Sind die Österreicher:innen zu oft krank? Wird beim Krankenstand geschummelt? Rund um Krankenstände bedient sich die Wirtschaft gerne solcher Behauptungen. Arbeit&Wirtschaft hat sechs weitverbreitete Mythen von ÖGB-Gesundheitsexpertin Julia Stroj überprüfen lassen.
Mythos 1: „Die Krankenstände in Österreich steigen ständig an.“
Julia Stroj: Bei den Krankenständen pro erwerbstätiger Person lässt sich für 2025 ein leichter Rückgang verzeichnen, ebenso bei der durchschnittlichen Dauer. Wichtig ist aber: Wir sind immer noch deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Und jeder Krankenstand ist einer zu viel.
Mythos 2: „Die hohe Zahl an Krankenständen gefährdet die Wirtschaft.“
Stroj: Es stimmt, dass Krankenstände viel Geld kosten. Deshalb sollten Unternehmen in Prävention investieren. Das ist meist günstiger als lange Ausfälle zu ersetzen oder wenn Arbeit liegen bleibt. Gesunde Arbeitsplätze bedeuten zudem zufriedene Beschäftigte, die dem Betrieb länger erhalten bleiben. Gerade in Zeiten des Fachkräftebedarfs sollten Firmen ein eigenes Interesse daran haben, dass es ihren Mitarbeitenden gut geht.
Autor:in – Greta Stampfer
Greta Stampfer hat Publizistik sowie Zeitgeschichte und Medien studiert und arbeitete seit 2014 als freie Journalistin. Seit 2023 ist sie Head of Digital von Arbeit&Wirtschaft.
Über Krankenstände wird viel diskutiert, wirtschaftsnahe Interessensvertretungen bauen dabei mit Vorwürfen Druck auf Arbeitnehmer:innen auf. Was stimmt wirklich? ÖGB-Gesundheitsexpertin Julia Stroj geht sechs Mythen auf den Grund.
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