KV-VerhandlerInnen zeigen sich kämpferisch

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  1. Seite 1 - Sieben Forderungen für die Kollektivvertragsverhandlungen
  2. Seite 2 - BetriebsrätInnen signalisieren Kampfbereitschaft
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Rund 900 KollektivvertragsverhandlerInnen demonstrierten im September bei einer Konferenz zum neuen Arbeitszeitgesetz Stärke. Sie verabschiedeten einen Forderungskatalog, den die einzelnen Gewerkschaften und BetriebsrätInnen bei den anstehenden KV-Verhandlungen in allen Branchen einbringen.

REWE-Betriebsrätin Maria Gluchmann: „Der Tenor in den Gesprächen war: Wir müssen etwas tun. Wir alle haben gesehen, wie schnell ein Gesetz verabschiedet werden kann, und wir müssen nun versuchen, ein Stück zu retten.“ Foto (C) PRO-GE / Sebastian Philipp

BetriebsrätInnen signalisieren Kampfbereitschaft

„Heute setzen wir ein klares Zeichen der Solidarität“, stärkte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian bei der KV-VerhandlerInnen-Konferenz den hunderten anwesenden ArbeitnehmervertreterInnen den Rücken. „Wir verhandeln in den jeweiligen Branchen, aber wir verfolgen gemeinsame Ziele. Und wir machen auch deutlich: Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren.“ Im Interview mit Arbeit&Wirtschaft erklärt er, wie in Zeiten der Infltion die Verhandlungen dennoch gelingen können.

Heute setzen wir ein klares Zeichen der Solidarität. Wir verhandeln in den jeweiligen Branchen, aber wir verfolgen gemeinsame Ziele. Und wir machen auch deutlich: Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren. 

Wolfgang Katzian, ÖGB-Präsident

Und mit genau diesem Gefühl gingen auch die KV-VerhandlerInnen schließlich von der Konferenz in Wien zurück in ihre Betriebe. REWE-Betriebsrätin Maria Gluchmann betonte gegenüber Arbeit & Wirtschaft, sie sei wirklich beeindruckt gewesen, wieviele BetriebsrätInnen zu der Konferenz angereist waren. „Der Tenor in den Gesprächen war: Wir müssen etwas tun. Wir alle haben gesehen, wie schnell ein Gesetz verabschiedet werden kann, und wir müssen nun versuchen, ein Stück zu retten.“

Für Othmar Danninger, Betriebsratsvorsitzender der Firma Leube Baustoffe und stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, war die KV-VerhandlerInnen-Konferenz „einzigartig“. „Es war ein sehr starkes Zeichen, dass alle Fachgewerkschaften und alle KV-VerhandlerInnen in einem Raum waren und dabei auch gezeigt haben, dass die Gewerkschaft eine Kampforganisation ist.“ Die Botschaft, die er von dem Tag mitgenommen habe, lautet: „Wir werden diese Verschlechterungen nicht kampflos hinnehmen.“

Wir werden diese Verschlechterungen nicht kampflos hinnehmen. 

Othmar Danninger, Betriebsratsvorsitzender Leube Baustoffe

Als Vertreter der Baubranche sei es ihm zudem wichtig gewesen, klarzumachen, dass der 12-Stunden-Tag auch töten könne, so Danninger zu Arbeit & Wirtschaft. Ein Drittel der tödlichen Unfälle passiere am Bau – und nach der achten Stunde steige das Risiko für Arbeitsunfälle massiv an. „Diese Regierung gefährdet Menschenleben“, warnt Danninger daher. ÖGB und AK seien bei der Beschlussfassung des neuen Arbeitszeitgesetzes „ignoriert und nicht ernst genommen worden“. Daher sei nun Kampf angesagt.

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Über den/die Autor*in

Alexia Weiss

Alexia Weiss, geboren 1971 in Wien, Journalistin und Autorin. Germanistikstudium und Journalismusausbildung an der Universität Wien. Seit 1993 journalistisch tätig, u.a. als Redakteurin der Austria Presse Agentur. Ab 2007 freie Journalistin. Aktuell schreibt sie für das jüdische Magazin WINA, für gewerkschaftliche Medien wie die KOMPETENZ der GPA-djp und sie bloggt wöchentlich zum Thema „Jüdisch leben“ auf der Wiener Zeitung. 2021 erschien ihr bisher letztes Buch "Jude ist kein Schimpfwort" (Verlag Kremayr & Scheriau).

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