Jugend fordert Zukunft

Inhalt

  1. Seite 1 - Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität
  2. Seite 2 - Zukunftsängste im Job
  3. Seite 3 - Die Wurzel der Probleme
  4. Seite 4 - Von der Theorie zur Praxis
  5. Seite 5 - Nächster Halt: Strukturwandel
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Junge Menschen stehen heutzutage vor zahlreichen Herausforderungen. Die Welt ist unsicherer geworden. Krieg, Teuerungen und Klimakrise bestimmen die Gegenwart, während die Pandemie immer noch nachwirkt. Wie schauen junge Arbeitnehmer:innen in die Zukunft und was brauchen sie, um diese zu gestalten?

Die Jugend hat Zukunftsängste im Job

„Es wird Zeit, dass die Politik sich bewusst wird, dass wir jungen Menschen die Zukunft sind“, fordert Aylin Durukan.

Dass Zukunftsangst unter der Jugend und Lehrlingen ein großes Thema ist, das findet Sarah Popernitsch, die im Jugendvertrauensrat der Stadt Wien aktiv und außerdem stellvertretende Landesjugendvorsitzende der Gewerkschaft younion ist. Vielen jungen Kolleg:innen bereitet die drohende Klimakatastrophe Sorgen: „Die Klimakrise betrifft uns junge Leute überproportional stark. Die Emissionen müssen in neun Jahren um die Hälfte gesunken sein, um das 1,5-Grad-Ziel am Leben zu halten. Da müssen alle an einem Strang ziehen.“ Unter den Lehrlingen äußere sich das oft in individuellen Lebensentscheidungen. „Beim Führerschein fällt mir oft auf, dass Lehrlinge fragen: Soll ich den machen? Brauche ich den wirklich? Viele fahren lieber mit dem Zug oder ernähren sich vegan. Eine Freundin hat mir gesagt, dass ihr das Klimathema echt auf die Psyche schlägt. Sie hat Angst, durch ihr Verhalten die eine Person zu sein, die Schuld daran hat, dass das 1,5-Grad-Ziel nicht erreicht wird.“

Die Klimakrise betrifft uns junge Leute überproportional stark. Die Emissionen müssen in neun Jahren um die Hälfte gesunken sein, um das 1,5-Grad-Ziel am Leben zu halten. Da müssen alle an einem Strang ziehen. 

Sarah Popernitsch, Mitglied im Jugendvertrauensrat der Stadt Wien

Aylin Durukan kennt diese und viele weitere Probleme aus eigener Erfahrung. Seit 2016 ist sie Jugendvertrauensrätin. Ihre Ausbildung zur Bürokauffrau hat sie bei den Wiener Netzen gemacht. „Die meisten Probleme fallen uns in persönlichen Gesprächen auf“, sagt sie. Diese seien unbedingt nötig, um überhaupt erst das Vertrauen einer Person zu gewinnen. „Meistens ist es sehr schwierig für die Personen, über ihre Sorgen offen zu sprechen. Auch deshalb, weil sie meistens im Betrieb nicht ernst genommen wurden beziehungsweise ihnen nie zugehört wurde. Wir gehen auf die Personen zu und versuchen eine gemeinsame Lösung zu finden.“

Psychosoziale Infrastruktur gefordert

Dies dürfe aber nicht auf der individuellen Gesprächsebene stehen bleiben, findet Durukan. Die Politik sei auf vielen Ebenen gefordert. „Es braucht einen Ausbau der psychosozialen Infrastruktur sowie kostenlose Psychotherapie. Berufsschulgebäude brauchen dringend eine Modernisierungs- und Digitalisierungsoffensive. Und die Lehre muss attraktiver gemacht werden. Lehrlinge verdienen dieselbe Wertschätzung wie AHS- oder HAK-Schüler:innen.“ Außerdem müsse das Schulstartgeld auf die Sekundarstufe 2 ausgeweitet werden. Der Facharbeiter:innenfonds gehöre verdoppelt. „Es wird Zeit, dass die Politik sich bewusst wird, dass wir jungen Menschen die Zukunft sind. All die Probleme, die sie jetzt ignorieren, werden fatale Auswirkungen in der Zukunft bringen.“

Inhalt

  1. Seite 1 - Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität
  2. Seite 2 - Zukunftsängste im Job
  3. Seite 3 - Die Wurzel der Probleme
  4. Seite 4 - Von der Theorie zur Praxis
  5. Seite 5 - Nächster Halt: Strukturwandel
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