Hintergrundwissen zur Corona-Krise

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Illustration (C) Adobe Stock
Beiträge des A&W-Blogs mit Hintergründen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeit & Soziales, Wohnen, Klima, Gesundheit & Pflege sowie Wirtschaft & Finanzen.

Die Corona-Krise hat von heute auf morgen unseren Alltag und unser Leben in den unterschiedlichsten Bereichen verändert. Viele Herausforderungen waren zu meistern und sind es auch jetzt noch. Was ist seither passiert? Wen traf die Krise besonders? Und welche Maßnahmen braucht es für die Zukunft? Dazu haben wir eine Liste aus Beiträgen auf dem A&W-Blog, unserem Schwester-Medium, zusammengestellt.

Arbeit & Soziales

Corona: Wieder die Gefahr einer verlorenen Generation?

Von Johann Bacher, Professor für Soziologie und empirische Sozialforschung an der Johannes-Kepler-Universität Linz, und Dennis Tamesberger, Referent für Arbeitsmarktpolitik in der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik der Arbeiterkammer OÖ

Der Arbeitsmarkt steht seit Beginn der Corona-Krise kopf. Von früheren Rezessionen ist bekannt, dass junge Menschen als Erste und besonders stark betroffen sind. Bereits jetzt steigt die Jugendarbeitslosigkeit auf ein historisches Rekordniveau. Daher muss ein umfassendes Jugendrettungspaket in Österreich geschnürt werden.

Corona-Kurzarbeit – kostet unter dem Strich wenig und bringt viel

Von Jürgen Figerl, Volkswirtschaftlicher Referent in der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Arbeiterkammer Niederösterreich, und Dennis Tamesberger, Referent für Arbeitsmarktpolitik in der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik der Arbeiterkammer OÖ

Aufgrund der dramatischen Entwicklung am Arbeitsmarkt und der rasant steigenden Arbeitslosenzahlen haben die Sozialpartner rasch ein attraktives Kurzarbeits-Modell für alle Branchen und Betriebe entwickelt. Betriebe erhalten damit erfahrene MitarbeiterInnen und Know-how und ersparen sich zukünftige Personalsuchkosten. ArbeitnehmerInnen profitieren durch ein aufrechtes Dienstverhältnis und ein stabiles Mindesteinkommen. Kurzarbeit trägt somit wesentlich zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Nachfrage bei – eine ökonomische Win-win-Situation.

Corona-Krise erfordert Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Von Dennis Tamesberger, Referent für Arbeitsmarktpolitik in der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik der Arbeiterkammer OÖ, und Iris Woltran, Mitarbeiterin der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich

Rund 560.000 registrierte Arbeitslose in Österreich – das ist der historisch höchste Wert! Doch das Arbeitslosengeld reicht bei Weitem nicht aus. Im internationalen Vergleich hat Österreich mit 55 Prozent eine der niedrigsten Nettoersatzraten bei Arbeitslosigkeit. Dadurch nimmt auch die Armutsgefährdung zu. Daher braucht es eine Anhebung des Arbeitslosengeldes – nur so kann ein Anstieg der Armut vermieden und die Kaufkraft einer quantitativ bedeutenden Gruppe erhöht werden.

Home-Office in Zeiten von Corona – Chancen und Risiken

Von Eva Mandl, Referentin der Abteilung Arbeitsbedingungen der AK Oberösterreich, und Reinhard Haider, Referent für Arbeitsbedingungen in der Arbeiterkammer Oberösterreich, Abteilung Arbeitsbedingungen

Home-Office von null auf hundert – das war für viele von uns coronabedingt die Realität. Was bis vor der Krise eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat, wurde zur Arbeitsform des Jahres. Das Arbeiten von zu Hause bringt einige Vorteile, wie selbstbestimmteres Arbeiten oder den Entfall von Pendelzeiten. Dennoch darf auch nicht auf die Nachteile vergessen werden: der fehlende soziale Kontakt zu ArbeitskollegInnen oder verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Die AK-ExpertInnen liefern Tipps für ein gelingendes Home-Office.

Wohnen

Wohnen in der Krise – Lebensqualität für alle

Von Judith Wittrich, Referentin in der Abteilung Kommunalpolitik der AK Wien, und Christian Pichler, Referent für Raumplanung und Raumordnung in der Abteilung Kommunalpolitik der AK Wien

In der Krise sind die Mängel von Wohnungen, des städtischen Wohnumfelds und der fußläufigen Erreichbarkeit von Erholungsflächen besonders spürbar gewesen. Um das Stadt-Land-Gefälle und unfaire Flächenaufteilung auszugleichen, braucht es dringend Mindeststandards in Raum- und Bauordnungen – denn nur ein qualitätsvolles Wohnumfeld und genügend Erholungsflächen machen krisenfest.

Wohnen und Corona: Soziale Folgen der Krise

Von Katharina Hammer, Referentin für den Bereich Soziale Stadt, Abteilung Kommunalpolitik der AK Wien, und Mara Verlič, Referentin in der Abteilung Kommunalpolitik der Arbeiterkammer Wien

Schöner Wohnen oder Existenzangst? Die Corona-Krise trifft nicht alle gleich. Bestehende Ungleichheiten werden durch die Krise verstärkt, und dadurch kommt es zu einer ungleichen Verteilung der Krisenlasten. Menschen mit geringen Einkommen und kleinen Wohnungen leiden besonders stark.

