Die haben was drauf

Inhalt

  1. Seite 1 - Der Jugend-am-Werk-Standort Lorenz-Müller-Gasse
  2. Seite 2 - Erfolgserlebnisse, die stolz machen
  3. Seite 3 - Arbeit, die das Herz erwärmt
  4. Seite 4 - Zukunftschancen
  5. Seite 5 - Abwechslungsreiche Tätigkeiten
  6. Auf einer Seite lesen >
Tischler, Uhrmacher, Metalltechniker & Co.: Am Lehrbetrieb Lorenz-Müller-Gasse absolvieren derzeit rund 180 Jugendliche eine Lehre in fünf Bereichen. Die breit angelegte solide Grundausbildung bietet den Jugendlichen die Basis, zu guten Fachkräften und stabilen Persönlichkeiten heranzuwachsen.

2 Koch-Lehrlinge vor einer Tafel.
Einmal erstes, einmal drittes Lehrjahr: Sowohl der 16jährige Georg Janzarzik als auch der 18jährige Isaak Ascherov können sich gut vorstellen, nach ihrem Lehrabschluss im Ausland als Köche zu arbeiten

Fordernder bis harter Arbeitsalltag

Zu dieser Zeit ist der Ausbildner der Koch-Lehrlinge, Karl Schwammer, schon rund 20 Minuten am Werk. Denn hier in der Betriebsküche der Lorenz-Müller-Gasse wird nicht nur Mittagessen in zwei Tranchen, sondern auch Frühstück angeboten. Schwammers insgesamt acht Schützlinge, davon zwei Frauen, bereiten schon frühmorgens Eier, Semmeln und Toast zu und schnippeln schon mal Gemüse für das Salatbuffet zu Mittag.

Auch Schwammer kennt die Arbeitsbedingungen am freien Markt, denn er war 17 Jahre lang mit einem Lokal in der Steiermark selbstständig und hatte dort zehn Mitarbeiter und fünf Lehrlinge. Auch hier will er seine Lehrlinge auf den oft fordernden bis harten Arbeitsalltag als Koch vorbereiten und erwartet unter anderem Pünktlichkeit, denn das sei in diesem Job sehr wichtig.

Junger Koch bereitet Äpfel im Schlafrock zu.
Schon am Vormittag bereitet Georg Janzarzik, der im ersten Lehrjahr als Koch ist, die Nachspeise für das Mittagessen vor.

In die Arbeit als Koch hineingeschnuppert hat der 16jährige Georg Janzarzik, der seit September zu Schwammers Team gehört und derzeit vor allem für Salate zuständig ist. Er wollte eigentlich eine Mechaniker-Lehre machen, doch die Nachfrage nach Lehrstellen in diesem Bereich ist viel höher als das Angebot. Die Wahl fiel dann auf Koch, nicht zuletzt weil Georg vorbelastet ist: Seine Mutter ist Kellnerin, sein Vater Koch. Bis jetzt ist Georg sehr zufrieden und kann sich vorstellen, später „vielleicht irgendwo im Ausland“ als Koch zu arbeiten.

Junger Koch mit Ausbildner in der Küche.
Isaak Ascherov ist schon bald mit seiner Lehre mit Matura fertig und will dann am liebsten auf einem Schiff kochen.

Viel Abwechslung

Die Lehrlinge haben viel Abwechslung und erlernen viele verschiedene Fähigkeiten.

