Land in Sicht

Ob sich die Wolken verziehen? Erste Lichtblicke in der Wirtschaft erlauben einen positiven Blick ins Jahr.

Standpunkt

Richard Solder
Chefredakteur

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Zu kompliziert und langsam, zu kontrollierend, global zu einflusslos, zu bürokratisch: Die Kritikpunkte, die landläufig gegen die EU ausgesprochen werden, sind vielfältig und auch mal widersprüchlich – der Staatenbund muss für vieles herhalten.

Keine Frage, sachliche Kritik ist nicht nur in Ordnung, sondern sogar notwendig. Natürlich geht es darum, die Union zu verbessern. Gerade in den vergangenen Jahren machten Entscheidungsträger:innen von Straßburg bis Brüssel einige Schritte weg von Arbeitnehmer:innen-Interessen, man denke nur an das aufgeweichte Lieferkettengesetz, diverse Omnibus-Pakete usw.

Doch ob von populistischen Parteien oder reißerischen Boulevardblättern: Die Europäische Union wird oftmals auch pauschal als Feindbild verwendet. Das hat dann meist nichts mehr mit objektiver Kritik zu tun.

In der ersten A&W-Ausgabe im Jahr 2026 analysieren wir den Status quo und blicken nach vorne – nicht zuletzt in Form eines Gesprächs mit Betriebsrät:innen aus den unterschiedlichsten Branchen. Auch sie machen deutlich: In dieser globalisierten Welt ist Österreich zu klein, um allein voranzukommen – erst recht, wenn Supermächte in West und Ost ihre eigenen Interessen durchboxen und keinen Deut auf Kooperation geben.

In dieser Ausgabe zoomen wir zudem auf wirtschaftliche Bereiche, die funktionieren, etwa die österreichische Bahn- bzw. Schienenindustrie. Wir holen Menschen und Betriebe vor den Vorhang, die auf Weiterentwicklung setzen; die sich etwa beim Thema Nachhaltigkeit auch angesichts eines globalen Rückschritts nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen.

So, wie sich die wirtschaftliche Lage hierzulande – hoffentlich weiterhin – nach und nach erholt, verfolgen viele nun den Ansatz, Schritt für Schritt weiterzukommen. Auch so kann Großes entstehen, wie das paneuropäische Projekt zeigt: In der Nachkriegszeit wuchs ein gebeutelter Kontinent sukzessive zusammen, indem Staaten auf Zusammenarbeit und Vielfalt setzten.

Heute bilden 450 Millionen Menschen in der EU die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die Union hat soziale Errungenschaften als Erfolge zu verbuchen sowie das Verbinden von 27 Mitgliedstaaten und 24 Amtssprachen. Das ist nationalistischen Machthaber:innen ein Dorn im Auge. Je stärker wir die EU machen, desto mehr profitieren wir selbst davon – und global gesehen all jene, die die Demokratie hochhalten.

In dieser Ausgabe:

  • Das Spiel der Höllenhunde
    Wie es um die Unabhängigkeit der österreichischen Medien steht
  • Weit mehr als nur „Fake News“
    Die KI flutet den Informationskosmos mit Fehlinformation
  • Wie können wir uns gegen Ungleichheit organisieren?
    Sara Hassan und Josefa Niedermaier beantworten die große Frage
  • Aus dem Betriebsrat
    Konrad Mitschka, ORF-Betriebsrat, über Flexibilität als Wunsch von oben

FOKUS: Neue Perspektiven

  • Wir müssen reden!
    Drei Betriebsrät:innen aus unterschiedlichen Branchen im Interview
  • Dezentes Aufatmen
    Prognosen versprechen eine leichte Erholung für Österreichs Wirtschaft
  • Industrie mit vollen Zügen
    Lokalaugenschein bei TSA, einem Bahn-Weltmarktführer aus Österreich
  • Kleine Rebellion fürs Klima
    Wie die Belegschaftsvertretung am AIT-Institut für Klimaschutz eintritt
  • „It’s the mood, stupid!“
    Kommunikationsberater Thomas Hofer im Gespräch über die „Emokratie“
  • Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit
    Frauenrechtlerin wider Willen: Porträt der Sozialistin Käthe Leichter
  • Omar pocht auf sein Recht
    Der Verein UNDOK begleitet Menschen, die undokumentiert arbeiten
  • Wir fordern
    Michael Ertl und Daniel Witzani-Haim (AK) über die Frage des Wohlstands
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