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Frisch gebloggt

Der A&W-Blog ergänzt die Printausgabe als digitales Debattenforum. Frisch gebloggt gibt einen Einblick, was in letzter Zeit online los war. In voller Länge finden Sie diese sowie jede Menge anderer aktueller Debattenbeiträge zum Nachlesen auf blog.arbeit-wirtschaft.at.

Webtipps der Woche

Wir legen Ihnen diese drei Beiträge besonders ans Herz:

  • Steuertricks von Konzernen: OECD hält an irreparablem Steuersystem fest (Martina Neuwirth & David Walch)
  • Abbau des Kündigungsschutzes in Europa: Politischer Konsens auf schwachem Fundament (Daniel Unterweger)
  • Geschlechterungleichheit bei der Verteilung der Arbeitszeit in Österreich (Judith Derndorfer)

Lücken und tricksen 
Das Bild ging um die virtuelle Welt: 12,5 gegen 1.000 Milliarden Euro. Es war die Gegenüberstellung der jährlichen Kosten für die Versorgung einer Million Flüchtlinge und jenen der Steuerflucht von Konzernen und Vermögenden. Neuwirth und Walch sehen es daher als dringend notwendig, endlich zu verhindern, dass sich ausgerechnet die Vermögendsten vor ihrem Beitrag zum Gemeinwohl davonstehlen. Allein bei den Steuertricks von multinationalen Konzernen schätzt die OECD den Verlust auf 100 bis 240 Milliarden US-Dollar – pro Jahr. Die Rechnung dafür bezahlt die breite Bevölkerung mit höheren Steuern auf Arbeit und Konsum. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen werden benachteiligt. Nun hat die OECD im Auftrag der G20 – nach Jahren völliger Ignoranz gegenüber den Forderungen der Zivilgesellschaft – vor zwei Jahren einen Prozess gestartet, mit dem man den Steuertricks von Konzernen Einhalt gebieten will. Die Ergebnisse wurden Anfang Oktober präsentiert und von den G20 beschlossen. Auch wenn es dabei Fortschritte gibt: Es bleiben noch immer wesentliche Lücken bestehen. Die einzig sinnvolle Lösung wäre eine Gesamtbesteuerung für Konzerne, bei der sie als globale Einheit behandelt werden. Das Tricksen der Konzerne hätte dann ein Ende.

Lesen Sie mehr: tinyurl.com/jppdfso 

Ein bisschen weniger von allem 
Ein starker Kündigungsschutz wurde in den letzten Jahren oft als schädlich gegenüber Beschäftigung und wirtschaftlichem Wachstum dargestellt. Während der Wirtschaftskrise wurde die Aufweichung bestehender Regelungen daher als Teil der Strukturreformen in Gegenleistung für Finanzhilfen der Europäischen Institutionen verlangt (z. B. in Griechenland oder Portugal). Zudem gibt es allgemein einen europäischen Trend zu einer Schwächung des Kündigungsschutzes. Die wissenschaftlichen Grundlagen dafür sind allerdings sehr wackelig, wie Unterweger in seinem Beitrag darstellt. Neuere Forschungsergebnisse zeigen nämlich eindeutig, dass ein aufgeweichter Kündigungsschutz keine positiven Effekte auf die Beschäftigung hat. Im Gegenteil: In den meisten Ländern nahm die Arbeitslosigkeit für Problemgruppen weiter zu. Österreich zählt zu den Ländern mit einem ohnehin wenig ausgeprägten Kündigungsschutz – Verschlechterungen könnten hier besonders negative Auswirkungen haben.

Lesen Sie mehr: tinyurl.com/h4nlmka 

Arbeit, nicht bezahlt
In Österreich sind die klassischen Geschlechterrollen noch immer weit verbreitet. Besonders deutlich wird das bei der Verteilung der Arbeitszeit, wie der Artikel von Derndorfer zeigt. Während 2014 laut Statistik Austria 60,5 Prozent des gesamten Volumens bezahlter Erwerbsarbeit von Männern geleistet wurde, belief sich der von Frauen geleistete Anteil auf 39,5 Prozent. Bei der unbezahlten Arbeit war das Verhältnis genau umgekehrt. Besonders stark wirken sich Kinder auf die Arbeitsverteilung aus. So waren 2014 67,2 Prozent der Frauen mit Kindern erwerbstätig, bei Frauen ohne Kinder waren es mit 84,7 Prozent deutlich mehr. Bei Männern lässt sich der umgekehrte Trend feststellen: Mit Kindern sind mehr Männer erwerbs-tätig (92,6 Prozent) als ohne Kinder (83,6 Prozent). Diese ungleiche Arbeitsteilung wird durch die Familienpolitik unterstützt.

Lesen Sie mehr: tinyurl.com/zzmxvp3

Und noch zwei Tipps: Die weitere Liberalisierung der Kapitalmärkte ist genau die falsche Richtung, wie Stockhammer und Reissl analysieren. Sie fordern, dass endlich eine Bankenreform angegangen wird, die das „Too big to fail“ wirksam bekämpft (tinyurl.com/hjz3knh). Und wer lieber schauen als lesen mag, für den/die erklärt FORBA-Expertin Annika Schönauer in einem Video-Blog, vor welchen Herausforderungen die Arbeitswelt aufgrund des digitalen Wandels steht (tinyurl.com/gsxlxb9).

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