Die Welt auf einen Blick: AK Wien vergibt Grafik-Preis

Eine Frau steh tvor einer Grafik. Symbolbild für den Grafik-Preis der AK Wien. | © Lisi Specht
Marie-Neurath-Preis 2026: Innovative Darstellungen machen Daten für alle verständlich. | © Lisi Specht
Die Arbeiterkammer Wien prämiert erstmals Projekte für Datenvisualisierung – mit demokratiepolitischem Motiv.
Nachrichten aus aller Welt in der Dauerschleife, omnipräsente KI-Anwendungen, süchtigmachende Social-Media-Algorithmen: Laufend prasseln heutzutage Infos auf uns alle ein, im Beruf, in der Schule und Freizeit. Begreifen wir dadurch die Welt besser als unsere Menschen früher? Ganz im Gegenteil. Viele haben das Gefühl, sich in den Datenmengen zu verlieren. Bereiche wie Wirtschaft oder internationale Politik wirken oftmals undurchschaubar und zu dynamisch.

Marie-Neurath-Preis für Datenvisualisierung

Die Arbeiterkammer Wien will hier Impulse setzen und komplexes Wissen für möglichst viele herunterbrechen: Zum ersten Mal wurde diese Woche der Marie-Neurath-Preis für Datenvisualisierung vergeben. Damit wurden Arbeiten ausgezeichnet, die mithilfe innovativer Darstellungsformen soziale und ökonomische Realitäten anschaulich und nachvollziehbar vermitteln.

Die drei besten aus über 70 Einreichungen beschäftigten sich mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ungleichheit: Maria Strieder, Grafikerin aus Kärnten, widmete sich der Endlichkeit der Ressourcen unseres Planeten, konkret dem Earth Overshoot Day. Damit ist jener Tag im Jahr gemeint, an dem die Menschheit bereits mehr Ressourcen verbraucht hat, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Datenanalyst Ansgar Wolfing fokussierte sich in einer digitalen Visualisierung auf Vermögensverteilung in Österreich. Die Arbeit von Eliott Ertl, Schülerin der Graphischen in Wien, entstand im Unterricht. Sie verbildlichte die Menge an Textilabfällen, die durch Fast Fashion jedes Jahr anfallen.

Matthias Schnetzer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien spricht. Symbolbild für den Grafik-Preis der AK Wien. | © Lisi Specht
Matthias Schnetzer ist Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien. Er ist überzeugt, dass Daten untergehen, wenn sie zu abstrakt dargestellt werden. | © Lisi Specht

Wissen für alle

„Informationen konkurrieren ständig miteinander“, argumentiert Matthias Schnetzer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien. „Wenn sie zu abstrakt dargestellt werden, gehen sie unter.“

Dabei würden Daten nicht zuletzt die Lebensrealitäten aller Arbeitnehmer:innen bestimmen, so Schnetzer, der hier einen demokratiepolitischen Auftrag unter anderem für die Arbeiterkammer sieht, stärker aktiv zu werden.

🏆 Marie Neurath Preis für Datenvisualisierung verliehen!
„Die prämierten Arbeiten machen Zahlen sichtbar & geben Orientierung in komplexen Fragen,“ so #AK Direktorin Silvia Hruška-Frank.
Wissen teilen heißt Demokratie stärken.
Der Marie Neurath Preis 2026 zeigt, wies geht. 💪

#AK #Daten #Demokratie

[image or embed]

— @Arbeiterkammer (@arbeiterkammer.at) 17. März 2026 um 19:02

Mit diesem Ansatz und dem Preis an sich besinnt sich die Arbeiterkammer auf die Tradition der Datenvisualisierung der Wiener Methode der Bildstatistik, ISOTYPE genannt, die vor 100 Jahren rund um Otto und Marie Neurath begründet wurde. Genau daran knüpft auch die Ausstellung „ISOTYPE. Wissen für alle“ im Wien Museum an.
Die Schau läuft noch bis 5. April.

Mehr lesen

Sie brauchen einen Perspektivenwechsel?

Dann melden Sie sich hier an und erhalten einmal wöchentlich aktuelle Beiträge zu Politik und Wirtschaft aus Sicht der Arbeitnehmer:innen.

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder.
Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten für den Zweck der Versendung und Verwaltung des Newsletters sowie des Gewinnspiels zu. Diese Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden. Details dazu finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Über den/die Autor:in

Richard Solder

Richard Solder ist Arbeit&Wirtschaft-Chefredakteur. Davor leitete er die Redaktion des Magazins "Südwind". Journalistische Praxis sammelte er bei der Wiener Zeitung und als freier Journalist, u.a. für Gewerkschaftsmedien. Als externer Lehrbeauftragter gibt er sein Wissen an Studierende des Publizistik-Instituts der Universität Wien weiter, an dem er selbst auch studierte.

Sie brauchen einen Perspektivenwechsel?

Dann melden Sie sich hier an und erhalten einmal wöchentlich aktuelle Beiträge zu Politik und Wirtschaft aus Sicht der Arbeitnehmer:innen.



Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder. Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.