Krisentagebuch 005: Rhetorik der Krise – Team Österreich

Team Österreich! Liebe Österreicher und Österreicher! ... aber fehlt da nicht wer? Oh ja, ganz viele. Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl analysiert im Krisentagebuch 005 die Rhetorik der Krise.
Was in Krisenzeiten immer bemüht wird, vor allem von rechten Regierungen: eine Rhetorik des nationalen Schulterschlusses. Das zeigt sich darin, dass vom „Team Österreich“ gesprochen wird, und dass die „lieben Österreicher“ und „lieben Österreicherinnen“ angesprochen werden

 Was in Krisenzeiten immer bemüht wird, vor allem von rechten Regierungen: eine Rhetorik des nationalen Schulterschlusses. 

Natascha Strobl, Politikwissenschaftlerin

Das „Team Österreich“ ist eine Sportmetapher. Alle sind jetzt ein Team, die ganze Nation – es ist so ernst, alle müssen zusammenhalten, Teamgeist beweisen, auf ihren Positionen das Richtige tun. Niemand darf ausfallen. Aber sind damit denn wirklich alle gemeint? Fehlen da nicht jemand? Es fehlen sogar sehr viele.

Es fehlen die Leute, die am Supermarkt oft an der Kassa stehen, die in der Pflege arbeiten, viele Ärzte und Ärztinnen – die keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, obwohl sie in Österreich geboren sind, oder auch nicht in Österreich geboren sind. Dementsprechend sollte man sehr genau aufpassen, wie man formuliert – wen man einschließt, wen man ausschließt. Denn man kann in einer Krise exkludierend wirken – „es geht nur mehr um uns“ – oder man kann inkludierend wirken und sagen: „Wir alle sind auch wirklich wir alle!“

Über den/die AutorIn

Natascha Strobl

Natascha Strobl

Natascha Strobl ist Politikwissenschaftlerin aus Wien und beschäftigt sich mit den rhetorischen Strategien der (extremen) Rechten. Auf Twitter liefert sie unter #NatsAnalysen tief gehende Analysen zu tagesaktuellen Themen.