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AKOÖ: "Gemeinsam auftreten: das bringt’s!"

Aus AK und Gewerkschaften

Journalistin Caro Lobig bei Diskussion in Steyr: "Arbeitsbedingungen wie bei Zalando gehören ins Museum."

Absolute Kontrolle, unwürdige Arbeitsbedingungen, massiver Druck auf die Beschäftigten: Die deutsche Enthüllungsjournalistin Caro Lobig rüttelte in Steyr mit ihren Schilderungen aus den Niederungen der Arbeitswelt auf. Zum Beispiel beim Online-Riesen Zalando: „Es fehlt die menschliche Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern“, erzählte sie bei einer gemeinsamen Veranstaltung der AKOÖ und des Museums Arbeitswelt.
Caro Lobig arbeitet für die Fernsehsendung „Team Wallraff“, zuletzt drehte sie versteckt Aufnahmen über die Zustände bei Zalando und in einem privaten Pflegeheim. Sie warf damit ein Licht auf die dunkle Kehrseite der Arbeitswelt: „Hier wird man ständig getrieben, noch mehr zu leisten. Bis man nicht mehr kann.“ Digitale und Kamera-Überwachung der MitarbeiterInnen, Körper-Kontrollen mit Metalldetektoren, Bespitzelung durch Vorgesetzte fand man bei Zalando vor. Respektloser Umgang mit Beschäftigten, kein Fachpersonal, miese Bezahlung und unmenschliche Profitorientierung kennzeichneten ein privates Pflegeheim. Zustände wie diese gehen mit einem entwürdigenden Umgang mit alten und pflegebedürftigen Menschen einher. „Wenn nur Profitinteressen im Vordergrund stehen, ist das für die Menschen tödlich“, so die Aufdeckerjournalistin.
Inzwischen wurde das Pflegeheim von der Behörde zugesperrt, bei Zalando gibt es einen höheren Lohn, weniger Überwachung und einen Betriebsrat an zwei Standorten. „Einer alleine hat keine Chance gegen solche Zustände“, betonte Lobig. „Aber sich organisieren und gemeinsam aufzutreten, das bringt es.“ Genau das fürchten die multinationalen Konzerne nämlich. Deshalb beschäftigen solche Firmen ganze Rechtsanwaltshorden, um Betriebsräte zu verhindern. „Betriebsräte sind ein wichtiger Bestandteil der Demokratie“, betonte AK-Präsident Johann Kalliauer bei der anschließenden Diskussion. „Wer Betriebsräte verhindert, verhindert Demokratie.“
Druck können auch die KonsumentInnen ausüben. Lobig selbst erklärte, nicht bei Konzernen wie Amazon und Zalando zu kaufen: „Es geht ganz stark darum, diese Firmen zu einem respektvollen Umgang mit Menschen zu zwingen.“ In augenzwinkernder Anspielung auf den Veranstaltungsort sagte Lobig: „Nicht Arbeit gehört ins Museum, sondern Arbeitsbedingungen wie bei Zalando.“

Mehr: tinyurl.com/yagbr9f7

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