KV-Verhandlungen: Alle News zur Herbstlohnrunde

Eine Krankenpflegerin zieht sich einen Gummihandschuh an. Die KV-Verhandlungen in der Sozialwirtschaft kann die Pflegekrise entschärfen.
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Mehrere Branchen verhandeln in der Herbstlohnrunde 2025 nicht nur Lohnerhöhungen, sondern auch Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. In den privaten Autobusbetrieben, in der Metallindustrie und im Handel gibt es einen Abschluss. In der Sozialwirtschaft und der Sicherheitsbranche stocken die Verhandlungen.

Die Herbstlohnrunde 2025 startet – und mit ihr intensive Verhandlungen über die Einkommen zehntausender Beschäftigter. Wir begleiten die KV-Verhandlungen im Newsticker: mit laufenden Updates zu Forderungen, Zwischenergebnissen und Abschlüssen. Die KV-Verhandlungen der Buslenker:innen, der Bauindustrie und im Handel sind abgeschlossen – mit einem Lohnplus. In der Sozialwirtschaft, in der Sicherheitsbranche und den Privatkrankenanstalten sind die Verhandlungen festgefahren.

16.12.2025

SOZIALWIRTSCHAFT: VIERTE RUNDE ERNEUT ERGEBNISLOS

Die vierte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft ist vergangenen Freitag erneut ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaften GPA und vida bezeichnen das vorgelegte Angebot der Arbeitgeber als unzureichend und kündigen an, die bereits laufenden Streiks räumlich und zeitlich auszuweiten, besonders zwischen dem 16. und 18. Dezember. Betroffen sind zahlreiche Einrichtungen der privaten Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde für Jänner in Aussicht gestellt.

Eine Pflegerin arbeitet im Altersheim. Symbolbild für die gescheiterte vierte Runde der KV-Verhandlungen in der Sozialwirtschaft.
Auch die vierte KV-Verhandlungsrunde der Sozialwirtschaft war erfolglos. | © Adobe Stock/Seventyfour

Die Arbeitgeberseite verweist auf die massiv angespannten finanziellen Rahmenbedingungen durch Kürzungen von Bund, Ländern und Gemeinden. SWÖ-Vorsitzender Erich Fenninger erklärte, die Beschäftigten leisteten Außerordentliches, zusätzliche Spielräume seien jedoch ohne eine höhere öffentliche Finanzierung nicht möglich. Konkret sieht das Angebot Gehaltserhöhungen über einen Zeitraum von zwei Jahren vor. Ab dem 1. April 2026 sollen die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter um 2,3 Prozent steigen. Aufgrund der ausbleibenden Erhöhung in den ersten drei Monaten entspricht dies einer Jahressteigerung von 1,72 Prozent.

11.12.2025

BUSLENKER:INNEN BEKOMMEN 2026 ERNEUT EIN REALLOHNPLUS

Für die 12.000 Beschäftigten in privaten Autobusbetrieben steht mit Jahreswechsel eine Lohnerhöhung an. Die Löhne steigen ab 1. Jänner 2026 um 3,3 Prozent. Grundlage ist die rollierende Inflation von etwas über 3,2 Prozent. Damit bleibt für die Buslenker:innen unterm Strich ein kleines Reallohnplus von 0,1 Prozent.

Eine Busfahrerin sitzt am Steuer. Symbolbild für die Verhandlungen der Beschäftigten in privaten Autobusbetrieben.
Erneut konnte die Gewerkschaft vida für die Beschäftigten in privaten Autobusbetrieben ein Reallohnplus verhandeln. | © Adobe Stock/Barillo_Images

Neben den finanziellen Verbesserungen wurden auch Arbeitsbedingungen nachgeschärft: Die Diäten im Linien- und Gelegenheitsverkehr steigen deutlich, insgesamt um bis zu 14 Prozent über zwei Jahre. Beim Nachtarbeitszuschlag folgt 2026 der nächste Schritt: Auch zwischen 22 und 23 Uhr erhalten Busfahrer:innen künftig 50 Prozent Zuschlag – ein Bereich, der früher zuschlagsfrei war. Entlastungen bei geteilten Diensten und mehr Planbarkeit bei Freizeit kommen hinzu.

11.12.2025

HANDELSARBEITER:INNEN MACHEN IN ST. PÖLTEN DRUCK

Die Handelsarbeiter:innen sind einer Einigung nach wie vor keinen Schritt näher gekommen. Auch die dritte Verhandlungsrunde Anfang Dezember blieb erfolglos. Die Gewerkschaft vida setzt am Donnerstag, dem 11. Dezember, ein sichtbares Zeichen im laufenden Handels-KV. Auf dem Rathausplatz in St. Pölten zeigen Beschäftigte, was sonst hinter den Kulissen passiert: die körperlich anspruchsvolle Arbeit in Lagern, ohne die keine Filiale funktionieren würde. Kisten und Paletten werden symbolisch aufgestapelt – als Antwort auf das „Tiefstapeln“ in den aktuellen Lohnverhandlungen.

Ein Lagermitarbeiter überprüft den Lagerbestand. Symbolbild für die Verhandlungen der Handelsarbeiter:innen.
Handelsarbeiter:innen setzen in St. Pölten ein Zeichen und fordern mehr Lohn. | © Adobe Stock/pressmaster

Trotz steigender Preise und wachsender Umsätze im Handel bleiben die Gehaltsangebote der Arbeitgeber niedrig. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung um 3,5 Prozent. Die Arbeitgeberseite lehnt das ab. Die Kollektivverträge der Handelsarbeiter:innen liegen laut Gewerkschaft im Durchschnitt rund 1.000 Euro unter jenen der Handelsangestellten. Eine vierte Verhandlungsrunde ist noch nicht fixiert.

05.12.2025

VOR ALLEM FRAUENBRANCHEN ZAHLEN DRAUF

Egal, ob Handel oder Sozialwirtschaft: In der Herbstlohnrunde 2025 zeigt sich, wie Frauen Kompromisse eingehen müssen. Dabei halten gerade diese Bereiche das System am Laufen. Das erklärt die Journalistin Sandra Gloning in ihrem Kommentar.

Hier geht’s zum Artikel.

Wer wenig verdient, verliert am meisten – und damit vor allem jene, die die Gesellschaft am Laufen halten. | © Adobe Stock/Drazen

4.12.2025

VERHANDLUNGEN DER HANDELSARBEITER:INNEN ERGEBNISLOS

Auch die dritte Verhandlungsrunde für die Handelsarbeiter:innen blieb ergebnislos. Während die Handelsangestellten bereits ein Ergebnis erzielt haben, können sich Arbeitgeber und Gewerkschaft vida für die Handelsarbeiter:innen nicht einigen. Der ursprünglich für zwei Jahre geplante Abschluss muss aufgrund der hohen Inflation neu verhandelt werden. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung um 3,5 Prozent. Die Arbeitgeberseite lehnt das ab, Betriebsversammlungen jetzt.

Ein Lagermitarbeiter schiebt eine Palette. Symbolbild: Handelsarbeiter:innen haben nach wie vor kein Ergebnis. Es kommt zu Betriebsversammlungen.
Die Handelsarbeiter:innen haben nach wie vor kein Ergebnis. Es kommt zu Betriebsversammlungen. | © Adobe Stock/Quality Stock Arts

Handelsarbeiter:innen sind oft in Lagern tätig, ihre Kollektivvertragslöhne liegen laut Gewerkschaft im Durchschnitt rund 1.000 Euro unter jenen der Handelsangestellten. Ein Termin für die vierte Runde steht noch nicht fest.

4.12.2025

SOZIALWIRTSCHAFT MIT WARNSTREIKS AN VIELEN STANDORTEN

Von Dienstag bis Donnerstag wurde in der Sozialwirtschaft bundesweit an rund 120 Standorten gestreikt. Die 130.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich wollen damit vier Prozent mehr Lohn durchsetzen. Die Gewerkschaft GPA versichert, dass Klient:innen versorgt bleiben, es aber punktuell zu Einschränkungen kommen kann.

