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Sonja Fercher Sonja Fercher, Chefin vom Dienst

Standpunkt | Öko und sozial gehören zusammen

Meinung

Auf einmal saßen wir im Finsteren. Es war ein gemütlicher Winterabend in Kärnten, meine Familie und ich saßen gemütlich vor dem Fernseher. In der Gegend kommen Stromausfälle durchaus vor, zum Beispiel wenn ein Gewitter die Sicherung springen lässt oder wenn, wie in diesem Fall, ein Baum durch die schweren Schneemassen zum Umstürzen gebracht wurde und dabei eine Stromleitung mitgenommen hatte. Dabei hatten wir noch Glück, denn während bei uns nach ein paar Stunden das Licht wieder leuchtete und die Heizung wieder heizte, mussten die BewohnerInnen des Lesachtals einen ganzen Tag ohne Strom auskommen. Dabei hatten wir dieses Jahr Glück im Unglück: Es war kein bitterkalter Winter, sodass der Ausfall der Heizung nicht allzu schwer wog.

Österreich stärker betroffen
An diesem kleinen Beispiel offenbart sich ein Zusammenhang, der inzwischen unumgänglich ist, nämlich jener zwischen Energieverbrauch und Klimawandel. Ein aktueller Bericht von KlimaforscherInnen bestätigt einmal mehr, dass dieser nicht geleugnet werden kann. Nicht nur das: Der Klimwawandel schreitet in Österreich schneller voran, als man vielleicht denken würde. Um es zu illustrieren: Seit 1880 ist die Temperatur hierzulande um fast zwei Grad Celsius gestiegen – global waren es „nur“ 0,85 Grad. Wie sehr sich diese Entwicklung beschleunigt hat, beweist die Tatsache, dass es seit den 1980ern in Österreich um ein Grad wärmer wurde.

Verteilungsfrage
Dabei leben wir in einer sehr spannenden Zeit, die uns viele nützliche oder unterhaltsame neue Technologien beschert. Von der Wohnzimmercouch aus kann man an der Welt teilhaben wie noch nie zuvor. Zugleich steigt auch das allgemeine Bewusstsein für Energieeffizienz. Besser gesagt: Angesichts der zur Neige gehenden Reserven an fossilen Brennstoffen ist dies auch bitter nötig. Energie ist auch eine Verteilungsfrage. So dringt immer stärker ins öffentliche Bewusstsein, dass es Menschen gibt, die von all diesen neuen Technologien nur träumen können, denn sie können sich nicht einmal das Heizen leisten. Das Schlagwort lautet „Energiearmut“, davon betroffen sind in Österreich immerhin mehr als eine Viertelmillion Menschen. Auch global betrachtet gibt es ein grobes Ungleichgewicht. So ist laut Internationaler Energieagentur ein Fünftel der Weltbevölkerung nicht mit elektrischer Energie versorgt, 95 Prozent dieser Menschen leben in Asien und in den südlich der Sahara gelegenen afrikanischen Ländern. Zugleich nimmt der Energiebedarf enorm zu, die höchsten Zuwächse gab es in den letzten Jahrzehnten – wenig überraschend – in den Ländern des Mittleren Ostens, China und Indien. Immer noch führen die Liste der größten Energieverbraucher aber die USA und Europa an: Sie verbrauchen mehr als die Hälfte der Energie weltweit. Nachhaltigkeit ist also angesagt, nicht nur im Sinne der Umwelt. So manches alte Stromsparrezept mag schon etwas ausgeleiert klingen, aber nach wie vor kann man mit einfachen Maßnahmen einiges erreichen, und zwar nicht nur im privaten Umfeld: Auch für Unternehmen schlummert hier noch einiges an Potenzial.

„Öko“ und „Sozial“ gehören zusammen
Es ist fast genau ein Jahr her, dass ich mit einem spannenden Wirtschaftsberater ein Interview führen durfte, der unter anderem für einen großen deutschen Autokonzern arbeitet. Die häufigsten Sparmaßnahmen, die dieser etwas andere „Rationalisierer“ empfiehlt, gehen nicht zulasten der ArbeitnehmerInnen oder gar der Arbeitsplätze. Vielmehr sind es Energiesparmaßnahmen, von denen einige in der Tat sehr einfach sind. So lassen sich Energie und Geld sparen. Damit schließt sich ein weiterer Kreis: „Öko“ und „Sozial“ lassen sich nicht voneinander trennen, vielmehr hängen die beiden Themen eng miteinander zusammen.

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