Klima

Der europäische Grüne Deal – aus dem Corona-Lockdown in eine klimaneutrale EU!

Von Norbert Templ, Referent in der Abteilung EU und Internationales der AK Wien, und Florian Wukovitsch, Referent für ökologische Ökonomie und Umweltpolitik in der Abteilung für Umwelt und Verkehr der AK Wien.

Durch die Corona-Krise ist vieles im Wandel – auch in der EU. Gerade jetzt gilt es, mit dem „Green Deal“ die Voraussetzungen für eine sozial-ökologische Transformation der europäischen Wirtschaft zu schaffen, mit der die EU zu einem globalen Hoffnungsträger werden kann, so die AK-Experten. Mit einem sozial gerechten Übergang zur Klimaneutralität bis 2050!

Neustart in eine schöne neue Welt?

Von Annette Stolz, Studentin der Internationalen Entwicklung an der Universität Wien und Mitglied der Forschungswerkstatt Protest. Die Forschungswerkstatt erhebt regelmäßig Daten zur Protestbeteiligung an den „Global Earth Strikes“.

Die Corona-Krise zeigt, dass Regierungen und Gesellschaften durchaus fähig sind, entschlossen für ein gemeinsames Ziel und gegen eine gemeinsame Krise vorzugehen. Lässt sich das auch auf die Klimakrise übertragen? Ist das neue Leitmotiv nach Corona durch Solidarität bestimmt? Und was kann man dabei von den Protestierenden der Fridays for Future lernen? Annette Stolz liefert Antworten und macht vor allem eines klar: Krisen können durch gemeinsames Handeln gelöst werden!

Gesundheit & Pflege

Sie nennen es Liebe, wir nennen es systemerhaltende Arbeit

Von Carina Maier, Politikwissenschafterin und freie Trainerin, und Miriam Fahimi, Sozialwissenschafterin und Ökonomin

„Systemrelevante Berufe“ – diese Bezeichnung hörte man speziell zu Beginn der Krise sehr häufig. Doch die Tatsache, dass es sich dabei häufig um prekäre und schlecht bezahlte Erwerbsarbeit oder sogar gänzlich unbezahlte Sorgearbeit handelt, kam selten zur Sprache. Die Verantwortung liegt insbesondere bei Frauen und MigrantInnen. Und da braucht es letztlich mehr als nur Applaus – es braucht eine strukturelle Aufwertung von Sorgearbeit.

Weil Applaus allein zu wenig ist: was wir von COVID-19 für Krankenhäuser und die Langzeitpflege lernen können

Von Heidemarie Staflinger, Referentin der Abteilung Arbeitsbedingungen der AK Oberösterreich, und Alexander Gratzer, Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Betreuung der AK Steiermark.

Auch wenn Österreichs Krankenhäuser die Corona-Krise im Vergleich zu anderen Ländern gut überstanden haben, ist es Zeit für eine Reflexion der österreichischen Gesundheits- und Langzeitpflegestruktur. Denn: Das System der 24-Stunden-Betreuung stößt immer mehr an seine Grenzen, genauso wie pflegende Angehörige, die sich teils allein gelassen fühlen.

Wirtschaft & Finanzen

Eine gerechte & solide Krisenfinanzierung

Von Philipp Gerhartinger, Leiter der Abteilung Steuerrecht in der AK Wien

Der Staatshaushalt steht aufgrund der Kosten der Corona-Krisenbewältigung und der notwendigen Investitionen in Sozialstaat, Arbeit und Umwelt vor Herausforderungen. Und da stellt sich die Frage, wie dieser außerordentliche Finanzierungsbedarf gewährleistet werden kann, der auch eine gerechte Verteilung sicherstellt.

Der AK-Experte formuliert fünf Empfehlungen zur Krisenfinanzierung:

  • Keine Rückkehr zu Sparpolitik und Nulldefizit
  • Kein Spielraum für kapitalseitige Steuergeschenke
  • Schieflage im Steuersystem nachhaltig ausgleichen
  • MillionärInnen & MilliardärInnen an der Finanzierung beteiligen
  • Keine Krisenfinanzierung durch Öko-Steuern auf Kosten der breiten Masse

Budget 2020: Schritte zur Überwindung der Corona-Krise

Von Georg Feigl, Referent für öffentliche Haushalte und europäische Wirtschaftspolitik in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien, und Jana Schultheiß, Referentin für öffentliche Haushalte und Sozialstaat in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien

Die hohen Kosten der Corona-Krise und Gegenmaßnahmen benötigen Finanzierung. Zentrales Ziel der Budgetpolitik muss nun eine gerechte Verteilung der Krisenlasten sein. Die Budgetanalyse der AK-ExpertInnen zeigt die Dringlichkeit eines Beschäftigungs- und Investitionsprogramms auf, um die Arbeitslosigkeit schnell zu reduzieren. Dabei kommt es auf den Ausbau des gesundheits- und Pflegesystems an, auf die Qualifikation und Vermittlung für Arbeitslose, Investitionen in öffentlichen Verkehr und nachhaltige Energiesysteme sowie ein kommunales Klimainvestitionsprogramm.

Über den/die AutorIn

Beatrix Mittermann

Beatrix Mittermann

Beatrix Mittermann hat internationale Betriebswirtschaft an der WU Wien, in Thailand, Montenegro und Frankreich studiert. Sie ist Autorin, Schreibcoach, Redakteurin des ÖGB Verlags sowie freie Redakteurin für diverse Magazine und Blogs.