Heute beginnen die Verhandlungen für 130.000 Beschäftigte im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich. Gemeinsam kämpfen wir mit der Gewerkschaft vida​ fordern wir eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um +4%! Alle Infos hier ➡️ https://meine.gpa.at/sozialwirtschaft

— Gewerkschaft GPA (@gewerkschaftgpa.bsky.social) 21. Oktober 2025 um 06:03

Am Donnerstag, dem 4. Dezember, findet in Wien eine Abschlussaktion statt. Die Arbeitgeberseite zeigt Verständnis, verweist aber auf fehlende Mittel der öffentlichen Hand. Erich Fenninger, Vorsitzender der Sozialwirtschaft Österreich und Geschäftsführer der Volkshilfe, erklärte in der ZIB2: „Wir müssen Druck auf die Politik aufbauen, damit sie die Sozialleistungen von morgen ausreichend finanziert.“ Ein rascher Abschluss vor Weihnachten gilt als unwahrscheinlich.

4.12.2025

IT-BRANCHE: NACH DER DRITTEN ERGEBNISLOSEN RUNDE STARTEN BETRIEBSVERSAMMLUNGEN

Am 3. Dezember fand die dritte Verhandlungsrunde über den Kollektivvertrag der IT-Branche statt. Nach fünf Stunden wurden die Verhandlungen ergebnislos beendet. Laut der Gewerkschaft entwickelt sich die Branche besser als die Gesamtwirtschaft, die Arbeitgeber plädieren jedoch für ein Aussetzen der Anhebung der Ist-Gehälter und haben für die Mindestgehälter lediglich eine Erhöhung von 1,9 Prozent angeboten.

Mehrere Menschen in der IT-Branche vor Computer. Symbolbild für die Kollektivvertragsverhandlungen.
Die dritte Runde der Verhandlungen in der IT-Branche war ergebnislos. | © Adobe Stock/peopleimages.com

Die Gewerkschaft fordert ein deutlich höheres Angebot, das der Branchenentwicklung entspricht. Im ganzen Land beginnen jetzt die Betriebsverhandlungen. Sandra Steiner, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA, sagt: „Nach außen wird die IT schlechtgeredet, während gleichzeitig Fachkräfte gesucht werden. Das passt schlicht nicht zusammen!” Die nächste Verhandlungsrunde findet am 18. Dezember statt.

27.11.2025

VERHANDLUNGEN IN DER SOZIALWIRTSCHAFT OHNE ERGEBNIS BEENDET – WARNSTREIKS ANGEKÜNDIGT

Auch die dritte Verhandlungsrunde in der Sozialwirtschaft endet ohne Durchbruch. Die Arbeitgeber legten ein Angebot vor, das eine Steigerung der KV-Gehälter um durchschnittlich 1,71 Prozent und der IST-Gehälter um 1,3 Prozent für das Jahr 2026 sowie eine Steigerung der KV- und IST-Gehälter um 1,65 Prozent für das Jahr 2027 vorsieht. Für die Gewerkschaften GPA und vida ist das „unzureichend”. Die Fronten in der Sozialwirtschaft sind verhärtet. Das liegt unter anderem daran, dass die öffentliche Hand einen Sparkurs im sozialen Bereich fährt. Was die Verhandlungen so komplex macht, erfahren Sie hier.

Am 2. und 4. Dezember kommt es zu Warnstreiks. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 11. Dezember angesetzt.

Eine Frau mit Behinderung und eine Betreuerin klatschen gemeinsam. Symbolbild: Sozialberufe kämpfen um fairere Löhne.
Im System unverzichtbar und trotzdem unterbezahlt. Sozialberufe kämpfen in den KV-Verhandlungen um faire Löhne. | © Adobe Stock/M.Dörr & M.Frommherz

25.11.2025

EINIGUNG IM HANDELS: KOLLEKTIVVERTRAG 2026 STEHT

Nach der dritten Verhandlungsrunde haben sich Gewerkschaft GPA und Wirtschaftskammer am Montag auf eine Gehaltserhöhung von 2,55 Prozent für die rund 430.000 Handelsangestellten und 20.000 Lehrlinge geeinigt. Die Gehälter steigen ab 1. Jänner 2026. Die Inflation liegt bei drei Prozent – damit ist es bereits der dritte Jahresabschluss unter der Teuerungsrate für Handelsmitarbeitende. Der eigentlich für zwei Jahre abgeschlossene Handelskollektivvertrag vom Vorjahr musste wegen der hohen Inflation heuer neu verhandelt werden. Aufgrund dieser Tatsache hatte man eigentlich einen Abschluss über der Inflation erwartet.

Eine Person im Handel scannt Produkte an der Kasse. Symbolbild: Im Handel kam es zu einer Einigung. | © Adobe Stock/Pixel-Shot
Im Handel kam es zu einer Einigung. | © Adobe Stock/Pixel-Shot

Die Gewerkschaft spricht von einem „Kompromiss“, die Arbeitgeber verweisen auf ein „schwieriges wirtschaftliches Umfeld“ und Umsatzprobleme im Handel. Vereinbart wurden zusätzlich zur Gehaltserhöhung eine mögliche Erhöhung der Arbeitszeit bei regelmäßiger Mehrarbeit, mehr Flexibilität an Samstagen sowie eine mögliche Reduktion der Normalarbeitszeitverteilung auf fünf Tage per Betriebsvereinbarung. Lehrlinge erhalten einen höheren Lehrabschlussbonus: 250 Euro (Auszeichnung) bzw. 200 Euro (Guter Erfolg). Ökonom Holger Bonin (IHS) bewertet den Abschluss im Ö1-Morgenjournal als Reallohnverlust, besonders für Frauen, die im Handel überdurchschnittlich vertreten sind.

20.11.2025

ZWEITE VERHANDLUNGSRUNDE FÜR HANDELSARBEITER:INNEN ERGEBNISLOS – BUNDESREGIERUNG MIT AM TISCH?

Auch die zweite Runde der KV-Verhandlungen für rund 150.000 Handelsmitarbeiter:innen endete am 19.11.2025 ohne Ergebnis. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber:innenseite liegt bei 2,25 Prozent – deutlich unter der rollierenden Inflation. Zusätzlich zu einer realen Lohnerhöhung fordern die Gewerkschaften Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, etwa die Einführung von Sonntagszulagen und eine Erhöhung des Nachtarbeitszuschlags. Entgegenkommen gab es bisher keines.

Zwei Handelsmitarbeiter räumen Regale in einem Supermarkt ein. | © Adobe Stock/Dusan Petkovic
Auch die zweite Runde der Verhandlungen im Handel war ergebnislos. | © Adobe Stock/Dusan Petkovic

Arbeitgeber-Chefverhandler und WKÖ-Bundesspartenobmann Handel, Rainer Trefelik, betont die wirtschaftlich schwierige Lage vieler Handelsbetriebe. Laut Christina Heitzinger, vida-Verhandlungsleiterin, argumentierte er zudem, „der Kanzler und der Vizekanzler würden ihn persönlich anrufen und schelten, sollte er einen Abschluss über der Inflation unterschreiben.“ Heitzinger kontert scharf: „Wenn es die Bundesregierung als so dringlich erachtet, irgendwo die Löhne zu drücken, könnte sie bei der Wirtschaftskammer anfangen. Unsere Handelsarbeiter:innen mit einem Mindestlohn von 2.092 Euro brutto sind wahrlich nicht die besten Adressat:innen für Einsparungsfantasien.“ Die dritte KV-Verhandlungsrunde ist für den 3. Dezember angesetzt.

