Die große Frage: Wird denn eigentlich genug investiert?

Zwar investiert Österreich weitaus mehr, als dies in Deutschland oder in der Eurozone der Fall ist. Doch wegen der Klimakrise brauchen wir viel mehr: öffentlichen Nah- und Fernverkehr, Radinfrastruktur, Energieerzeugung und -netze, thermische Sanierung von öffentlichen, privaten und Betriebsgebäuden, Forschung und Entwicklung neuer Technologien.
Diese Investitionen verbessern das Klima, kommen allen sozialen Gruppen zugute und schaffen öffentliche Räume für ein Miteinander. Sie sind ein Gegenprojekt zu Individualisierung und Privatisierung.

Porträt Markus Marterbauer

Ganz im Gegenteil, es wird viel zu wenig investiert. 

Markus Marterbauer, Wirtschaftswissenschaftler

Wir können sie uns auch leisten: Österreichische Staatsanleihen werden derzeit negativ verzinst. Der Budgetspielraum bei Einhaltung der EU-Regeln beträgt 3 Milliarden Euro – ein großes Investitionspotenzial, sofern er nicht für Steuergeschenke an die oberen 100.000 vergeudet wird. Auch in der EU müssen Hunderte Milliarden gegen die Klimakrise investiert werden. Statt zu enger Budgetregeln brauchen wir Vorrang für grüne Investitionen, die Wohlstand schaffen.

Von
Markus Marterbauer
AK WIEN Wirtschaftswissenschaft und Statistik

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Arbeit&Wirtschaft 1/20.

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