Marie-Neurath-Preis für Datenvisualisierung
Die Arbeiterkammer Wien will hier Impulse setzen und komplexes Wissen für möglichst viele herunterbrechen: Zum ersten Mal wurde diese Woche der Marie-Neurath-Preis für Datenvisualisierung vergeben. Damit wurden Arbeiten ausgezeichnet, die mithilfe innovativer Darstellungsformen soziale und ökonomische Realitäten anschaulich und nachvollziehbar vermitteln.
Die drei besten aus über 70 Einreichungen beschäftigten sich mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ungleichheit: Maria Strieder, Grafikerin aus Kärnten, widmete sich der Endlichkeit der Ressourcen unseres Planeten, konkret dem Earth Overshoot Day. Damit ist jener Tag im Jahr gemeint, an dem die Menschheit bereits mehr Ressourcen verbraucht hat, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Datenanalyst Ansgar Wolfing fokussierte sich in einer digitalen Visualisierung auf Vermögensverteilung in Österreich. Die Arbeit von Eliott Ertl, Schülerin der Graphischen in Wien, entstand im Unterricht. Sie verbildlichte die Menge an Textilabfällen, die durch Fast Fashion jedes Jahr anfallen.

Wissen für alle
„Informationen konkurrieren ständig miteinander“, argumentiert Matthias Schnetzer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien. „Wenn sie zu abstrakt dargestellt werden, gehen sie unter.“
Dabei würden Daten nicht zuletzt die Lebensrealitäten aller Arbeitnehmer:innen bestimmen, so Schnetzer, der hier einen demokratiepolitischen Auftrag unter anderem für die Arbeiterkammer sieht, stärker aktiv zu werden.
🏆 Marie Neurath Preis für Datenvisualisierung verliehen!
„Die prämierten Arbeiten machen Zahlen sichtbar & geben Orientierung in komplexen Fragen,“ so #AK Direktorin Silvia Hruška-Frank.
Wissen teilen heißt Demokratie stärken.
Der Marie Neurath Preis 2026 zeigt, wies geht. 💪#AK #Daten #Demokratie
— @Arbeiterkammer (@arbeiterkammer.at) 17. März 2026 um 19:02
Mit diesem Ansatz und dem Preis an sich besinnt sich die Arbeiterkammer auf die Tradition der Datenvisualisierung der Wiener Methode der Bildstatistik, ISOTYPE genannt, die vor 100 Jahren rund um Otto und Marie Neurath begründet wurde. Genau daran knüpft auch die Ausstellung „ISOTYPE. Wissen für alle“ im Wien Museum an.
Die Schau läuft noch bis 5. April.