18.11.2025

KUNDGEBUNG: “DIE ZEIT DER STILLEN HELD:INNEN IST VORBEI”

Mit Plakaten und Pfeifen machten Beschäftigte aus Gesundheits- und Sozialberufen am 18. November im Wiener Sigmund-Freud-Park auf ihre Situation aufmerksam. Zu der Demonstration hatten die Gewerkschaften GPA und vida geladen. Anlass war das Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde für die rund 130.000 Beschäftigten der privaten Sozialwirtschaft.

Die #Lohnverhandlungen für #Sozialwirtschaft und #Handel gehen heute in die nächste Runde. Die Entwicklung von Preisen und Tariflöhnen seit 2021 zeigt: Die letztjährigen Abschlüsse haben den in der Hochinflationsphase entstandenen Kaufkraftverlust noch nicht ausgeglichen. 1/

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— Barbara Schuster (@barbaraschuster.bsky.social) 13. November 2025 um 12:30

Teilnehmer:innen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gingen unter dem Motto: „Profis verdienen mehr” demonstrieren. Damit gemeint waren höhere Löhne, eine 35-Stunden-Woche, eine zusätzliche Urlaubswoche und bessere Rahmenbedingungen gemeint, die längst überfällig scheinen. Im aktuellen Arbeitgeberangebot von 3,54 Prozent finden sich keine dieser Forderungen wieder. Die Gewerkschaften halten an ihrer Forderung von 6,1 Prozent fest und verweisen auf die zentrale Rolle der Branche für das Gemeinwesen. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 27. November Klarheit bringen.

17.11.2025

KV PRIVATKRANKENANSTALTEN: KEINE EINIGUNG NACH DRITTER RUNDER

Auch bei den Privatkrankenanstalten gibt es derweil kein Ergebnis. Für rund 10.000 Mitarbeitende in 80 Häusern österreichweit endeten die Verhandlungen am Montag ohne Teuerungsausgleich. Die Arbeitgeber boten lediglich 2,5 Prozent für 2026 sowie jeweils 1,25 Prozent für 2027 und 2028, doch die Gewerkschaft lehnte ab. „Wer glaubt, seine Ausgaben auf dem Rücken arbeitender Menschen reduzieren zu können, trägt Mitverantwortung, wenn das Gesundheitssystem weiter ins Wanken gerät”, kritisiert Harald Steer, Verhandler der Gewerkschaft vida und Betriebsratsvorsitzender im Anton-Proksch-Institut.

Portrait Harald Steer, Betriebsratsvorsitzender beim Anton-Proksch-Institut der VAMED AG, im Interview über Arbeitsbedingungen verbessern.
„Diese Kompromisslosigkeit der Arbeitgeber könnte nicht nur den Beschäftigten teuer zu stehen kommen, sondern auch den Patient:innen“, Harald Steer, Verhandler der Gewerkschaft vida und Betriebsratsvorsitzender im Anton-Proksch-Institut findet klare Worte. | © Markus Zahradnik

Die Branche steckt seit Jahren in der Krise: In allen Bereichen fehlt Pflege- und Betreuungspersonal, Beschäftigte arbeiten am Limit, müssen oft kurzfristig einspringen und steigende Anforderungen stemmen. Patient:innen wiederum warten teils länger auf Behandlung und Therapieplätze. Angesichts dessen verdienen die Beschäftigten mehr Geld, meint Steer. Die Gewerkschaft vida hält deshalb österreichweite Betriebsversammlungen ab, um die Beschäftigten über den Stand der Verhandlungen zu informieren. Der nächste Verhandlungstermin wurde von Arbeitgeberseite vom 3. auf den 11. Dezember verschoben.

14.11.2025

ZWEITE RUNDE IM HANDEL ENDET OHNE ERGEBNIS

Für die rund 430.000 Angestellten und 20.000 Lehrlinge im Handel ist ein Ende der Verhandlungen noch nicht in Sicht: Die zweite Verhandlungsrunde dauerte neun Stunden und endete ergebnislos. Die Arbeitgeber boten 2,25 Prozent, die Gewerkschaft verweist auf eine Inflationsrate von 3,0 Prozent und lehnte ab. GPA-Chefverhandler Mario Ferrari spricht von „deutlich auseinanderliegenden Positionen“. Er fordert ein verbessertes Angebot, das die Leistung der Beschäftigten abbildet. Andernfalls seien weitere Schritte nötig.

Vergangene Woche verabschiedeten die Betriebsrät:innen eine Resolution, in der sie alle betriebsrätlichen und gewerkschaftlichen Maßnahmen unterstützen, sollte kein tragfähiges Angebot vorgelegt werden. Nun folgen Betriebsversammlungen in allen Bundesländern. „In der kommenden Woche werden wir die Beschäftigten in allen Bundesländern über den aktuellen Verhandlungsstand informieren und weitere Schritte beraten, sollte es auch in der nächsten Verhandlungsrunde zu keinem fairen Angebot kommen“, erklärte Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der Gewerkschaft GPA und Betriebsratsvorsitzender der Morawa Buchhandlungen in einer Aussendung.

Die Wirtschaftskammer Österreich bewertet die Lage anders. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer, spricht von „sehr guten und intensiven Gesprächen“. Gleichzeitig gelte es das schwierige Umfeld abzubilden, in dem sich der Handel befände. Fakt ist auch: Die Branche erlebt aktuell einen leichten Aufwärtstrend. Der Inlandskonsum ist zentral für das Wachstum, weshalb stabile Einkommen eine wichtige Rolle spielen. Am 24. November gehen die Verhandlungen weiter.

Handel und Sozialwirtschaft sind systemrelevante Branchen für unsere Versorgung. Nach Jahren hoher #Inflation ist es sinnvoll die #Kaufkraft jener zu stabilisieren, die diese wichtigen Leistungen für uns alle auch erbringen. 6/

— Barbara Schuster (@barbaraschuster.bsky.social) 13. November 2025 um 12:30

AUCH IN DER SOZIALWIRTSCHAFT KEINE EINIGUNG

Für die rund 130.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich endet die zweite Runde ohne Einigung. Nur 2,5 Prozent auf zwei Jahre boten die Arbeitgeber. Aus Sicht der Gewerkschaften ist das zu wenig: Das Angebot entspricht nur 1,25 Prozent pro Jahr und liegt damit deutlich unter der Inflationsrate. Die Gewerkschaften kündigten an, den Druck durch Betriebsversammlungen und Kundgebungen zu erhöhen.

Eine Pflegerin arbeitet in einem Krankenhaus.
Kein Ergebnis gibt es bei den Verhandlungen in der Sozialwirtschaft. | © Adobe Stock/Jean-Luc Flémal – BE

Michaela Guglberger, Verhandlerin für die Gewerkschaft vida, betont: „Die Vorstellung, dass der Sozialbereich, der nach wie vor händeringend Personal sucht und zigtausende Stellen ausgeschrieben hat, nachhaltig funktionieren kann, ohne dass die Gehälter an die Teuerung angepasst werden, ist absurd.“ Arbeitgeber-Chefverhandlerin Yvonne Hochsteiner von der SWÖ verwies hingegen auf enge Budgets. Hintergrund seien die aktuellen Kürzungen auf Bundes- und Landesebene, die den Sozial- und Pflegebereich massiv unter Druck setzten und die Versorgungssicherheit gefährdeten.

11.11.2025

KEINE EINIGUNG IN DER SICHERHEITSBRANCHE

Auch die zweite Verhandlungsrunde in der Sicherheitsbranche blieb ergebnislos. Die Arbeitgeber boten eine durchschnittliche Erhöhung von 3,01 Prozent, was für die Gewerkschaft vida zu wenig ist. Sie sprach von einer „Mogelpackung“: Der Großteil der Beschäftigten würde demnach nur rund 2,8 Prozent mehr verdienen. Das liegt deutlich unter der rollierenden Inflation von 3,01 Prozent. Dabei verbuchte die Branche im Vorjahr sogar gestiegene Umsätze. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 27. November angesetzt.

