Unbezahlbar im Alltag

Foto (C) ÖGB-Verlag/Michael Mazohl
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Die AK unterstützt BetriebsrätInnen bei der Aus- und Weiterbildung und berät sie. Die A&W hat nachgefragt, wie das Angebot ankommt.

Inhalt

  1. Seite 1 - Ohne lange Warteschleife
  2. Seite 2 - Vielfältige Angebote
  3. Seite 3 - Bildung und Unterstützung
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Wenn sie an die Bildungsangebote der Arbeiterkammer denkt, kommt Eva Eberhart geradezu ins Schwärmen: „Ich habe bis jetzt alle Seminare von AK und VÖGB besucht, von Kommunikation bis Arbeitsrecht. Die BetriebsrätInnen Akademie war eine super Erfahrung mit tollen Vortragenden. Das Gelernte nutze ich praktisch täglich.“ Die Betriebsrätin der Restaurantkette Nordsee fügt hinzu: „Ich kenne niemand, der nicht davon begeistert war.“

Eva Eberhart ist eine von über 5.000 TeilnehmerInnen, die 2017 das breit gefächerte Weiterbildungsangebot nutzten, das die AK gemeinsam mit dem Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB) jedes Jahr auf die Beine stellt.

Auch Barbara Budweis und Gabriele Zeman vom Betriebsrat der ManpowerGroup haben von der BetriebsrätInnen Akademie (BRAK) profitiert. „Die intensive Beschäftigung mit den diversen Themen und die themenübergreifende Ausbildung waren eine enorme Unterstützung beim Aufbau unserer Arbeit“, berichten die Betriebsratsvorsitzende und ihre Stellvertreterin. Highlight waren für sie die Weiterbildungsangebote zu aktuellen politischen Themen oder arbeitsrechtlichen Neuerungen, zu denen sie im Rahmen des AbsolventInnenprogramms für BRAK und SOZAK Kurse belegt haben. Dabei wurde die Neuregelung des Arbeitslosengeldes ebenso thematisiert wie der 12-Stunden-Arbeitstag unter den Aspekten Arbeitszeitflexibilisierung oder Lohnkürzung. Aber auch Neuheiten bei der Sozialversicherung waren schon Thema. „Festigen, wiederholen, vernetzen und weiter ausbauen“, seien die Bausteine der Seminare, so Budweis und Zeman. Das Besondere an diesen AbsolventInnen-Schulungen sei, dass alle TeilnehmerInnen über ein gewisses Niveau an arbeitsrechtlicher, sozialrechtlicher und gewerkschaftlicher Bildung verfügen. „Die Weiterbildung ist daher anspruchsvoller, im Gegensatz zum Standardprogramm“, was Budweis und Zeman zu schätzen wissen.

Wertvolle Hinweise

Aber auch die Standardschulungen sind für Neue wichtig. „Eine Kassaverwalterin sollte unbedingt den Kurs ‚Strenge Rechnung – gute FreundInnen‘ besuchen“, raten die beiden Manpower-Frauen. „Grundsätzlich ist jede AK-Aus- und Weiterbildung für BetriebsrätInnen unbezahlbar für unsere tägliche Arbeit“, betonen die beiden. In der AK Wien gibt es eine eigene Beraterin, die sie regelmäßig kontaktiert und nachfragt, ob sie Informationsbedarf haben. „Wir haben eine sehr gute Erfahrung damit gemacht“, so Budweis und Zeman. Im Jahr 2018 standen die Schulungen zu Datenschutz und Industrie, Altersteilzeit und Teilpension sowie die Baby- und Weiterbildungsmesse auf der Tagesordnung. Das Service der Bilanzanalyse durch ExpertInnen der AK nutzen Budweis und Zeman alle zwei Jahre: „Dabei bekommen wir stets wertvolle Hinweise für unsere monatlichen Meetings mit der Geschäftsleitung.“

Zuckerl rausholen

Nordsee-Betriebsrätin Eberhart ist auf einen Erfolg besonders stolz: Sie hatte in ihrer Firma weniger Anzeigen von ArbeitsinspektorInnen. Bei schwangeren Frauen beispielsweise nimmt das Arbeitsinspektorat die Dienstpläne besonders genau unter die Lupe, in puncto Dienstzeit und ob es genug Ruhezeiten gibt. „Seit ich vor vier Jahren übernommen habe, gab es nur eine Anzeige. Und das wegen einer halben Stunde, die überzogen wurde“, erzählt Eberhart. „Ich bin jedes Mal froh, wenn ich wieder Zuckerl für MitarbeiterInnen herausholen kann. Sei es in Form von Gehaltserhöhungen, Prämien, Gutscheinen, Veranstaltungen, Firmenfeiern“, so die Nordsee-Betriebsrätin. In ihrem Unternehmen herrsche zum Glück eine positive Kommunikationskultur. 80 Prozent der Verhandlungen laufen über die emotionale Ebene, der Rest über die Sachebene. „Ich nutze oft die Wirtschaftsabteilung der AK und hole mir Unterstützung beim Lesen von Bilanzen“, sagt Eberhart.

Angesprochen auf Verbesserungsvorschläge fallen Eva Eberhart die oft langen Wartezeiten am Telefon ein. Denn zwar waren ihre Erfahrungen bei der AK-Rechtsberatung bisher gut, aber: „Da hängt man lange in der Warteschleife. Schön wäre eine eigene Beratung für BetriebsrätInnen, wo man schnell durchkommt. Ich benötige oft eine Auskunft binnen kurzer Zeit bei einem dringenden Problem und kann nicht so lange warten“, so die Nordsee-Betriebsrätin. Auch bei den Broschüren würde sie sich etwas mehr Abwechslung wünschen: „Zum Beispiel sollte auch die Digitalisierung, wo sich ständig etwas Neues tut, thematisiert werden.“ Rudolf Wallner, Leiter der Abteilung Service und Information der AK Wien, verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die AK sehr viele Projekte und Veranstaltungen zur Digitalisierung durchgeführt hat, bei denen auch die Rolle der ArbeitnehmervertreterInnen im Mittelpunkt stand (siehe auch „Skills für die digitale Welt“).

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