Ein Leben ohne Bargeld?

Inhalt

  1. Seite 1 - Bares ist Wahres in Österreich
  2. Seite 2 - Unterschiedliche Bargeld(los)-Vorlieben
  3. Seite 3 - Union des digitalen Euros?
  4. Seite 4 - Mehr Möglichkeiten für Unternehmen?
  5. Seite 5 - Bitcoin-Land El Salvador
  6. Seite 6 - Geldwäsche wie früher
  7. Auf einer Seite lesen >
In Schweden könnte im Frühjahr 2023 Schluss sein mit dem Bargeld. Zahlungen sollen ab diesem Zeitpunkt nur mehr in digitaler Form erfolgen. Doch Österreich hängt am analogen Zahlungsmittel wie kaum ein anderes Land. Weshalb ist das so und wie wird bei uns die Zukunft aussehen?

Union des digitalen Euros?

Im Herbst 2020 präsentierte die Europäische Union die Idee des digitalen Euros. Der soll dem Bargeld zukünftig zur Seite gestellt werden. „Die Central Bank Digital Currency (CBDC) ist in der Pilot- bzw. Experimentierphase“, sagt Christian Prantner aus der konsumentenpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer Wien. Diesen Oktober begann eine intensive, zweijährige Untersuchungsphase, in der sich die EU ansieht, wie eine digitale Währung an Unternehmen und Privatpersonen verteilt werden könnte.

„Wir werden mit dem Europäischen Parlament und anderen europäischen Entscheidungsträger:innen in einen Dialog treten und sie regelmäßig über unsere Ergebnisse informieren. Privatpersonen, Händler:innen und der Zahlungsverkehrssektor werden ebenfalls einbezogen“, sagt Fabio Panetta, der Mitglied des Europäischen-Zentralbank-Direktoriums ist. Bei dem digitalen Euro handelt es sich um normales Zentralbankgeld in digitaler Form, das für alltägliche Zahlungen verwendet werden kann.

Der digitale Euro als zusätzliches Zahlungsmittel kann Menschen, die sich der Digitalisierung zuwenden, weitere Möglichkeiten eröffnen. Es gibt jedoch das Risiko, dass digitalskeptische Gruppen nicht mitgenommen werden – weil sie einen digitalen Euro nicht nutzen können oder wollen.

Christian Prantner, konsumentenpolitischen Abteilung Arbeiterkammer Wien

Sechs Punkte streicht die EU hervor: Der digitale Euro soll Einlagen und Bargeld ergänzen, Synergien mit Zahlungsdienstleistern schaffen, die Digitalisierung der europäischen Wirtschaft unterstützen, Zugang zu Zentralbankgeld sichern, Risiken unregulierter Zahlungslösungen verhindern und letztlich auch andere Digitalwährungen ausbremsen beziehungsweise deren Aufkommen verhindern. Weiters soll die Digitalwährung ökologisch und umweltschonend sein. Auch der Datenschutz wird laut EU großgeschrieben. „Der digitale Euro als zusätzliches Zahlungsmittel kann Menschen, die sich der Digitalisierung zuwenden, weitere Möglichkeiten eröffnen. Es gibt jedoch das Risiko, dass digitalskeptische Gruppen nicht mitgenommen werden – weil sie einen digitalen Euro nicht nutzen können oder wollen“, meint Prantner.

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  1. Seite 1 - Bares ist Wahres in Österreich
  2. Seite 2 - Unterschiedliche Bargeld(los)-Vorlieben
  3. Seite 3 - Union des digitalen Euros?
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  5. Seite 5 - Bitcoin-Land El Salvador
  6. Seite 6 - Geldwäsche wie früher
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Über den/die Autor*in

Stefan Mayer

Stefan Mayer arbeitete viele Jahre in verschiedenen privatwirtschaftlichen Unternehmen. Mit Anfang 30 begann er Geschichte und Politikwissenschaft zu studieren. Heute schreibt er vor allem für das Fußballmagazin Ballesterer und die Wiener Zeitung.