Für die Beschäftigten in der Sicherheitsbranche gibt es noch kein Lohnplus. | © Adobe Stock/lovelyday12

7.11.2025

KV-VERHANDLUNGEN FÜR TELEFOM-BESCHÄFTIGTE VERTAGT

Nach acht Stunden intensiven Verhandlungen war Schluss: Die Arbeitgeberseite schlug den Beschäftigten in der Telekombranche eine Lohnerhöhung deutlich unter 2 Prozent vor. Damit lag sie weit unter den Forderungen der Gewerkschaft, die das Angebot daraufhin ablehnte.

Die Forderungen im Überblick
  • Gehaltserhöhung über der Inflationsrate
  • einen freien Tag zur Einschulung des Kindes
  • je zwei Urlaubstage nach 35, 40 und 45 Jahren Betriebszugehörigkeit,
  • Überstunden-Zuschläge ab 38,5 Stunden Wochenarbeitszeit,
  • eine automatische Vorrückung von der Fach- auf die Expertenstufe in den Verwendungsgruppen 4 und 5 nach 8 Jahren Betriebszugehörigkeit
  • sowie eine Verlängerung der Freizeitoption.

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 10. November 2025 statt.

Standort der A1 in Wien. Symbolbild für die Kollektivvertragsverhandlungen
Die erste Runde für die KV-Verhandlungen der Telekombranche ist ergebnislos abgebrochen worden.

7.11.2025

HANDEL: ERSTE RUNDE ERGEBNISLOS

Am 6. November ging die erste Verhandlungsrunde im Handel nach sieben Verhandlungsstunden ergebnislos zu Ende. Eigentlich war die Gehaltsanpassung für 2026 bereits im Vorjahr verhandelt worden, doch aufgrund der hohen Inflation muss diese für die rund 430.000 Angestellten und 20.000 Lehrlinge jetzt neu aufgeschnürt werden. Die gute Nachricht: Die Branche erlebt aktuell einen leichten Aufschwung, während die Personalkosten stabil sind. Nur die Energiekosten machen dem Handel und seinen Mitarbeiter:innen Probleme.

Eine Frau sortiert Kleidung in Regale ein. Symbolbild: Die erste Verhandlung im Handel war ereignislos. Symbolbild für die KV-Verhandlungen 2025
Die erste Verhandlungsrunde im Handel war ereignislos. | © Adobe Stock/bnenin

Mario Ferrari, Chefverhandler der GPA erklärt: „Die Kolleginnen und Kollegen müssen den Preisen bei ihrer täglichen Arbeit beim Steigen zusehen. Wir werden dafür kämpfen, dass sie einen fairen Ausgleich für ihre harte Arbeit bekommen!“ Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, zeigte sich nach dem Treffen versöhnlich und bezeichnete das Gesprächsklima bezeichnete er als „sehr konstruktiv“. In der kommenden Woche werden die Betriebsrät:innen über die Ergebnisse informiert.

7.11.2025

WKO: GEHALTSERHÖHUNG WIRD REDUZIERT

Die Wirtschaftskammer (WKO) hat ihre ursprünglich geplante Gehaltserhöhung nach massiver Kritik deutlich reduziert. Präsident Harald Mahrer kündigte an, dass es im ersten Halbjahr 2026 keine Erhöhung geben wird, im zweiten Halbjahr dafür 4,2 Prozent. Damit liegt das Jahresplus rechnerisch bei rund 2,1 Prozent, allerdings bei einer höheren Ausgangsbasis für das Folgejahr. Ursprünglich war ein deutliches Plus über der Inflation vorgesehen, was parteiübergreifend als „abgehoben“ und „unsensibel“ kritisiert wurde – auch wegen der angespannten Wirtschaftslage und der niedrigen KV-Abschlüsse in anderen Branchen.

WKO-Präsident Harald Mahrer kündigte an, dass es im ersten Halbjahr keine Erhöhung geben wird. Symbolbild für die KV-Verhandlungen 2025
WKO-Präsident Harald Mahrer kündigte an, dass es im ersten Halbjahr keine Erhöhung geben wird. | © Michael Indra / SEPA.Media / picturedesk.com

Mahrer begründete seinen Eingriff mit der „gesamtstaatlich schwierigen Situation“ und sprach von einem „gemeinsamen österreichweiten Signal“. Seit 2015 lagen die durchschnittlichen Gehaltserhöhungen der WKO-Mitarbeiter:innen mit 2,6 Prozent hinter denen im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft zurück. Während Opposition und Wirtschaft die Kammer für ihr Vorgehen scharf kritisierten, lobte ausgerechnet die Gewerkschaft vida den Schritt als Zeichen gegen Lohnzurückhaltung. „Wenn die Wirtschaftskammer bei sich selbst erkennt, dass faire Löhne die Grundlage für Stabilität sind, dann sollte sie diese Erkenntnis auch in die laufenden Kollektivvertragsverhandlungen mitnehmen. Kaufkraftstärkung ist keine Gefahr für die Wirtschaft – sie ist ihre Voraussetzung“, so Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

24.10.2025

ABSCHLUSS IM METALLGEWERBE STEHT

Das Metallgewerbe hat einen neuen Kollektivvertragsabschluss – und das gleich für zwei Jahre. Rund 120.000 Arbeiter:innen und 19.000 Lehrlinge aus den Bereichen Elektrotechnik, Metalltechnik, Mechatronik, Kfz-Technik und Installation erhalten eine Lohnerhöhung.
Ab 1. Jänner 2026 steigen die KV-Löhne um 2,2 Prozent, die Ist-Löhne um 1,8 Prozent. „Das Gesamtpaket mit dauerhaften Erhöhungen für zwei Jahre sichert die Kaufkraft der Beschäftigten und gibt den vielen kleinen Gewerbebetrieben die nötige Planungssicherheit in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten“, sagt PRO-GE-Chefverhandler Reinhold Binder.

Besonders profitieren Lehrlinge und junge Fachkräfte. Das Lehrlingseinkommen steigt auf 1.000 Euro im ersten Lehrjahr und Lehrlinge erhalten ein Klimaticket. Der Einstiegslohn für Facharbeiter:innen wird iauf 3.000 Euro angehoben. Auch für das Jahr 2027 steht die Erhöhung bereits fest: Ab Januar steigen die KV-Löhne um weitere 2 Prozent, die Ist-Löhne um 1,8 Prozent.

Der Abschluss im Überblick
  • KV-Löhne: +2,2 % ab 1. Jänner 2026
  • Ist-Löhne: +1,8 % ab 1. Jänner 2026
  • Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulage, Zulage für 2. Schicht, Montagzulage: +2,2 %
  • Aufwandsentschädigungen: +2 %
  • Kilometergeld: Erhöhung auf 50 Cent pro Kilometer
  • Zulage für 3. Schicht bzw. Nachtarbeit: Stufenplan bis 2029, Anhebung auf 4 Euro pro Stunde
  • 1. Lehrjahr: 1.000 Euro, steigt bis zum 4. Lehrjahr auf 2.000 Euro an.
  • Einstiegslohn für Facharbeiter:innen: ab Jänner 2027 mindestens 3.000 Euro nach abgeschlossener Lehre
  • Erhöhungen 2027:
  • KV-Löhne: +2 %
  • Ist-Löhne: +1,8 %
Eine Frau trägt eine Sicherheitsbrille und arbeitet mit Metall. Symbolbild für die KV-Verhandlungen 2025
1.000 Euro im ersten Lehrjahr und ein Klimaticket obendrauf: Der neue KV-Abschluss soll die Lehre im Metallgewerbe attraktiver machen. | © Adobe Stock/goodluz

23.10.2025

SICHERHEIT ZUM SPARTARIF? VERHANDLUNGEN IN DER BEWACHUNGSBRANCHE GESTOPPT

Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 18.000 Beschäftigten der Sicherheitsbranche endete ergebnislos und hinterließ spürbaren Unmut auf Seiten der Arbeitnehmer:innen. Das Angebot der Arbeitgeber:innen mit 1,7 Prozent Lohnerhöhung und zwei Einmalzahlungen zu je 125 Euro im Jahr 2026 lag deutlich unter den Erwartungen. „Diese beiden Einmalzahlungen als ‚Kaufkraftsicherungsprämie‘ verkaufen zu wollen, kommt einer Verhöhnung der Beschäftigten gleich“, ist Gernot Kopp, Verhandlungsleiter der Gewerkschaft vida und Vorsitzender des vida-Fachbereichs Gebäudemanagement, empört. Die Gewerkschaft fordert drei Prozent mehr Lohn – und bessere Arbeitsbedingungen.

