Dabei ist Ungleichheit alles andere als ein Naturgesetz. Und damit wären wir schon bei einer Strategie: die angebliche Alternativlosigkeit infrage zu stellen. Sie führt zur Beschäftigung damit, wie Ungleichheit im eigenen Alltag überhaupt hergestellt wird. Wie werden gewisse Gruppen gegen andere ausgespielt, damit zum Beispiel weniger Lohn ausgezahlt werden muss? Und – wenn ich das erkannt habe – welche Hebel kann ich dagegen in Bewegung setzen?
Sara Hassan & Josefa Niedermaier: Organisiert gegen Ungleichheit
Ein Beispiel sind die eigenen Rechte. Sie zu kennen bedeutet, Ungleichheit etwas entgegensetzen zu können – und zwar mit Mitteln, die über das Hier-stimmt-etwas-nicht-Bauchgefühl hinausgehen.
Vielleicht erinnern Sie sich: 2020 gab es den “Warum eigentlich”-Podcast. Heute ist er ein Buch über organisierte Ungleichheit: “Wer gegen Wen” ist gerade im ÖGB-Verlag erschienen.
shop.oegbverlag.at/wer-gegen-we…— sarahas_san (@sarahassan.bsky.social) 19. November 2025 um 08:40
Das bedarf Übung, aber die gute Nachricht ist: Es lässt sich lernen. Und es bringt uns zu einer ungemütlichen Praxis: Solidarität. Ungleichheit zu benennen, sei es in großer oder kleiner Runde, ist oft unbequem. Aber noch unbequemer – am Ende für uns alle – ist es doch, tatenlos zuzuschauen, wie die Gesellschaft durch ungerechte Bedingungen gespalten wird.