacher ist aus der Region, man kennt sie. Die Arbeit am Menschen sei das, wo sie „aufblühe“.

„Wir setzen auf flache Hierarchien, vergessen aber nicht auf klare Zuständigkeiten“, sagt Michael Kaiblinger, Arzt im PVZ.
„Wir setzen auf flache Hierarchien, vergessen aber nicht auf klare Zuständigkeiten“, sagt Michael Kaiblinger, Arzt im PVZ. | © Markus Zahradnik

Jede:r Fünfte denkt ans Aufhören

Die Pflege übernimmt einen großen Teil der medizinischen Routinearbeit im PVZ: täglich 40 bis 50 Blutabnahmen, Schnelltests, Impfungen, Infusionen nach ärztlicher Verordnung sowie die spezialisierte Wundversorgung durch ausgebildete Wundmanager:innen und -expert:innen. In der Grippesaison oder bei klaren Symptomen führen sie vorab Abstriche, Blutabnahmen oder EKGs durch, sodass Ärzt:innen direkt mit Diagnostik und Therapieentscheidung einsteigen können.

Auf die Engpässe, die den Gesundheitsbereich generell prägen, trifft man aber auch im PVZ Tullnerfeld, vor allem bei der Besetzung des Pflegepersonals. Fünf bis zehn Minuten haben die Pfleger:innen im Schnitt pro Patient:in zur Verfügung. Doch in anderen Einrichtungen sind die Mängel deutlich stärker. Die Zahlen einer aktuellen Befragung der AK Wien zu den österreichischen Gesundheitsberufen sind ernüchternd: „Über alle Gesundheitsberufe hinweg geben 40 Prozent an, dass sie selten oder nie eine angemessene Personalbesetzung vorfinden. Knappe 60 Prozent sprechen davon, dass sie regelmäßig mehr Stunden arbeiten, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart ist. Jede fünfte Person denkt nahezu monatlich an einen Berufsausstieg bzw. -wechsel“, sagt Florian Kirschner, Referent in der Abteilung Gesundheitsberuferecht und Pflegepolitik der Arbeiterkammer Wien.

Für das österreichische Gesundheitssystem ist das Modell Primärversorgungszentrum ein Zukunftsversprechen. 112 Primärversorgungseinheiten gibt es aktuell. Bis 2030 sollen es 300 werden. Dafür stellt die Bundesregierung ab diesem Jahr mit dem sogenannten Gesundheitsreformfonds 500 Millionen jährlich zur Verfügung. Die politische Idee: Gibt es viele lokale PVZs, entlastet das die Spitäler. Doch wer mit jenen spricht, die täglich vor Ort arbeiten, bekommt den Eindruck: Das reicht noch nicht.

„Beide Ressourcen sind so überlastet, dass nicht das eine das andere entlasten kann. Es braucht beides parallel“, sagt Karin Rabacher. Primärversorgungszentren scheinen derzeit vor allem ein Modernisierungsschritt zu sein, der die Qualität der medizinischen Versorgung durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen auf ein zeitgemäßes Niveau hebt.

Netzwerk als Stärke

Die 39-jährige Sozialarbeiterin Marlies Tegel ist etwa die erste Anlaufstelle für psychosoziale Themen im PVZ Tullnerfeld. Ihr Büro ist einer der wenigen bunten Räume, es braucht hier kein steriles Weiß. Auf ihrem gelben Sofasessel nahm kürzlich eine Frau im Autismus-Spektrum Platz. Es stellte sich heraus, dass sie eine Essstörung hatte „Ich höre zu, und dann beginnt es zu arbeiten: Welche Ressourcen habe ich im Team?“, erzählt Tegel. Die Antwort: Gleich nebenan sitzt die Diätologin, eine Psychotherapeutin für eine erste Krisenintervention ist ebenfalls im Haus. Innerhalb von zehn Tagen bekommt die Frau erste psychische Hilfe, Tegel kümmert sich um die finanzielle Absicherung und Jobperspektiven. „Das sind Momente, wo ich mir denke: So kann es funktionieren. Kein Mensch hat nur ein Thema. Rund ein Drittel der Patient:innen kommt ins PVZ, ohne vorrangig ein körperlich-medizinisches Problem zu haben.“

Eine halbe Stunde für den Menschen

Seit knapp zwei Jahren arbeitet Tegel im PVZ. Davor war sie im Krankenhaus Tulln aktiv. Der Unterschied ist für sie groß: „Im Spital passiert wichtige Arbeit, aber am Übergang der Patient:innen in ihre eigene Lebenswelt kann ich nur hier arbeiten“, erzählt sie. Heute schickt das Tullner Krankenhaus immer wieder Patient:innen zu ihr ins PVZ, weil sie hier aufgefangen werden. Eine Stunde hat Tegel pro Patient:in Zeit. „Das ist Luxus. Und ich werde hier in meiner Kompetenz gesehen“, sagt sie.

Karin Rabacher verbindet einen Patienten. Symbolbild: „Ich wollte weg von den Hierarchien.“ Pflegekoordinatorin Karin Rabacher wechselte vom Spital ins PVZ.
„Ich wollte weg von den Hierarchien.“ Pflegekoordinatorin Karin Rabacher wechselte vom Spital ins PVZ. | © Markus Zahradnik

Ausreichend Zeit für die Behandlung zu haben, das motiviert auch Viktoria Müller. Die 32-Jährige Diätologin arbeitet neben der Selbstständigkeit in Teilzeit im PVZ. „Ich würde nirgendwo anders mehr arbeiten wollen“, sagt sie. Auch sie hat eine Stunde pro Patient:in zur Verfügung. Die Ärzt:innen schreiben etwa in die Kartei: „Neu-Diagnose: Diabetes, bitte um Lifestyle-Optimierung“, und schicken die Patient:innen weiter zu Müller. „Dafür braucht man einfach Zeit, und die Ärzt:innen haben nur zehn Minuten“, sagt sie.

