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ÖGJ: Erfolgsmodell Lehre attraktiver machen

Aus AK und Gewerkschaften

Mehr Qualität in der Lehrausbildung kann so manche Image-Kampagne unnötig machen.

Minister Reinhold Mitterlehner will das Erfolgsmodell Lehre weiterentwickeln und attraktiver machen. Dem stimmt die Gewerkschaftsjugend voll und ganz zu – allerdings soll die Lehre nicht für Ausbeuter und Schmalspurausbildner attraktiver werden, sondern für die Jugendlichen und für die gesamte Wirtschaft“, sagt Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Dafür brauche es mehr als nur Imagemaßnahmen: „Die Qualitätssicherung muss ausgebaut werden. Derzeit ist die duale Ausbildung der einzige Bereich im gesamten Bildungssystem, wo Qualität so gut wie überhaupt nicht kontrolliert wird.“



„Wenn die Unternehmen besser ausbilden würden, könnte sich Österreich die eine oder andere Image-Kampagne für die Lehre sparen. Denn viele Jugendliche wollen eine praktische Ausbildung machen, sie entscheiden sich aber oft dagegen, weil die Lehrplätze zu unattraktiv sind.“ Unternehmen, die gut ausbilden und attraktive Angebote für Jugendliche haben, haben hingegen keine Probleme. Sie bekommen viele Bewerbungen und können sich ihre Lehrlinge aussuchen. Ernszt: „Die jammern dann auch nicht darüber, dass ihnen die Jugendlichen alle zu dumm sind.“

Für mehr Qualität in der Lehrausbildung fordert die ÖGJ:

  • die Einführung einer verpflichtenden Teilprüfung, die auf die Lehrabschlussprüfung angerechnet wird;
  • mehr Kontrollen über die tatsächliche Ausbildungstätigkeit;
  • regelmäßige Weiterbildungen der AusbildnerInnen.

Bessere Qualität sollte aber mit mehr angebotenen Lehrstellen einhergehen. „Die Wirtschaft muss wieder mehr Lehrlinge ausbilden. Die Zahl der Lehrstellen ist seit 1980 um ein Drittel zurückgegangen, gerade 20 Prozent der Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden könnten, tun das auch. Die Zahlen machen klar, dass vor allem auf der Seite der Wirtschaft einiges getan werden muss – sich auf schwache Geburtenjahrgänge auszureden ist zu wenig und verbessert nichts an der Situation“, kritisiert Ernszt. Auch AMS-Chef Johannes Kopf rechne bis 2018 mit einem weiteren Rückgang auf 13,4 Prozent Ausbilderbetriebe. Die ÖGJ fordert daher einen Ausbildungsfonds (Fachkräftemilliarde), in den Firmen einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und aus dem Betriebe, die qualitativ hochwertig ausbilden, Förderungen erhalten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die Unternehmen finanziert werden.

Mehr Infos unter:
tinyurl.com/k8b4qsp

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