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VÖGB: Podiumsdiskussion: Flüchtling sein in Österreich

Aus AK und Gewerkschaften

Wie sieht die derzeitige Flüchtlingssituation in Österreich aus und wie kann Integration gelingen? Diese und ähnliche Fragen wurden bei der Veranstaltung des VÖGB erörtert.

Es sind traurige Bilder, die prägen: junge Frauen und Männer, Alte, Kinder und Verletzte auf Landstraßen und Autobahnen. Sie sind aus ihrer Heimat geflohen, weil sie um ihr Leben fürchten. „Laut Schätzungen der UNHCR und der IOM sind 2015 insgesamt eine Million Menschen nach Europa gekommen“, so Lukas Neißl,  Generalsekretär der International Conference of Labour and Social History, bei der Podiumsdiskussion „Flüchtling sein in Österreich. Herausforderungen heute und morgen“ – viele von ihnen auch nach Österreich. Erich Weisz, Vizebürgermeister von Nickelsdorf und ÖBB-Betriebsrat, weiß, dass große Flüchtlingsströme auch große Herausforderungen sind: „In kürzester Zeit kamen Tausende Flüchtlinge, die versorgt werden mussten.“ Die Versorgung funktionierte aus seiner Sicht gut, weil offen kommuniziert wurde, viele Engagierte mithalfen, die Infrastruktur bereits vorhanden war, aber auch „weil alle gehandelt haben, als es notwendig war, und nicht erst um Erlaubnis gefragt haben“. Bei der Veranstaltung wurde auch versucht, zu erörtern, wie Integration konkret mitgestaltet werden kann.

„Es gibt kein Geheimrezept für gelungene Integration. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es wichtig ist, die Sprache zu erlernen, aber auch als Mensch und nicht als Flüchtling angesehen zu werden. Jeder sollte die Chance bekommen, zu zeigen, wer und was er ist“, so Amela Muratovic, die 1992 aus Bosnien nach Wien flüchtete. „In Kriegsgebieten passieren schreckliche Dinge, die Flucht ist nicht einfach. Menschen verlassen ihre Familien, ohne zu wissen, ob sie sie jemals wiedersehen, und fangen in einem fremden Land bei null an.“ Erich Fenninger, Volkshilfe-Geschäftsführer, verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht die flüchtenden Menschen das Problem sind, sondern die steigende Kluft zwischen Arm und Reich: „Es ist ein Glück, in Österreich geboren zu sein, wo kein Krieg oder extreme Armut herrscht. Menschenrechte sind universell und unteilbar. Wir dürfen nicht zulassen, dass Benachteiligte gegeneinander ausgespielt werden, konkret Arbeitslose gegen AsylwerberInnen.“ Er schlägt finanzierte Deutschkurse und die Schaffung eines zweiten bzw. dritten Arbeitsmarktes vor. Es gäbe viele Plätze, wo Arbeitskräfte gebraucht werden.

Infos unter: www.facebook.com/voegb

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