Krisentagebuch 021: Schwangerschaft in Seuchenzeiten

Warum fordern ÖGB und Gewerkschaften gerade so vehement die Ausweitung des Mutterschutzes bzw. besonderen Schutz von Schwangeren während Corona? Autorin Veronika Bohrn Mena analysiert die triftigen Gründe.
Die Schutzbestimmungen, die schon jetzt für werdende Mütter gelten, sind zum Beispiel ein Überstundenverbot, ein Nachtarbeitsverbot, aber auch Verbot von Arbeit am Wochenende, das Verbot schwer heben zu müssen. Schutzbestimmungen, die wirklich wichtig sind. Genauso wie es wirklich wichtig ist, Schwangeren zwischendurch die Möglichkeit zu geben, sich immer wieder mal hinzusetzen, sich auszuruhen, Pausen zu machen oder sich sogar hinzulegen. Frauenärzte zeihen gerne den Vergleich: Eine Schwangerschaft ist ungefähr so anstrengend für den Körper, wie wenn man jeden Tag einen Marathon laufen würde.

Es muss für Schwangere gerade jetzt die Möglichkeit geben, von zuhause aus zu arbeiten oder alleine in einem Büro sitzen zu können oder ansonsten, wenn all das nicht möglich ist, auch freigestellt zu werden.

Veronika Born Mena, Autorin „Die neue ArbeiterInnenklasse“

Besonders viele Frauen arbeiten in systemrelevanten Berufen, zum Beispiel im Supermarkt hinter der Kasse, im Krankenhaus, in der Pflege oder auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Für diese werdenden Mütter ist es jetzt besonders wichtig, dass für sie besondere Schutzvorschriften gelten. Zum einen, weil wir noch nicht genau wissen, wie sich der Coronavirus auf werdende Mütter und ihre Kinder auswirkt. Zum anderen aber auch, weil es das Risiko einfach auch gar nicht wert ist.

Während diesem kurzen Zeitraum muss werdenden Müttern ein besonderer Schutz eingeräumt werden. Es muss für Schwangere gerade jetzt die Möglichkeit geben, von zuhause aus zu arbeiten oder alleine in einem Büro sitzen zu können oder ansonsten, wenn all das nicht möglich ist, auch freigestellt zu werden. Deswegen ist es so wichtig, dass die Gewerkschaften jetzt vorzeitigen Mutterschutz beziehungsweise besonderen Schutz für werdende Mütter fordern. Gemeinsam schaffen wir das.

Über den/die AutorIn

Michael Mazohl

Michael Mazohl

Michael Mazohl studierte Digitale Kunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Als Fotograf und Journalist arbeitete er für österreichische und internationale Zeitungen und Magazine, so auch seit Jahren für die Arbeit&Wirtschaft. Seit November 2018 ist er Chefredakteur (Online) der Arbeit&Wirtschaft.