Hinter den Zahlen steht eine harte Realität. Das Einstiegsgehalt in der Sicherheitsbranche liegt bei 2.100 Euro brutto. Wer davon lebt, spürt jede Teuerung unmittelbar: steigende Mieten, höhere Strompreise, teure Lebensmittel. „Wer Sicherheit schafft, verdient selbst Sicherheit“, sagt Kopp.Wie unsicher die Arbeitsbedingungen sind, zeigen wir in diesem Artikel.  Am 11. November wird weiterverhandelt – mit offenem Ausgang.

Zwei Männer mit Sicherheitsweste. Auf der Sicherheitsweste steht "Security".
„Kaufkraftsicherungsprämie“? Für die Beschäftigten der Sicherheitsbranche reicht das nicht. Die Gewerkschaft fordert mehr Lohn und sichere Arbeitsbedingungen. | © Adobe Stock/Wayne H

EINIGUNG IN DER BRAUINDUSTRIE

Aufatmen bei den Brauern: Am 23. Oktober haben Arbeitgeber und Gewerkschaften der Brauindustrie einen neuen Kollektivvertrag erzielt. Demnach steigen die Löhne und Gehälter um 2,55 Prozent, ebenso die Lehrlingsvergütungen, Zulagen und Zuschläge. Angesichts des schwächelnden Biermarkts – der Bierabsatz ist zuletzt um acht Prozent gesunken – ist dies ein gutes Zeichen, da es die Planungssicherheit für Betriebe und Beschäftigte garantieren soll. „Durch die zügigen Verhandlungen schaffen wir die dringend benötigte Planbarkeit und Sicherheit für die Betriebe sowie die Beschäftigten. Die Kolleginnen und Kollegen leiden jedoch weiterhin unter der Teuerung. Umso wichtiger ist es, dass wir mit dem heutigen Abschluss nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhungen sichern konnten”, sagen die Verhandler der Arbeitnehmer:innenseite, Bernhard Hirnschrodt (Gewerkschaft GPA) und Patrick Stockreiter (Gewerkschaft PRO-GE).

Der Abschluss im Überblick
  • KV-Löhne und Ist-Löhne und -Gehälter steigen um 2,55 Prozent.

  • Lehrlingseinkommen, Zulagen und Zuschläge werden ebenfalls um 2,55 Prozent erhöht.

  • Der Preis für den Haustrunk (vergünstigtes Bier für Mitarbeiter) wird einmalig um 2,55 Prozent angehoben.

Weibliche Braumeisterin hält ein Glas Craft-Bier und begutachtet es.
Die Löhne, Gehälter und Lehrlingsvergütungen steigen in der Brauindustrie um 2,55 Prozent. | © Adobe Stock/Koldo_Studio

22.10.2025

ERSTE RUNDE IN DER SOZIALWIRTSCHAFT OHNE ERGEBNIS

Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten in der privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebranche endete am Dienstag ohne Ergebnis. Während die Gewerkschaften eine Gehaltserhöhung von vier Prozent verlangen, lehnen die Arbeitgeber eine Anpassung an die Inflation ab. Nach sieben Stunden in der ÖGB-Zentrale zeigten GPA und vida ihre Verärgerung und kündigten Aktionen während der Arbeitszeit an. GPA-Verhandlerin Eva Scherz warf den Arbeitgebern vor, die Arbeit von Pflegerinnen, Elementarpädagoginnen und Behindertenbetreuerinnen gering zu schätzen, und sprach von „null Interesse an einem fairen Abschluss“.

Eva Scherz verhandelt seit 20 Jahren KVs bei der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). | © Markus Zahradnik
Eva Scherz verhandelt seit 20 Jahren KVs bei der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Vorbereitung und Respekt seien zentral – und: „Es hilft, wenn Arbeitgeber:innen die Sozialpartnerschaft positiv sehen.“ | © Markus Zahradnik

21.10.2025

VERHANDLUNGSAUFTAKT IN DER SOZIALWIRTSCHAFT

Es geht um mehr Geld und bessere Arbeitszeiten: In der Sozialwirtschaft haben am Dienstag die Kollektivvertragsverhandlungen begonnen. Vertreter:innen von Gewerkschaften und Arbeitgebern trafen in der ÖGB-Zentrale zur ersten Runde zusammen – ein rascher Abschluss gilt jedoch als unwahrscheinlich. Die Gewerkschaften vida und GPA fordern für die rund 130.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich ein Gehaltsplus von vier Prozent. Ein Abschluss unter der Inflationsrate komme nicht infrage, betonte GPA-Verhandlerin Eva Scherz.

Neben einer Inflationsabgeltung verlangen die Gewerkschaften Verbesserungen bei Arbeitszeit und -bedingungen, insbesondere für Teilzeitbeschäftigte. Die Arbeitgeberseite warnt dagegen vor engen finanziellen Grenzen aufgrund gekürzter und gestrichener Förderungen. Pflegeheime, Behindertenhilfe, Kinderbetreuung und Sozialarbeit gerieten zunehmend an ihre Grenzen, sagt Yvonne Hochsteiner, Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite.

Heute beginnen die Verhandlungen für 130.000 Beschäftigte im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich. Gemeinsam kämpfen wir mit der Gewerkschaft vida​ fordern wir eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um +4%! Alle Infos hier ➡️ https://meine.gpa.at/sozialwirtschaft

— Gewerkschaft GPA (@gewerkschaftgpa.bsky.social) 21. Oktober 2025 um 06:03

17.10.2025

HANDELS-KV WIRD NEU VERHANDELT

Da die Inflation zwischen Oktober 2024 und September 2025 bei 3,02 Prozent lag, muss der im Vorjahr vereinbarte zweijährige Kollektivvertrag für Handelsangestellte aufgeschnürt werden. Das war zwischen Gewerkschaft GPA und Wirtschaftskammer so vereinbart. Die ursprüngliche Regelung sah für die rund 450.000 Angestellten und Lehrlinge sowie die 120.000 Arbeiter:innen gestaffelte Gehaltserhöhungen leicht über der Inflation vor – allerdings nur bis zu einer Inflation von maximal 2,9 Prozent.

Aufgrund der hohen Inflation wird der Handels-KV neu verhandelt. | © Adobe Stock/gpointstudio
Aufgrund der hohen Inflation wird der Handels-KV neu verhandelt. | © Adobe Stock/gpointstudio

GPA-Bundesgeschäftsführer Mario Ferrari betont, dass man sich nicht an anderen Branchen wie der Metallindustrie orientieren werde, die eine Erhöhung von 2 Prozent erzielt hat – also weniger als die Inflation. „Lohnzurückhaltung ist nicht die Lösung“, so Ferrari. Stattdessen wolle man die etwas bessere als erwartete wirtschaftliche Lage im Handel als Grundlage nehmen. Die Handelskammer verweist hingegen auf hohe Personalkosten. Für November sind bereits drei Verhandlungstermine vereinbart.

