Risiken beim Onlineshopping: Vom Klicken und Verticken

Eine Frau hält ein Handy in der Hand. Vor ihr ist ein Laptop und darauf ist die Website eines Onlinehändlers zu sehen. Symbolbild für Risiken beim Onlineshopping.
Online shoppen boomt und setzt den stationären Handel unter Druck. Für Konsument:innen steigen Auswahl und Risiko zugleich. | © Adobestock/sorapop
Shoppen im Internet wird immer beliebter: Onlinehändler verzeichnen steigende Umsätze, was sich auf den stationären Handel auswirkt. Allerdings ist beim Kauf im Netz Vorsicht geboten.
Man sitzt bequem auf der Couch und scrollt am Smartphone auf der Suche nach einem neuen Ladekabel erst mal durch das Angebot von Amazon. Ein neuer Wintermantel muss her? Dann heißt es, online Angebote von Versandhändlern zu vergleichen. Digitale Konsumwege und -entscheidungen wirken heute selbstverständlich. Doch es gibt Risiken beim Onlineshopping.

Laut einer Befragung des Datenportals Statista von 2024 kaufen rund zwei Drittel der Österreicher:innen zwischen 16 und 74 Jahren online ein. Während die Verkaufsflächen im stationären Handel zurückgehen, etablieren sich große Onlinehändler auf dem Markt. 50 Prozent der Österreicher:innen haben schon einmal bei den asiatischen Onlineshops Temu oder Shein eingekauft. Shein landete im Vorjahr überhaupt auf Platz fünf der umsatzstärksten Shops in Österreich – nach Amazon, Zalando, Shop-Apotheke und dem Designmodehändler Best-Secret. Onlineshopping geht schnell – doch es birgt Risiken.

Risiken beim Onlineshopping

So setzen sich Konsument:innen im Netz auch Risiken wie Betrugsgefahr und Datenklau aus. Louise Beltzung von der AK Wien beschäftigt sich mit diesen Tücken und der Vulnerabilität von Konsument:innen im digitalen Raum. Durch Tracking entstünden in Kombination mit unzureichendem Wissen über Datenschutz gläserne Konsument:innen. Das führe nicht nur zu maßgeschneiderten Werbungen, sondern teils auch zu maßgeschneiderten Preisen. Oft ist unklar, ob alle denselben Preis für ein Produkt zahlen müssen. „Vieles, das im digitalen Raum geschieht, wäre im stationären Handel undenkbar“, sagt Beltzung. Laut einer Umfrage des Handelsverbands sind zudem bereits 27 Prozent der Konsument:innen schon einmal Opfer von betrügerischen Shops gewesen. Beltzung rechnet mit einer noch größeren Dunkelziffer. Vieles werde nicht gemeldet, da der Streitwert verglichen mit dem Aufwand für zu gering gehalten wird.

Vieles, das im digitalen Raum geschieht,
wäre im stationären Handel undenkbar. 

Louise Beltzung, AK Wien

Technologieoffenheit und Rücksendung

„Die Konsument:innen sind heute besser informiert und können auf ein größeres Sortiment von zahlreichen Anbietern zurückgreifen“, erklärt René Kerschbaumer, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Campus 02 Graz zu Konsumverhalten forscht. „Aber ich befürchte, dass das Kaufentscheidungen nicht vereinfacht, sondern schwieriger gemacht hat.“ Alte Faustregeln, wie dass man sich auf das kuratierte Sortiment eines Elektronikhändlers verlassen kann, gelten im digitalen Raum nicht. An ihre Stelle tritt die kostenlose Retoursendung, durch die Kaufentscheidungen schnell mal unbedacht getroffen werden. Rezensionen und Labels ersetzen die persönliche Beratung, KI gewinnt hier immer mehr an Bedeutung.

Technologieoffenheit beobachtet auch Mark Harwardt. Er ist Professor für Handelsmanagement, E-Commerce und Marketing an der Hochschule für angewandtes Management im deutschen Ismaning. Als Konsumtrend beobachte er ein großes Interesse an nachhaltigen Produkten bei gleichzeitig sehr preissensitiven Konsument:innen, die mit gestiegenen Lebenshaltungskosten kämpfen. „Das führt letzten Endes dazu, dass wir trotz Nachhaltigkeitsbewusstsein dazu tendieren, günstige Produkte zu wählen“, so Harwardt. So wandert die Kundschaft zum globalen Onlinehandel ab, der mit dominanten Playern wie Amazon bereits jetzt monopolartige Strukturen aufweist. Das Angebot ist zwar günstig, aber oft alles andere als gesundheitlich und ökologisch unbedenklich. Es lohnt sich also grundsätzlich immer, vor dem Onlinekauf noch mal einen Schritt zurückzugehen: Kann das alles wirklich stimmen?

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Über den/die Autor:in

Felix Schmidtner

Felix Schmidtner ist freier Journalist für verschiedene Medien in Deutschland und Österreich mit den Schwerpunkten Gesundheit, Wissenschaft und Gesellschaft.

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