Krisentagebuch 023: Kinder + Eltern + Krise = Probleme

Stellt euch vor, wir würden in einer Gesellschaft leben, in der Kinder Priorität hätten ... Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl über fehlende Perspektiven in der Corona-Krise.
Stellen wir uns vor: Eine Gesellschaft, in der wir uns darauf ausrichten würden, was Kinder brauchen, was ihre Bedürfnisse sind, was ihre Rechte sind. Würden wir in so einer Gesellschaft leben, hätten wir auch schon einen Plan für Kinderbetreuung, für Schule, für den Kindergarten. Wir hätten einen Plan für all die Kinder mit chronischen Krankheiten, mit Herzkrankheiten, mit Lungenkrankheiten.

Das ist die Realität: Eine Realität, in der Eltern doppelt gefordert sind. Sie müssen ihren normalen Job machen und noch Kinder betreuen. Als wäre das etwas, was man einfach so nebenbei machen könnte.

Natascha Strobl, Politikwissenschaftlerin (und Mutter)

Aber so ist das die Realität: Eine Realität, in der Eltern doppelt gefordert sind. Sie müssen ihren normalen Job machen und noch Kinder betreuen. Als wäre das etwas, was man einfach so nebenbei machen könnte. Nein, in Wahrheit sind es zwei Jobs: Zwei Jobs, für die man aber eigentlich nur die selbe Zeit hat, die man sonst auch immer hat, für die man zudem nicht doppelt bezahlt wird.

Was ist die Folge? Frustrierte Eltern, frustrierte Kinder. Müde Kinder, müde Eltern. Keine Perspektive. Keine Perspektive für die gesunden Kinder und schon gar keine Perspektive für all die Kinder, die chronische Krankheiten haben oder auch für die Elternteile, die chronische Krankheiten haben. Sollen sich die jetzt alle zwei Jahre lang wegsperren? Man weiß es nicht. Schulen und Kindergärten könnten sich ja darauf ausrichten. Aber so richtig zuständig ist niemand.

Über den/die AutorIn

Natascha Strobl

Natascha Strobl

Natascha Strobl ist Politikwissenschaftlerin aus Wien und beschäftigt sich mit den rhetorischen Strategien der (extremen) Rechten. Auf Twitter liefert sie unter #NatsAnalysen tief gehende Analysen zu tagesaktuellen Themen.