Autor*in – A&W Print

A&W PrintZehn Mal im Jahr erscheint die Zeitschrift Arbeit&Wirtschaft als Schwerpunktheft. Die Beiträge unserer Autorinnen und Autoren übernehmen wir in unser Online-Magazin.

Renate Anderl
Krise

Gute Arbeit und Gerechtigkeit statt Applaus

Renate Anderl, AK-Präsidentin, sagt klar, was es jetzt braucht: Eine Weiterbildungsoffensive in Richtung digitale Qualifikationen, Programme für ältere Arbeitslose, Langzeitarbeitslose und Jugendliche, eine Ausbildungsoffensive in der Pflege. Und vor allem: ein höheres Arbeitslosengeld.

Kollektivverträge

Reportage: Wissen ist kostbar

Wie die Sozialwirtschaft haben die privaten Bildungseinrichtungen in den KV-Verhandlungen um eine 35-Stunden-Woche gekämpft. Wer mit hohem Einsatz Wissen teilt, verdient entsprechenden Lohn und Erholungszeit.
Ein Lokalaugenschein in Wien-Floridsdorf.

Plakette
Kollektivverträge

Historie: Kollektiv stark

„Sinnfällig bezeugen diese gemeinsamen Vereinbarungen, wie sich durch den Einfluss der gewerkschaftlichen Organisation die Zeiten geändert haben. Früher herrschte in der Fabrik ein schrankenloser Absolutismus, nun müssen sich die Fabriksherren die Einrede der Arbeitervertreter gefallen lassen.“

Der Tarifvertrag in der österreichischen Eisen-, Metall- und Maschinenindustrie

Wien 1908

Infografiken: Erfolgsmodell KV
Kollektivverträge

Infografiken: Erfolgsmodell KV

Im europäischen Vergleich ist Österreich mit der Abdeckung durch einen Kollektivvertrag von 98 Prozent der Beschäftigten ein Positivbeispiel. In den KVs sind viele Rechte für Beschäftigte verankert, zugleich nehmen sie oft eine Vorreiterrolle ein: Viele soziale Fortschritte wie die Arbeitszeitverkürzung wurden zunächst dort vereinbart, bevor sie Eingang ins Gesetz fanden. Manche Dinge sind aus gutem Grund nur im KV verankert, dazu zählt etwa der Mindestlohn. Die Gewerkschaften haben erreicht, dass dieser in allen Branchen bei 1.500 Euro liegt. Das nächste Ziel: 1.700 Euro.

Illustration: die große Frage
Kollektivverträge

Die große Frage: Warum eigentlich 35 Stunden im KV?

lle Arbeitszeitverkürzungen jüngeren Datums fanden zuerst ihren Niederschlag im Kollektivvertrag – beginnend mit der Reduktion von 48 auf 40 Stunden –, bevor sie im Gesetz verankert wurden. Die darüber hinausgehenden Arbeitszeitverkürzungen sind überhaupt nur in den Kollektivverträgen verankert: von 38,5 über 37,5 bis zu 36 Stunden. Daher gehen die Gewerkschaften diesen Weg.
Dass sich die Frage der 35-Stunden-Woche in den 2020er-Jahren im Sozialbereich entzündet und nicht etwa in der Metallindustrie, ist für mich kein Wunder. Denn gerade dort hat sich der Druck in den letzten Jahrzehnten ganz wesentlich erhöht. Die Aufgabenstellungen sind schwieriger geworden. Nicht zuletzt durch die Kürzung öffentlicher Mittel gibt es das Problem der Personalausdünnung und der Intensivierung der Arbeit. Deshalb ist es auch so schwer, Menschen in diese Branche zu bringen, und deswegen ist es auch so schwer, Menschen in dieser Branche zu halten.
Die 35 Stunden sind also zum einen notwendig, um diesen Druck zu reduzieren, zum anderen natürlich, um die Branche attraktiver zu machen.

Kollektivverträge

Decke mit Löchern

Kollektivverträge bieten Schutz vor Lohndumping und sollen erträgliche Arbeitsbedingungen schaffen. Doch Arbeitgeber nutzen allerlei Schlupflöcher, um das KV-System zu untergraben.