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Frisch gebloggt

Der A&W-Blog ergänzt die Printausgabe als digitales Debattenforum. Frisch gebloggt gibt einen Einblick, was in letzter Zeit online los war. In voller Länge finden Sie diese sowie jede Menge anderer aktueller Debattenbeiträge zum Nachlesen auf blog.arbeit-wirtschaft.at.

Webtipps der Woche
Wir legen Ihnen diese drei Beiträge besonders ans Herz:

  • Radikaler Reformismus in der wissenschaftlichen Verteilungsdebatte (Matthias Schnetzer)
  • Generationengerechtigkeit: Falscher Schauplatz des Verteilungskonflikts (Angelika Gruber)
  • Fortschritt bedeutet Arbeitszeitverkürzung – der Ansicht waren schon Marx und Keynes (Bernhard Schütz)

Verteilung und radikaler Reformismus  
Forderungen, deren Umsetzung als nicht realistisch erachtet werden, gelten als radikal. Demnach ist Thomas Piketty („Das Kapital im 21. Jahrhundert“) mit seiner Forderung nach einer globalen Vermögenssteuer utopisch oder radikal. Sir Tony Atkinson („Inequality – What can be done?“) wiederum setzt seine Maßnahmen auf nationaler Ebene an, weshalb er als realistischer oder weniger radikal bezeichnet wird. Radikalität bedeutet, eine Problemstellung an der Wurzel zu packen, also Wurzelbehandlung statt Symptombekämpfung zu betreiben.
Demzufolge gilt wohl weder eine globale noch eine nationale Vermögenssteuer als radikal, solange sie die Besitzverhältnisse nicht substanziell ändert, wie Matthias Schnetzer ausführt. Dass sich die Verteilungssituation immer mehr zuspitzt, ist real. Selbst die OECD warnt vor gesellschaftlicher Polarisierung und sozialen Spannungen, weil die unteren 40 Prozent der Einkommensverteilung sukzessive abgehängt werden. Es gilt, klar zu sagen: Eine Steuer auf sehr große Vermögen, die nur einen Teil der Erträge abschöpft, verändert die Vermögensverhältnisse nicht nachhaltig. Eine Steuersenkungspolitik für Spitzeneinkommen löst keinen „Trickle-down-Effekt“ für die unteren Einkommensschichten aus.
Lesen Sie mehr:
http://blog.arbeit-wirtschaft.at/radikaler-reformismus-in-der-wissenschaftlichen-verteilungsdebatte/

Generationengerechtigkeit 
Die Aufrufe, das Pensionssystem in Österreich zu reformieren, um es künftig auch finanzieren zu können, gibt es seit Jahren. Der Beitrag von Angelika Gruber zeigt auf, dass der Ruf nach mehr „Generationengerechtigkeit“ mittlerweile ein Standardargument der Politik wie auch der Ökonomie ist, dessen Analyse viel zu kurz greife. In Österreich wird das öffentliche Pensionssystem zum größten Teil über Sozialversicherungsbeiträge finanziert.
Da diese Beiträge als fixer Anteil der Löhne und Gehälter berechnet werden, ist ihr Wachstum für die Dynamik des Beitragsaufkommens entscheidend: je höher das Beschäftigungsniveau, umso höher ist die Zahl der BeitragszahlerInnen; je höher die Entlohnung, umso höher ist das Beitragsvolumen.
Da die Lohnquote in Österreich seit Jahren kontinuierlich sinkt, hat dies einen negativen Effekt auf die Finanzierungsbasis der Altersversorgung – sie wird zunehmend kleiner und gleichzeitig steigt die Zahl der PensionistInnen. Daher ist es notwendig, den eigentlichen Verteilungskonflikt zwischen Arbeit und Kapital anzutasten, so Gruber.
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http://blog.arbeit-wirtschaft.at/generationengerechtigkeit/

Fortschritt bedeutet Arbeitszeitverkürzung
Der Trend zu mehr Freizeit erscheint in unserer heutigen Gesellschaft als etwas Neues. Aber bereits Karl Marx und John Maynard Keynes haben diese Idee in ihren Wirtschaftstheorien verfolgt, wie Bernhard Schütz, Ökonom an der Uni Linz, in seinem Beitrag ausführt.
Karl Marx war der Ansicht, dass sich jeder Mensch ganzheitlich verwirklichen kann und die „gesellschaftlich notwendige Arbeit“ so weit wie möglich reduziert werden sollte, damit der Widerspruch zwischen Arbeit und Selbstverwirklichung aufhört.
John Maynard Keynes ging davon aus, dass der technologische Fortschritt es ermöglicht, die Arbeitszeit weitestgehend zu reduzieren, und die Menschen sich in der Freizeit ihrer eigentlichen Bestimmung widmen könnten. So neu erscheint die Debatte um Arbeitszeitverkürzung also nicht.
Allerdings braucht es dafür heute auch eine Verteilungsdebatte, damit die freiwillige Arbeitszeitverkürzung von einem Privileg der wenigen zu einer tatsächlichen Option für alle wird.
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http://blog.arbeit-wirtschaft.at/fortschritt-bedeutet-arbeitszeitverkuerzung-der-ansicht-waren-schon-marx-und-keynes/

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