Mit Szenarien in die Zukunft

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  1. Seite 1 - Fragen über Fragen
  2. Seite 2 - 4 Zukunftsszenarien
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Das Projekt „Mitbestimmung 2035“ stellt für die Diskussion über die Zukunft von Arbeit und Mitbestimmung interessante Grundlagen zur Verfügung.

Peak PerformanceFoto (C) Jai Wanigesinghe

Im ersten Szenario wird die Digitalisierung vorangetrieben, um Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Leistungsdruck und die permanente Optimierung der eigenen Performance prägen den Arbeitsalltag. Chancen und Risiken liegen hier oft dicht beieinander, die persönliche Verhandlungsmacht orientiert sich am Marktwert und die Polarisierung der Beschäftigungsverhältnisse nimmt weiter zu. In immer mehr Bereichen kommt es zum Wettbewerb zwischen Mensch und Maschine.

Persönliche Entfaltung

Im zweiten Szenario trägt die Digitalisierung zu mehr individuellen Gestaltungsspielräumen, Flexibilität und Vielfalt in der Arbeitswelt bei. Staatliche Standards sichern die Teilhabe sowie eine ausgewogene Verteilung der Früchte der Digitalisierung und verhindern Machtmissbrauch. Die Arbeitgeber-Reputation ist angesichts des begrenzten Arbeitskräfteangebots ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen.

Zusammenhalt

Im dritten Szenario vollzieht sich die Digitalisierung eingebettet in kollektiven Aushandlungsprozessen und demokratischen Unternehmensstrukturen. Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern tragen so maßgeblich dazu bei, dass der technologische Wandel und effiziente Produktionsweisen mit Beschäftigungssicherheit, guten Arbeitsbedingungen und individuellen Präferenzen Hand in Hand gehen.

Reset

Im vierten Szenario führen Digitalisierung und Automatisierung nicht nur zu einem drastischen Verlust an Arbeitsplätzen, sondern auch zur Ausbreitung prekärer, inhumaner Arbeitsbedingungen. Das erzeugt massiven Widerstand und Konflikte, aus denen schließlich neue Ansätze von kollektivem Handeln und Solidarität sowie alternative Wirtschaftskonzepte hervorgehen.Foto (C) Jai Wanigesinghe

Die vier Szenarien verdeutlichen in ihrer Gesamtzusammenschau, in welchem Maße die Zukunft der Digitalisierung der Arbeitswelt offen ist und was auf dem Spiel steht. Damit möchten wir dazu beitragen, der Digitalisierung eine Richtung zu geben. Unser Anspruch muss sein: Nicht abzuwarten, was passieren wird, sondern die Zukunft selbst aktiv mitzugestalten, indem wir unsere Anliegen in einen längerfristigen und größeren Bezug stellen, zugleich aber zu fragen: Was können wir heute tun, damit es in eine gute Richtung geht?

Anregungen und Materialien:
www.mitbestimmung.de/mb2035

Von
Michael Stollt und Sascha Meinert
Hans-Böckerl-Stiftung und Institut für prospektive Analysen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Arbeit&Wirtschaft 3/19.

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