Gehen und Sprechen

Einmal im Monat geht Müller mit dem Physiotherapeuten und einer Gruppe von Diabetes-Betroffenen über die Feldwege rund ums PVZ. „Walk and Talk“ nennen sie das. „In dem Setting reden die Menschen über andere Themen, als wenn man wirklich in einer Beratung sitzt.“ Diese Abwechslung schätzt Müller besonders. Die Fälle in ihrem Berufsalltag unterscheiden sich immer. „Es wird nie langweilig“, sagt sie.

Außerhalb von Primärversorgungszentren ist Ernährungsberatung in Österreich fast überall eine Privatleistung. Wer sich die Beratung nicht leisten kann, bekommt keine – und erfährt vielleicht erst nach der Diabetesdiagnose, dass es dafür eigentlich schon viel früher Bedarf gegeben hätte. „Man könnte im Voraus viel bewegen mit der richtigen Ernährung“, sagt Müller. Der österreichische Diätolog:innenverband kämpft seit Jahren für eine Kassenfinanzierung, wie sie in Deutschland und der Schweiz längst üblich ist. Im PVZ ist das schon Realität. Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Gesundheit heißt Teamwork

Den Druck im Gesundheitssystem spürt man auch im PVZ Tullnerfeld – etwa am Anmeldeschalter. Auf vier Arbeitsplätzen spulen die Ordinationsassistent:innen oft 12-Stunden-Dienste ab. Zwei kümmern sich um die Leute vor Ort, zwei um E-Mails und Telefonate. Es ist der lauteste Ort im Haus, die Patient:innen sind oft angespannt und Multitasking ist Pflicht. Montags kommen bis 10 Uhr oft 250 Telefonate rein, an starken Montagen hat das Assistenzteam bis zu 750 Patient:innenkontakte.

Es gibt immer wieder sehr schwierige Gespräche, auch im Team. Alle tragen ihren Rucksack.

Ines Rainer, Bereichsverantwortliche

Für Ines Rainer, die Bereichsverantwortliche, ist die emotionale Belastung aber größer als der Zeitstress. „Zuvor habe ich in einer Einzelordination gearbeitet, dort war der Druck doppelt so hoch wie hier“, sagt sie. Die 26-Jährige muss mehrmals täglich sprichwörtlich „Türen zumachen“ – wenn Patient:innen ungeduldig sind oder zu viel verlangen. „Es gibt immer wieder sehr schwierige Gespräche, auch im Team. Alle tragen ihren Rucksack“, erzählt sie. Damit sie den Job lange machen könne, sei es am wichtigsten, ein Team zu haben, auf das sie zählen könne, und gute Arbeitsaufteilung. „Mal fünf Minuten Luft holen, wenn mich etwas belastet: Das geht bei uns immer.“

Diätologin Viktoria Müller bringt Elektroden bei einer Patientin an. In ihrem Job würde es „nie langweilig“.
Diätologin Viktoria Müller bringt Elektroden bei einer Patientin an. In ihrem Job würde es „nie langweilig“. | © Markus Zahradnik

Übersehene Held:innen

Als „Sprechstundenhilfe“ werde sie von der Gesellschaft oft gesehen, sagt Rainer, dabei werde übersehen, wie medizinisch ihr Beruf eigentlich sei. So spielt Anatomie in der Ausbildung etwa eine große Rolle – Fachausdrücke über Knochen, Skelette, Krankheiten gelte es zu lernen. Daneben Blutabnahme, Verbandswechsel und Medikamentenkunde. „Das ist nicht zu unterschätzen“, sagt Rainer. Das Anmeldeteam ist die Visitenkarte der Ordination. „Wenn sich die Patient:innen vorne schon angenommen fühlen, dann zieht sich das durch alle Behandlungen. Zuhören ist am wichtigsten. Mehr Vertrauen bedeutet mehr Therapieverständnis“, sagt Ines Rainer.

🏥 Rund 80 Berufsgruppen halten unser Gesundheitssystem am Laufen. Wer hier spart, spart an Menschen, sagt Reinhard Waldhör von der Gewerkschaft GÖD​ in seinem Kommentar: https://bit.ly/4upJL0h

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— Arbeit&Wirtschaft Magazin (@aundwmagazin.bsky.social) 13. Juni 2026 um 09:03

Ein Team, das zuhört – an der Anmeldung, bei der Visite, im gelben Sofasessel oder auf dem Feldweg: Die vier Frauen aus dem PVZ Tullnerfeld und die hier gelebte flache Hierarchie zeigen vor, was es für moderne medizinische Versorgung braucht. Im Extremfall kann das sogar Leben retten, wie ein Fall aus dem Haus zeigt: Vor rund einem Jahr sieht Karin Rabacher auf einem Routine-Hausbesuch bei einer Patientin eine verdächtige Hautveränderung. Zurück im PVZ sagt sie zu Arzt Kaiblinger: „Das musst du anschauen.“ Die 94-jährige Patientin ist nach einem Schlaganfall bereits halbseitig gelähmt. Ins Spital will sie auf keinen Fall mehr. Kaiblinger fährt hin – und erkennt bei der Patientin ein Karzinom. Er operiert die Dame vor Ort, und sie kann weiterleben. „Das musst du anschauen“ – dieser einfache Satz kann die beste Medizin sein.

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Über den/die Autor:in

Adrian Engel

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