Wie hoch ist der Wohlstand in Österreich?

Inhalt

  1. Seite 1 - Geht es den Menschen in Österreich besser?
  2. Seite 2 - Was empfiehlt der Wohlstandsbericht?
  3. Seite 3 - So funktioniert der Wohlstandsbericht
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Ein Wirtschaftsaufschwung alleine reicht nicht, damit es den Menschen in Österreich besser geht. Wohlstand und Wohlergehen müssen nachhaltiger gestaltet werden. Der Wohlstandsbericht 2021 zeigt, wie das gehen kann.

Welche Maßnahmen empfiehlt der Wohlstandsbericht 2021?

Die Folgen der Coronakrise werden nicht von alleine verschwinden. Um die Einhaltung der Ziele für das Jahr 2030 und auch den Wohlstand in Österreich nicht zu gefährden, empfiehlt der Wohlstandsbericht 2021 der Arbeiterkammer folgende Maßnahmen:

  • Aktive Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik.
  • Ambitionierte öffentliche Investitionen in Klimaschutz und Daseinsvorsorge.
  • Stärkerer Fokus auf Verteilungsgerechtigkeit.
  • Wohlstandsorientierte Institutionen und Steuerungsprozesse.

Ein großes Problem für den Wohlstand in Österreich ist die steigende Zahl der Langzeitarbeitslosen und prekär Beschäftigten. Hier müsse die Politik entgegensteuern. Dazu müssten innovative Arbeitszeitmodelle und Formen der Arbeitszeitverkürzung eingeführt werden. Vor allem ein Anspruch auf die Vier-Tage-Woche, eine Verkürzung überlanger Arbeitszeiten und eine Erleichterung von Elternzeit, Sabbatical und Qualifizierungsstipendien und Bildungskarenz führt der Bericht an.

Das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit könne durch eine Jobgarantie gelöst werden. „Die teuerste Variante im Umgang mit Langzeitarbeitslosigkeit ist es, nicht zu handeln. Verfestigte Arbeitslosigkeit lässt sich nur mit sehr hohem Aufwand für die Betroffenen und die öffentlichen Institutionen abbauen“, führt der Wohlstandsbericht aus.

Öffentliche Investitionen erhöhen das Vermögen aller

Investitionen in die „Ökonomie des Alltagslebens“, wie es der Bericht nennt, könnten ein besonders wichtiger Hebel sein, um langfristig Wohlstand und Beschäftigung zu schaffen. Der Bericht macht das an einem Beispiel fest: „Es macht beispielsweise einen Unterschied für die Treibhausgasemissionen bis 2030, ob heute in Autobahnen und Neuwagen mit Verbrennungsmotoren investiert wird oder in öffentlichen Verkehr, Energieeffizienzmaßnahmen, erneuerbare Energien und die Klimaneutralität des öffentlichen Sektors.”

Hierbei würde es sich um das Vermögen aller handeln. Allerdings sei die Investitionsquote in den vergangenen Jahrzehnten stetig zurückgegangen. Mittlerweile würden die reichsten fünf Prozent der Menschen mehr besitzen als alle Gebietskörperschaften zusammen. Eine Steigerung der Investitionen sollte vor allem zugunsten des Klimaschutzes und der Daseinsvorsorge passieren – also für die Themenfelder „Wohnen, Gesundheit und Pflege, Aus- und Weiterbildung und Kinderbetreuung sowie öffentlicher Verkehr und aktive Mobilität“.

Wie kann die EU den Wohlstand sichern?

Die drängenden Themen, die Nationalstaaten bearbeiten müssten, gingen meist über die eigenen Grenzen hinaus, schreibt der AK-Wohlstandbericht 202. Die Corona-Pandemie, der Klimaschutz, Migration oder internationaler Handel könnten nicht von einzelnen Ländern gelöst werden. Der Bericht betont dabei die Stärken Europas: „Mit der EU gibt es einen supranationalen Regulationsraum, der wirtschaftlich betrachtet stärker geschlossen ist als die einzelnen Ökonomien der EU-Mitgliedstaaten und eine Vorreiterrolle bei der Festlegung hoher sozialer und ökologischer Standards spielen kann.“

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Über den/die Autor*in

Christian Domke Seidel

Christian Seidel hat als Tageszeitungsjournalist in Bayern und Hessen begonnen, besuchte dann die bayerische Presseakademie und wurde Redakteur. In dieser Position arbeitete er in Österreich lange Zeit für die Autorevue, bevor er als freier Journalist und Chef vom Dienst für eine ganze Reihe von Publikationen in Österreich und Deutschland tätig wurde. Unter anderem sprang ein dritter Platz beim österreichischen Magazinpreis heraus.