Sein Kollege Isaak Ascherov ist 18 Jahre alt und hat schon zwei Lehrjahre hinter sich. Der junge Mann, der sich für eine Lehre mit Matura entschieden und auch schon einige Matura-Fächer positiv abgeschlossen hat, betont, dass er sich hier sehr wohl fühlt. Anders war es bei seinem früheren Arbeitgeber, einem Wiener Traditions-Kaffeehaus: „Dort hat es mir überhaupt nicht gefallen.“ Es sei viel zu viel Druck gemacht worden und er musste immer nur Frühdienste absolvieren. Nach wenigen Monaten war ihm klar, dass er nicht dort bleiben wollte. Er kündigte und bewarb sich in der Lorenz-Müller-Gasse, wo er jetzt schon im dritten Lehrjahr ist: „Hier mache ich nicht nur Frühdienste, sondern alles – von sieben Uhr in der Früh bis vier Uhr am Nachmittag.“ Neben dem Frühstück und dem Salatbuffet gibt es jeden Tag zu Mittag eine vegetarische und eine Fleisch- oder Fisch-Hauptspeise sowie eine Vorspeise und ein Dessert. Das bedeutet, dass die Lehrlinge viel Abwechslung haben und viele verschiedene Fähigkeiten erlernen.

Isaak wollte hier eigentlich ursprünglich nur ein oder zwei Monate bleiben: „Aber dann hat’s mir so gut gefallen und ich bin geblieben.“

Isaak wollte hier eigentlich ursprünglich nur ein oder zwei Monate bleiben: „Aber dann hat’s mir so gut gefallen und ich bin geblieben.“ Nach der Lehre möchte er sofort bei einer Schweizer Firma anheuern, um erst einmal als Koch auf einem Schiff zu arbeiten – und er ist überzeugt: „Wenn man es will, schafft man es auch.“

Erwachsenenbildung
Am Lehrbetrieb Lorenz-Müller-Gasse laufen neben den jugendlichen Lehrlingen und den erfahrenen Ausbildnern auch noch Erwachsene herum – sie gehören weder zur einen noch zur anderen Gruppe. Dazu gehör zum Beispiel Bernhard Hucek, der hier eine zwölfwöchige Weiterbildung im Bereich Metallaktivgas-Schweißen absolviert. Der 40jährige, der ursprünglich im Finanzbereich und bei der Bank gearbeitet hat, besucht jetzt die Abend-HTL für angewandte Elektrotechnik. In der Lorenz-Müller-Gasse macht er jetzt diese ganz spezielle Zusatzausbildung, für die er auch ein TÜV-Zertifikat erhält. Denn erst damit ist er befugt, diese Art des Schweißens auszuüben. Sein Lehrer Alexander Messeritsch war Industriemontageschlosser und hat am bfi seine Schweißer-Zeugnisse aufgefrischt, als ihn ein Kollege auf die Ausbildner-Stelle bei Jugend am Werk hinwies. Hier unterrichtet er jetzt neun Monate pro Jahr Erwachsene wie Bernhard Hucek und den Rest der Zeit Lehrlinge: „Oft schicken uns Betriebe ihre Lehrlinge, weil sie manche Geräte nicht im Betreib haben.“ Weil aber bestimmte Lehrinhalte bei der Lehrlingsausbildung zum Metallbearbeitungstechniker verpflichtend sind, übernimmt Jugend am Werk diesen Teil der Grundausbildung.

Lehrling beim Schweißen
Neben der Lehrlingsausbildung werden an der Lorenz-Müller-Gasse auch spezielle Kurse für Erwachsene angeboten – derzeit zum Beispiel eine Zusatzausbildung im Metallaktivgas-Schweißen. Der erfolgreiche Abschluss wird mit einem TÜV-Zertifikat belohnt.

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  1. Seite 1 - Der Jugend-am-Werk-Standort Lorenz-Müller-Gasse
  2. Seite 2 - Erfolgserlebnisse, die stolz machen
  3. Seite 3 - Arbeit, die das Herz erwärmt
  4. Seite 4 - Zukunftschancen
  5. Seite 5 - Abwechslungsreiche Tätigkeiten
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Über den/die Autor*in

Alexandra Rotter

Alexandra Rotter hat Kunstgeschichte in Wien und Lausanne studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin in Wien und schreibt vor allem über Wirtschaft, Gesellschaft, Technologie und Zukunft.

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