16.10.2025

VOLLE KRAFT VORAUS: LOHNPLUS FÜR DIE EISENBAHNER

Auf Schiene: Nach vier Verhandlungsrunden steht der neue Kollektivvertrag für die rund 55.000 Beschäftigten im Bahnsektor fest. Mit einer Lohnerhöhung von 3 Prozent wird die rollierende Inflation ausgeglichen – ein klares Zeichen für eine Branche, die trotz des Krisenjahres Fahrgastrekorde verzeichnen kann. Außerdem steigen die Zulagen für Sonn- und Feiertagsdienste, und es gibt mehr Urlaubstage. Damit werden die Belastungen der modernen Arbeitswelt endlich ernst genommen.

„Die Eisenbahnbranche erlebt einen Fahrgastrekord nach dem anderen und hält Österreich auch in Krisenjahren jeden Tag am Laufen. Die Beschäftigten tragen gerade in Zeiten eines massiven Angebotsausbaus maßgeblich zum Erfolg bei und schaffen Wertschöpfung“, sagt Gerhard Tauchner, vida-Verhandlungsleiter und Vorsitzender des vida-Fachbereichs Eisenbahn.

Der Abschluss im Überblick
  • 3 Prozent Lohnerhöhung auf KV- und IST-Gehälter bis zu einer maximalen
  • Erhöhung von 150 Euro ab Dezember 2025
  • Anpassung der valorisierbaren Nebenbezüge um 3 Prozent
  • Erhöhung der Sonn- und Feiertagszulage um 8,36 Prozent
  • 3 zusätzliche Urlaubstage ab dem 15. Jahr Unternehmenszugehörigkeit
  • Erreichen der 6. Urlaubswoche bereits ab dem 18. Jahr Unternehmenszugehörigkeit
Ein Mitarbeiter von der ÖBB steigt in einen Zug.
Die Eisenbahner haben einen Abschluss. | © Unsere Bahnen

10.10.2025

ABSCHLUSS FÜR BEAMT:INNEN

Nach nur einer Woche Verhandlungen haben sich Regierung und Gewerkschaft GÖD auf einen neuen Gehaltsabschluss für Beamt:innen geeinigt. Das Besondere: Eigentlich wurde im Vorjahr bereits für dieses Jahr ein Abschluss verhandelt. Im Vorjahr war vereinbart worden, die Gehälter für 2025 um 0,3 Prozent über der rollierenden Inflation zu erhöhen. Angesichts der angespannten Budgetsituation bat die Regierung jedoch um neue Gespräche. Die Gewerkschaft stimmte dem nur unter der Bedingung zu, dass es nicht zu den von der Regierung angedrohten Nulllohnrunden für 2027 und 2028 kommen würde.

Ein Lehrer steht mit einem Schüler an der Tafel. Symbolbild für den Abschluss der Beamt:innen.
Die Regierung und Beamt:innen haben eine Einigung erreicht. Erstmals waren bereits abgeschlossene Verhandlungen neu aufgerollt worden. | © Adobestock/Svitlana

Nun steht das Ergebnis der Verhandlungen fest. Im ersten Halbjahr 2026 bleibt es doch bei einer Nulllohnrunde, erst ab Juli steigen die Gehälter um 3,3 Prozent. Für 2027 und 2028 sind weitere Erhöhungen von jeweils 1 Prozent vorgesehen, was im Schnitt ein Plus von 1,5 Prozent pro Jahr ergibt. Die Verschiebung bringt laut SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer rund 300 Millionen Euro Entlastung für das Budget. Sowohl Regierung als auch Gewerkschaft sprechen von einem fairen Kompromiss, der die Sozialpartnerschaft stärke und soziale Staffelungen zugunsten niedrigerer Einkommen sicherstelle.

10.10.2025

BAHN-KV: VERHANDLUNGEN AUF DER ZIELGERADEN

Nach drei Verhandlungsrunden zwischen der Gewerkschaft vida und dem Fachverband Schienenbahnen in der WKÖ zeichnet sich eine Einigung im Kollektivvertrag für rund 55.000 Eisenbahnbeschäftigte ab. Die Verhandlungen hatten am 22. September zeitgleich mit der Metallindustrie gestartet. Nach dem Abschluss der Metaller:innen gab es Bedenken und Druck, dass auch der Abschluss der Eisenbahnbeschäftigte unter der Inflation ausfallen könnte. Nun scheint eine Einigung in Sicht.

Ein Zug am Hauptbahnhof Wien. Symbolbild dafür, dass die KV-Verhandlungen kurz vor dem Abschluss stehen.
Eine Einigung für Eisenbahner:innen ist in Sicht. Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss. Beide Seiten sind optimistisch. | © Adobestock/den-belitsky

Beide Seiten berichten nach der dritten Verhandlungsrunde von konstruktiven Gesprächen. „Wir sind heute einen großen Schritt weitergekommen. Das Verhandlungsklima ist positiv, und wir nähern uns einem Abschluss, der für beide Seiten abbildbar ist, also auch die wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen der Unternehmen berücksichtigt“, betont Thomas Scheiber, Verhandlungsführer und Obmann-Stellvertreter der Schienenbahnen in der WKÖ. Laut vida-Verhandlungsleiter Gerhard Tauchner stehen die finalen Berechnungen kurz vor dem Abschluss, Ziel sei ein „fairer und tragfähiger Abschluss“ Mitte Oktober. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 15. Oktober statt – mit Aussicht auf einen Durchbruch.

01.10.2025

GEWERKSCHAFT FÜR 130.000 BESCHÄFTIGE DER PRIVATEN SOZIALWIRTSCHAFT IN VERHANDLUNGEN

Heute starteten die Kollektivvertragsverhandlungen für 130.000 Beschäftigte in der privaten Sozialwirtschaft, die beispielsweise bei Volkshilfe, Hilfswerk, Lebenshilfe, Jugend am Werk sowie in privaten Pflegeeinrichtungen beschäftigt sind. Die Gewerkschaften vida und GPA verhandeln. Bevor es am 21. Oktober zu der ersten Verhandlungsrunde kommt, wurden heute Forderungen und Erwartungen an die jeweilige Gegenseite übergeben. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter über der Inflationsrate. „Etwas anderes ist nicht vorstellbar“, so Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA. Die Arbeitgeberseite beharrt auf Arbeitsplatzsicherung und verweist auf Einsparungen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene.

Kinder malen, während eine Betreuerin sich um sie kümmert. Symbolbild für die Verhandlungen der privaten Sozialwirtschaft.
Die Verhandlungen der privaten Sozialwirtschaft haben begonnen. Rund 70 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. | © Adobe Stock/liderina

In dieser Branche stehen soziale Dienstleistungen im Mittelpunkt: Pflege, Kinder- und Jugendbetreuung, Behindertenbetreuung oder Sozialarbeit. Rund 70 Prozent der Beschäftigten in der Sozialwirtschaft sind Frauen, der Großteil arbeitet in Teilzeit. „Das Thema Arbeitszeit, insbesondere Teilzeit, liegt unseren Kolleginnen und Kollegen am Herzen. Wir werden daher heuer neben dem Einkommensthema auch hier auf Verbesserungen hinwirken“, erklärt Michaela Guglberger, Verhandlerin für die Gewerkschaft vida. Yvonne Hochsteiner, Vertreterin der Arbeitgeberseite und Geschäftsführerin der Sozialwirtschaft Österreich, zeigt sich im Ö1-Morgenjournal nicht optimistisch: „Es gibt Spardruck vonseiten des Bundes, der Länder und der Gemeinden, das heißt, wir haben eine sehr düstere Ausgangslage.“

30.9.2025

ERSTE VERHANDLUNGSRUNDE DER BEAMT:INNEN ERGEBNISLOS

Die Regierung und Gewerkschaft haben heute erstmals über die Gehälter im öffentlichen Dienst verhandelt. Gut zwei Stunden wurde diskutiert, wesentlich näher gekommen sei man sich nicht. Welche Zahlen auf dem Tisch waren, ist unklar, aber Eckehard Quin, Vorsitzender der Beamtengewerkschaft GÖD sagt: „Naturgemäß ist man im Moment noch sehr weit auseinander.“ Das Angebot der Regierung sei ungenügend gewesen.

