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ÖGB: Frauen "gewinnen" zwei Tage

Aus AK und Gewerkschaften

Equal Pay Day: Frauen arbeiten immer noch 83 Tage gratis.

„Im Schnitt verdienen Vollzeit arbeitende Frauen in Österreich 2014 um 22,7 Prozent weniger als Männer. Das bedeutet, dass Frauen bundesweit ab dem 10. Oktober im Vergleich zu den Einkommen von Männern anfangen, gratis zu arbeiten“, stellte Renate Anderl, geschäftsführende ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin, anlässlich des Equal Pay Days fest. Im Vergleich zum Vorjahr haben Frauen zwei Tage „gewonnen“, 2013 war der Equal Pay Day der 8. Oktober.

Im Zehnjahresvergleich werden die Veränderungen sichtbar: 2004 arbeiteten die Frauen genau 100 Tage gratis und der bundesweite Equal Pay Day lag am 23.September. 2014 sind es „nur“ noch 83 Tage, somit gibt es eine Verbesserung um 17 Tage. Anderl fordert „konkrete Maßnahmen wie den Ausbau ganztägiger und flächendeckender Kinderbetreuungs- und Kinderbildungseinrichtungen oder eine gesetzliche Verpflichtung zur Anrechnung aller Elternkarenzzeiten“.

Auch wenn es noch genug Grund für Ungeduld gibt, gibt Anderl zu bedenken; „Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder Tag in Richtung Jahresende ein Gewinn ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit und harte Arbeit. Erst wenn allen bewusst ist, dass dieses Thema nicht allein die Frauen, sondern die gesamte Gesellschaft angeht, können wir Gerechtigkeit auch beim Einkommen erreichen.“


Die ÖGB-Frauen machen heuer mit einem Kreuzworträtsel auf ihre Arbeit aufmerksam. Unter dem Motto „Gewinn mit uns“ zeigen die Gewerkschafterinnen auf, dass die jährliche Verbesserung der Lohnsituation von Frauen nicht dem Zufall zugeschrieben werden kann.

Ganz klar ist für Anderl: „Jedes Jahr zwei Tage zu gewinnen ist uns zu langsam. Solange der Equal Pay Day nicht am 31.12. ist, werden wir weiter hartnäckig bleiben, weiter sensibilisieren und Druck machen.“ Denn jeder Euro, der Frauen weniger bezahlt wird, hat nicht nur individuelle, sondern auch gesamtwirtschaftliche Folgen. Die ÖGB-Frauen fordern vor diesem Hintergrund einen kollektivvertraglichen Mindestlohn bzw. ein Mindestgehalt in der Höhe von 1.500 Euro. Auch Karenzzeiten müssen auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche angerechnet werden. Zudem braucht es höhere Gehälter für Beschäftigte in frauendominierten Branchen. Nicht zuletzt regen die ÖGB-Frauen die Weiterentwicklung der Einkommensberichte an.

Mehr Infos unter:
tinyurl.com/le5sz7t

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