Betriebsratsarbeit 4.0

Foto (C) Michael Mazohl
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Kommunikation ist ein unerlässliches Kernstück der Betriebsratsarbeit. Wie Betriebsräte Neue Medien nutzen (sollten).

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Kommunikation ist ein unerlässliches Kernstück der Betriebsratsarbeit. Der Austausch mit der Geschäftsführung muss genauso funktionieren wie die Abstimmung mit den KollegInnen im Gremium. Das Wichtigste ist aber, dass der Betriebsrat die Belegschaft erreicht – und die Belegschaft den Betriebsrat. Wie das funktioniert, weiß Selma Schacht, Betriebsratsvorsitzende der Wiener Kinder- und Jugendbetreuung: „Uns ist die Kommunikation mit den MitarbeiterInnen sehr wichtig. Dafür nutzen wir alle möglichen Medien: klassische gedruckte, wie Infomappen für alle Neuangestellten oder die Zeitung, klassisch-digitale, wie einen monatlichen Mail-Newsletter und Info-SMS, bis hin zu den Neuen Medien wie unsere Facebook-Seite.“ Zusätzlich stellt das Gremium auf der Betriebsratswebsite Veranstaltungstipps, Neuigkeiten von der Gewerkschaft, aber auch verschiedene Themenpapiere zur Verfügung, etwa zur Arbeitszeitverkürzung oder zum Streikrecht. „Gerade während des Streiks war es toll und wichtig, auf vielen Wegen mit Informationen zu den KollegInnen wie auch an die Öffentlichkeit gehen zu können“, erzählt Schacht.

Der richtige Weg ist das halbe Ziel

Damit der Informationsaustausch funktioniert, müssen Betriebsräte die richtigen Kommunikationskanäle wählen. Ein allgemein-gültiges Rezept dafür gibt es nicht. Was aber feststeht, ist, dass Betriebsräte mit der Zeit gehen müssen, um wirklich alle KollegInnen zu erreichen. „Neue Medien sind schlichtweg der Weg, um vor allem mit jungen MitarbeiterInnen in Kontakt zu treten, aber auch zu bleiben“, erzählt Andreas Horak, Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrats beim Samariter-Bund Wien. „Wichtige Infos können in Sekundenschnelle ausgetauscht und übermittelt werden. Sie sind kostengünstig und mittlerweile kann sie so ziemlich jeder, der im Arbeitsleben steht, bedienen oder zumindest daraus Informationen beziehen.“ Die Kombinationsmöglichkeiten der Neuen Medien sind nahezu unbegrenzt. Die entscheidende Frage bei der Wahl der richtigen Kanäle muss lauten: Was ist meiner Zielgruppe wichtig?

Gibt es mehrere Zielgruppen, muss es auf diese Frage auch mehrere Antworten geben. Wie ein Kanalmix für mehrere Zielgruppen in der Praxis aussehen kann, schildert Markus Simböck, Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus Braunau: „Im Haus nutzen wir SharePoint, geben unsere Betriebsratszeitung heraus, machen Betriebsversammlungen. Für uns als Betriebsrat haben wir eine interne WhatsApp-Gruppe, mit Facebook gehen wir mehr in die Breite.“ Die Facebook-Seite hat der Betriebsrat vor zwei Jahren eingerichtet, weil sich das Gremium weiterentwickeln wollte. „Die Leute sagen uns immer wieder, dass sie unsere Seite klass finden – vor allem, weil es eine aktuelle, eine dynamische Seite ist“, erzählt Simböck. Gleichzeitig weiß er genau, dass eine Facebook-Seite den nach wie vor wichtigsten Kommunikationskanal nicht ersetzen kann: das persönliche Gespräch. „Die Facebook-Seite ist trotzdem nur ein Beiwerk. Die direkte Arbeit mit den Leuten bleibt viel wichtiger.“

Tipps für Betriebsräte
  • Zielgruppen definieren
  • die richtigen Kanäle wählen
  • einen Plan entwickeln
  • neue Formate ausprobieren
  • Reaktionen beobachten
  • Gesetze und Regeln einhalten
  • von anderen Betriebsräten lernen

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