Drei Polizisten vor ihrem Polizeiauto. Symbolbild für: Nachdem im Vorjahr bereits die Gehaltsanpassung vereinbart wurde, gab es heute auf Wunsch der Regierung erneut Verhandlungen.
Nachdem im Vorjahr bereits die Gehaltsanpassung vereinbart wurde, gab es heute auf Wunsch der Regierung erneut Verhandlungen. | © Adobe Stock/Spitzi-Foto

Auch die Regierungsseite war unzufrieden. Beamtenstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) sah „harte, intensive Verhandlungen“ und meinte: „Ich hoffe, dass wir eine Einigung finden können.“ SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer sehe klar, dass die Ausgangslage schwierig sei. Im Vorjahr habe man vereinbart, dass 0,3 Prozent über der Inflation abgeschlossen wird. Da jedoch nun die Budgetsituation der Regierung angespannt sei, hatte die Regierung um erneute Verhandlungen gegeben, denen die Gewerkschaft zugestimmt hat, sofern die angedrohten Nulllohnrunden von 2027 und 2028 vom Tisch seien.

29.9.2025

EISENBAHN, LUFTFAHRT SOWIE HANDEL UND LOGISTIK

In den vida-Branchen Eisenbahn, Luftfahrt sowie Handel und Logistik gehen die Kollektivvertragsverhandlungen weiter. Am 25. September gab die Gewerkschaft bei einer Pressekonferenz Einblick in den Stand der Verhandlungen. Denn dieses Jahr werden die Karten neu gemischt: Während der Abschluss der Metall-Industrie normalerweise Wegweiser für die restlichen Verhandlungen ist, kann das dieses Jahr für die Eisenbahn-Branche mit rund 55.000 Beschäftigten in über 90 österreichischen Eisenbahnunternehmen nicht gelten. Eine vida-Umfrage unter 6.000 Beschäftigten zeigt: Neben einem Lohnabschluss über der Inflation fordern die Eisenbahner:innen bessere Arbeitsbedingungen, planbare Freizeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mehr Schutz vor Gewalt am Arbeitsplatz.  

Ein Zug fährt durch Österreich. Symbolbild für die aktuellen Verhandlungen der Gewerkschaft.
vida verhandelt für die Eisenbahnbranche in der Herbstlohnrunde die Kollektivverträge. | © Adobe Stock/Yuliia

Auch die rund 350 Fluglots:innen der Austro Control kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen, da sie an ihre Kapazitätsgrenzen angelangt sind. Die Luftfahrt boomt und Lots:innen müssen aufgrund von Personalmangel verpflichtend rund 20 Prozent Überstunden leisten. Am Flughafen Marseille werden für fast dieselbe Menge an Flugbewegungen mehr als doppelt so viele Fluglots:innen eingesetzt, während in Österreich rund 80 Beschäftigte fehlen. Die Gewerkschaft vida fordert die Abgeltung der Jahresinflation 2025 plus einen fairen Anteil an den Einnahmen durch den massiv gestiegenen Luftverkehrsaufkommen.  

Bei den Handelsarbeiter:innen wiederum stehen vor allem die Beschäftigten in den Lagern und der Logistik im Mittelpunkt. Sie sorgen dafür, dass Waren frisch und pünktlich in die Regale gelangen. „Viele dieser Kolleg:innen genießen wenige Privilegien und gesellschaftlich oft kein gutes Ansehen – dabei wäre die Gesellschaft ohne sie verloren“, betont Christine Heitzinger, Vorsitzende des vida-Fachbereichs Dienstleistungen. Belastungen wie Kälte in Kühllagern, eine hohe Verletzungsgefahr, Staub, Bruchware und Stress im Verkehr prägen ihren Arbeitsalltag. „Nach dem Lohnverzicht im Vorjahr brauchen die Beschäftigten einen Reallohnzuwachs. Handelsriesen machen weiterhin satte Gewinne und treiben durch regionale Preisaufschläge die Inflation an“, erklärt Heitzinger. 

25.9.2025

BEAMTENGEWERKSCHAFT OFFEN FÜR NACHVERHANDLUNGEN

Trotz eines bereits beschlossenen Gehaltsplus von rund 3,3 Prozent für 2026 – 0,3 Prozent über der Inflation – erklären sich die Beamtengewerkschaft (GÖD) gemeinsam mit der younion nun bereit, erneut mit der Regierung zu verhandeln. Hintergrund ist der Druck der Koalition, den Abschluss wegen der angespannten Budgetsituation aufzuschnüren. Im Raum steht die Drohung von Nulllohnrunden für 2027 und 2028.

Eine Lehrerin arbeitet mit einer Gruppe Kinder. Symbolbild für Verhandlungen der Beamtengewerkschaft.
Nach einer angedrohten Nullrunde kehren die Beamtengewerkschaften zurück an den Verhandlungstisch. | © Adobe Stock/Drazen

Die Gewerkschaften betonen, man wolle die Vorschläge „kritisch prüfen“ und gehe ergebnisoffen, aber nicht nachgiebig in die Gespräche. Ein erstes Sondieren in der Vorwoche blieb ohne Ergebnis. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) spricht von einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung des öffentlichen Dienstes. Es ist das erste Mal, dass über einen bereits bestehenden Abschluss nachverhandelt wird.

23.9.2025

HANDELSBRANCHE: GEWERKSCHAFT VERÄRGERT ÜBER WKO-PRÄSIDENT MAHRER

Kollektivvertragsverhandlungen verlangen Präzision, denn jede Branche folgt ihrer eigenen wirtschaftlichen Logik. Umso heikler wirkt der Vorstoß von WKO-Präsident Harald Mahrer, den jüngst erzielten Abschluss bei den Metallern zum Maßstab für andere Branchen zu erklären: „Der Handel wird auch so ein Zeichen brauchen“, sagte er.

WKÖ-Präsident Harald Mahrer richtet medial aus, dass der Metall-KV nun als Richtschnur für andere Kollektivverträge gelten soll! Solche Einmischungen lehnen wir ganz eindeutig ab!
Mehr Infos dazu hier ➡️ https://orf.at/stories/3406272

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— Gewerkschaft GPA (@gewerkschaftgpa.bsky.social) 23. September 2025 um 13:59


Für die Gewerkschaft kommt das nicht infrage. Barbara Teiber, Chefin der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), erklärt in einer Aussendung: „Dass WKÖ-Präsident Mahrer den vernünftigen Metaller-Abschluss jetzt als Blaupause für andere Branchen wie den Handel sieht und uns das medial ausrichtet, ist das Gegenteil einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. Wer weiß, ob dieser Abschluss zustande gekommen wäre, wenn Mahrer sich eingemischt hätte.“

23.9.2025

EISENBAHNER STARTEN KV-VERHANDLUNGEN – 1. RUNDE OHNE ERGEBNIS

In der ersten Runde der Lohnverhandlungen für die zirka 55.000 Beschäftigten der österreichischen Eisenbahnen konnte am Montagabend keine Einigung erzielt werden. „Wir fordern die Abgeltung der rollierenden Inflation für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner“, erklärte Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida. Man sei nicht bereit, einen Reallohnverlust hinzunehmen, denn die Branche befinde sich im Aufschwung. Das würden auch die hohe Anzahl an Überstunden, die nicht verbrauchten Urlaubstage und der hohe Personalbedarf in den kommenden Jahren belegen.

