Ein Leben ohne Bargeld?

Inhalt

  1. Seite 1 - Bares ist Wahres in Österreich
  2. Seite 2 - Unterschiedliche Bargeld(los)-Vorlieben
  3. Seite 3 - Union des digitalen Euros?
  4. Seite 4 - Mehr Möglichkeiten für Unternehmen?
  5. Seite 5 - Bitcoin-Land El Salvador
  6. Seite 6 - Geldwäsche wie früher
  7. Auf einer Seite lesen >
In Schweden könnte im Frühjahr 2023 Schluss sein mit dem Bargeld. Zahlungen sollen ab diesem Zeitpunkt nur mehr in digitaler Form erfolgen. Doch Österreich hängt am analogen Zahlungsmittel wie kaum ein anderes Land. Weshalb ist das so und wie wird bei uns die Zukunft aussehen?

Unterschiedliche Bargeld(los)-Vorlieben

Weshalb ist Papiergeld bei uns so beliebt? Für Schweden gehen Prognosen davon aus, dass sich das Zahlen mit analogem Geld ab dem Frühjahr 2023 für Unternehmen wohl nicht mehr rentiert. Denn fast alle Schwed:innen nutzen schon lange bargeldlose Zahlungsvarianten. Schüler:innen bekommen ihr Taschengeld digital und sogar obdachlosen Menschen kann man längst Geld über die Kreditkarte spenden. Dass es in Österreich in absehbarer Zeit ähnlich sein wird, ist eher zu bezweifeln.

In den USA und in Frankreich waren bis vor 20 Jahren Schecks eine sehr übliche Zahlungsmethode. Und die sind deutlich umständlicher zu verwenden als Bargeld.

Clemens Jobst, Clemens Jobst

Die Gründe dafür sind vielfältig und teilweise historisch bedingt, wie der Sozial- und Wirtschaftshistoriker von der Universität Wien, Clemens Jobst, weiß: „In der Monarchie war mehr Papiergeld in Umlauf als in anderen Ländern“. Das dürfte in Österreich die Liebe zum Bargeld langfristig gefestigt haben. Allerdings ist das Nutzen von Papiergeld nur so konservativ wie andere Länder in ihren Vorlieben konservativ sind. „In den USA und in Frankreich waren bis vor 20 Jahren Schecks eine sehr übliche Zahlungsmethode. Und die sind deutlich umständlicher zu verwenden als Bargeld“, so Jobst. Der Historiker betont auch die Umstellungskosten von Bezahlsystemen, die sich nur dann auszahlen, wenn tatsächliche Einsparungsmöglichkeiten zu erkennen sind.

Inhalt

  1. Seite 1 - Bares ist Wahres in Österreich
  2. Seite 2 - Unterschiedliche Bargeld(los)-Vorlieben
  3. Seite 3 - Union des digitalen Euros?
  4. Seite 4 - Mehr Möglichkeiten für Unternehmen?
  5. Seite 5 - Bitcoin-Land El Salvador
  6. Seite 6 - Geldwäsche wie früher
  7. Auf einer Seite lesen >

Über den/die Autor*in

Stefan Mayer

Stefan Mayer arbeitete viele Jahre in verschiedenen privatwirtschaftlichen Unternehmen. Mit Anfang 30 begann er Geschichte und Politikwissenschaft zu studieren. Heute schreibt er vor allem für das Fußballmagazin Ballesterer und die Wiener Zeitung.