Wer keine Kinder hat, sollte Frauen nicht für ihre Teilzeit-Arbeit shamen. Denn zu 80 Prozent sind es Mütter, die all das übernehmen. Und sie stehen unter Druck. Teilzeit ist kein Wellnessprogramm, im Gegenteil: Die meisten Frauen mit Kindern arbeiten weniger Stunden im Job, um mehr Stunden für die ganze andere Arbeit zu haben. Teilzeit ist da mehr eine Frage der Logik, nicht des Lifestyles. Und selbst dann mangelt es oft an Zeit, an Schlaf, an Geld sowieso.
Gewusst? Viele Mütter in Österreich stehen tagtäglich um fünf Uhr in der Früh auf. Doch anders als geschniegelte CEOs prahlen sie mit ihren morgendlichen Routinen nicht heldenhaft in Manager-Magazinen. Mütter machen eben selten Morgenmeditation oder genießen ein Papaya-Smoothie auf dem Balkon. Sie saugen Staub mit Augenringen, kochen das Mittagessen vor und packen Jausenboxen, während sie den kalt gewordenen Kaffee im Stehen trinken. Dann hetzen sie durchgeschwitzt zur Arbeit und kippen am Abend erschöpft ins Bett. Erholung? Nun, das hängt davon ab, ob der Kindergartenvirus in der Nacht bei einem der Kinder durchschlägt.
Die Wochenarbeitszeit der meisten Frauen mit Kindern schlägt die eines jeden Durchschnittsmannes in Vollzeitbeschäftigung – allerdings mit dem großen Unterschied, dass ihr Arbeitsvolumen nicht voll bezahlt wird. Sie bekommen auch keinen Überstundenausgleich oder Nachtzuschläge. Und wie die Debatte um Teilzeit zeigt, kriegen sie nicht einmal Respekt. Was sie leisten, ist so selbstverständlich wie unsichtbar.
📣Was, wenn Teilzeit fair wäre?
Teilzeit hält Österreich am Laufen. Trotzdem haben viele Beschäftigte weniger Einkommen, weniger Rechte und schlechtere Chancen. Das muss sich ändern!
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Arbeit ist in Österreich eben nicht gleich Arbeit: Für Erwerbsarbeit gibt es Geld und Anerkennung, für Care-Arbeit gibt es Altersarmut und Minderwertigkeitskomplexe. Dass dieses Konzept wenig Anreiz bietet, zeigt die sinkende Geburtenrate. Solange der Tag nicht mehr Stunden bekommt, braucht es bessere Maßnahmen als die Vollzeit-Keule vonseiten der Wirtschaftspolitik: Wie wäre es mit einem Batzen Wertschätzung?
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