Herausforderungen Kinder und Alte

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Welche Probleme Österreichs Kommunen in Zukunft zu schultern haben, lässt sich gut am Beispiel von Stockerau ablesen. Ein Lokalaugenschein mit Betriebsrat Thomas Salway in der 17.000-EinwohnerInnen-Stadt.

Die beiden Pflegeheime sind vollständig ausgelastet, das Pflegepersonal würde sich bessere Verdienstmöglichkeiten verdienen, so Betriebsrat Salway.

Fast jeder hat ein Auto

Immer mehr Einkäufe verlagern sich dennoch in die beiden etwas außerhalb gelegenen Einkaufszentren. Viele strömen vor allem in den auf der grünen Wiese errichteten „Stop Shop“ nahe der Donauufer-Autobahn A 22, den der Immobilienkonzern Immofinanz betreibt. Die meisten fahren denn auch mit dem Auto einkaufen. „Heutzutage hat eh schon fast jeder ein Auto“, so Thomas Salway.

Öffentliche Verkehrsmittel, wie etwa kleine Innenstadtbusse, existieren deshalb in Stockerau auch gar nicht.

Öffentliche Verkehrsmittel, wie etwa kleine Innenstadtbusse, existieren deshalb in Stockerau auch gar nicht. Ebenso wenig Radwege oder Elektro-Roller, wie sie etwa gerade in der Bundeshauptstadt boomen.

Öffi-Anbindung fördern

Gut, dass die niederösterreichische Kleinstadt direkt an der Wiener Schnellbahnlinie liegt. Beim Bahnhof befinden sich ein Riesenparkplatz sowie eine überdachte Park-and-Ride-Anlage mit insgesamt mehr als 1.000 Pkw-Stellplätzen sowie 30 überdachten Fahrrad-Abstellplätzen.

Gut auch, dass in Niederösterreich (ebenso wie im Burgenland) die Nutzung der – mit Hilfe des Landes gebauten – P&R-Anlagen für Fahrgäste von öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos ist. Dass zu den Stoßzeiten sämtliche Plätze ausgelastet sind, zeigt, dass sich die Investition bezahlt gemacht hat.

Abzuwarten bleibt nach Aussage von Thomas Salway, welche Konzepte gegen den zunehmenden Verkehr unter der neuen ÖVP-Führung der Stadtgemeinde vorgesehen sind. Die momentane Situation beschreibt er eher als „Stückwerk“, und jede weitere Maßnahme kostet Geld, das nicht vorhanden ist.

Von
Heike Hausensteiner

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Arbeit&Wirtschaft 1/20.

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Über den/die Autor*in

Heike Hausensteiner

Heike Hausensteiner ist seit ihrer Schulzeit Anhängerin der Aufklärung. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie im Burgenland, studierte sie Sprach- und Europawissenschaften in Paris, Mailand, Wien und Krems/Donau. Als politische Redakteurin begann sie ihre journalistische Laufbahn 1996 bei der "Wiener Zeitung", wo sie u.a. auch das Europa-Ressort gründete. Nach einjähriger Baby-Karenz machte sie sich 2006 selbstständig und arbeitet seither als freie Journalistin für Zeitungen, Magazine und Online-Medien in Österreich und Deutschland sowie als Autorin (u.a. "Im Maschinenraum Europas. Die österreichische Sozialdemokratie im Europäischen Parlament", 2013) und Moderatorin. Sie lebt mit ihrer Familie und 2 Katzen in Wien.

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