Ein Bahnschaffner steht vor einem Zug und bläst in eine Pfeife.
Die erste Runde beim Eisenbahn-KV ist ohne Ergebnis beendet worden. | © Unsere Bahnen

Nach Angaben der Gewerkschaft wollen die Arbeitgeber die Teuerung lediglich bis zu einem Bruttogehalt von 3.300 Euro ausgleichen. Grundlage der Verhandlungen ist die rollierende Inflation von Oktober 2024 bis September 2025, die derzeit zwischen 3 und 3,1 Prozent liegt. Der endgültige Wert für September wird noch berechnet.

Zunächst sei das Gesprächsklima konstruktiv gewesen, hieß es aus Gewerkschaftskreisen. Dann allerdings machte der Abschluss in der Metallindustrie die Runde, der unterhalb der Teuerungsrate lag. Auf Arbeitgeberseite kippte daraufhin die Stimmung.

Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 1. Oktober angesetzt.

22.9.2025, 18:00 Uhr

METALLER-ABSCHLUSS: 2 PROZENT MEHR LOHN FÜR 2025

Das ging schnell: Bereits nach einer einzigen Verhandlungsrunde liegt ein KV-Abschluss für die Metallindustrie vor. Ab dem 1. November 2025 steigen die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter sowie die Lehrlingseinkommen um zwei Prozent. Die Ist-Einkommen werden um 1,41 Prozent erhöht und die Zulagen steigen um zwei Prozent. Für die Nachtarbeit und die dritte Schicht gibt es ein Plus von 7,54 Prozent. Hinzu kommen Kaufkraftsicherungsprämien: Insgesamt erhalten die Beschäftigten 1.000 Euro, die Lehrlinge einmalig 250 Euro. Die Prämie kann gleichzeitig auch in bis zu vier bezahlte Freizeittage umgewandelt werden. Dafür ist eine Betriebsvereinbarung notwendig.

Eine Person in Schutzausrüstung schweißt ein Stück Metall. Symbolbild für die KV-Verhandlungen.
Lohnzuwachs gibt es in der Metallindustrie – trotz wirtschaftlich schweren Zeiten. | © Adobe Stock/motorradcbr

Auch für das Jahr 2026 ist bereits vorgesorgt: Ab November 2026 steigen die KV-Löhne um 2,1 Prozent und die Ist-Einkommen um 1,9 Prozent. Lehrlinge erhalten ebenfalls 2,1 Prozent mehr. Die Zulage für Nacht- und Schichtarbeit wird um 7,01 Prozent erhöht und die Aufwandsentschädigungen steigen um 2,1 Prozent.

Der KV-Abschluss bringt einen Lohnzuwachs – trotz der längsten Wirtschaftsflaute seit 1945. Besonders die exportabhängige Metallindustrie leidet unter der Rezession. Viele Betriebe stecken in Schwierigkeiten und waren von Produktionsrückgängen betroffen. „Angesichts der dramatischen Situation haben wir gemeinsam mit unseren Sozialpartnern Verantwortung übernommen“, sagen die beiden Chefverhandler Reinhold Binder (PRO-GE) und Mario Ferrari (GPA) in einer Aussendung.

22.9.2025, 11:00 Uhr

METALLER-KV: START DER VERHANDLUNGEN

Mit den Kollektivvertragsverhandlungen in der Metallindustrie beginnt die Herbstlohnrunde – und die gleich mit einem Bruch der Traditionen. Die Gewerkschaft PRO-GE verzichtet heuer auf die Ansage des geforderten prozentualen Lohnzuwachses zum Auftakt. Ihr Ziel bleibt allerdings unverändert: Es gilt, die Kaufkraft zu sichern und eine Nulllohnrunde zu verhindern. PRO-GE-Chef Reinhold Binder erklärte Montagfrüh im Ö1-Morgenjournal, dass „es durchaus auch einen raschen Abschluss geben kann“, wenn das Angebot der Arbeitgeber:innenseite stimme. Man sehe „die Kollektivvertragsarbeit als Operieren am offenen Herz“, so Binder.

Portrait von Reinhold Binder. Chefverhandler der Gewerkschaft PRO-GE, im Interview zur Herbstlohnrunde 2024.
„Kollektivvertragsarbeit ist Operieren am offenen Herz“, erklärt Reinhold Binder von der PRO-GE. | © Markus Zahradnik

Für rund 190.000 Beschäftigte in rund 1.100 Betrieben wird im Metaller-KV verhandelt. Damit geht es nicht nur um ein Drittel der Industriearbeitsplätze in Österreich, sondern auch um die Frage, wie sich Krisenlasten der vergangenen Jahre zwischen Beschäftigten und Unternehmen verteilen. Nach einem kurzen Rückgang im Frühjahr kletterte die Teuerung zuletzt wieder deutlich nach oben. Im August lag die Inflation bei 4,1 Prozent. Als Orientierung für die Herbstverhandlungen dient üblicherweise die rollierende Inflation der vergangenen zwölf Monate – sie liegt derzeit bei 2,8 Prozent.

9.9.2025

WIE LAUFEN DIE KV-VERHANDLUNGEN AB?

Bevor es los geht, die große Frage: Wie laufen solche Verhandlungen eigentlich ab? Das hat uns Reinhold Binder, Bundesvorsitzende der PRO-GE im Vorjahr erklärt. Der erste Schritt seien einerseits Gespräche mit Betroffenen, aber auch eine realistische Einschätzung der Situation, so Binder: „Es ist wichtig, die wirtschaftliche Situation realistisch zu beurteilen – die gesamtwirtschaftliche sowie die der Betriebe jener Branche, für die die KV-Verhandlungen stattfinden.“ Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie aktuell sind die Verhandlungen umso kritischer. Der Metaller-KV steht dabei besonders unter Beobachtung, denn er eröffnet die Herbstlohnrunde und gibt oft den Ton für andere Branchen an. Bis ein KV-Abschluss zustande kommt, können Wochen oder Monate vergehen. Die längste Verhandlungsrunde an einem Stück dauerte 24 Stunden.

Hier gehts zum Interview.

2.9.2025

BISHERIGE ERFOLGE

Die Verhandlungen rund um Kollektivverträge passieren nicht nur im Herbst, sondern im Lauf des ganzen Jahres. Hier ein Überblick über die erzielten Abschlüsse seit der Frühjahrslohnrunde:

  • Seilbahnwirtschaft: Die rund 18.000 Arbeitnehmer:innen der Seilbahnwirtschaft Österreichs bekommen ab 1. Juli 2025 eine Lohnerhöhung von 3,1 Prozent auf die KV-Löhne.
  • Glas- und Glashüttenindustrie: Mit 1. Juni 2025 erhöhen sich die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter um 2,65 Prozent. Die tatsächlichen Löhne und Gehälter steigen um 2,2 Prozent, allerdings höchstens um 100 Euro.
  • Elektro- und Elektronikindustrie: Elf Wochen wurde verhandelt, dann wurde endlich für die 60.000 Mitarbeitenden ein Ergebnis erzielt. Die Mindestlöhne und die Lehrlingseinkommen werden um 3 Prozent angehoben.
Ein Elektrotechniker steht vor einem Strommasten. Symbolbild für die KV-Verhandlungen 2025
Auch außerhalb der Herbstlohnrunde wurde verhandelt. Die Elektro- und Elektrotechnikbranche konnte dabei Erfolge erzielen. | © Adobe Stock/zhengzaishanchu

4.9.2025

HERZLICH WILLKOMMEN ZUM A&W-NEWSTICKER FÜR DIE KV-VERHANDLUNGEN!

Der Herbst 2025 bringt wieder Lohnverhandlungen – und wir bleiben dabei am Ball. In unserem Newsticker finden sich alle Updates und Ergebnissen auf einen Blick. Dabei geht es nicht nur um Löhne und Prozentsätze, sondern auch um Fragen der Arbeitszeit und beruflichen Rahmenbedingungen. Wir liefern Hintergründe, Analysen und Reaktionen von Gewerkschaften und Arbeitgeber:innen – damit klar ist, was am Verhandlungstisch passiert!

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