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ÖGB: Es geht eh nur um Gurken ...

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Mythen und Märchen über die Europäische Union.

„Die EU kostet uns zu viel.“
Zum Vergleich: Um die jährlichen Steuern an den Staat zu zahlen, müssen BürgerInnen in den meisten Ländern bis weit ins Frühjahr oder in den Sommer hinein arbeiten. Erst dann fließt das Geld in die eigene Tasche. Für den Beitrag zum EU-Haushalt müssen EU-BürgerInnen hingegen nur vier Tage zahlen.

„Österreich zahlt nur ein.“
Falsch! Österreich gehört zu jenen EU-Ländern, die viele Förderungen erhalten, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Forschung.

„Österreich muss für Griechenland und Co. zahlen.“
Richtig ist: Österreich zahlt an kein Land direkt Geld. Als Teil der Solidargemeinschaft EU hat auch Österreich einen bestimmten Betrag in Form von Haftungen zugesagt. Hier handelt es sich aber um eine Form eines Kredits. Ein Austritt Griechenlands hätte zu einem Zerfall der Eurozone führen können, und damit zum Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen in Österreich.

„Das kleine Österreich hat in der EU nichts zu melden.“
Falsch! Österreichische VertreterInnen sind in allen wichtigen Gremien präsent. Außerdem hat Österreich als kleiner Staat verhältnismäßig mehr Abgeordnete als zum Beispiel Deutschland. Österreich hat nach der Wahl 18 Abgeordnete, das zehn Mal größere Deutschland hat 96.

„Das EU-Parlament kann eh nichts entscheiden.“
Falsch! Mittlerweile geht ohne das Parlament nichts mehr: Seit dem Vertrag von Lissabon muss es fast allen Gesetzesvorlagen zustimmen. Ist das Parlament nicht einverstanden, macht es Änderungsvorschläge und es wird ein Kompromiss gesucht. Neu bei dieser Wahl: Die Parlamentswahl ist indirekt auch die Wahl des/der Kommissionspräsidenten/-präsidentin. Die Parteien stellen jeweils eine Spitzenkandidatin/einen Spitzenkandidaten europaweit auf. Die stärkste Partei stellt auch die Spitze der Kommission.

„Der Euro ist ein Teuro – zurück zum Schilling wäre besser.“
Stimmt nicht. Vor dem Euro hatte Österreich teils wesentlich höhere Inflationsraten als jetzt. Ein Austritt aus der Eurozone würde für uns Währungsschwankungen, sinkende Exporte und damit mehr Arbeitslosigkeit bedeuten.

„EU-Regulierungswut: Sogar die Gurken werden genormt.“
Richtig ist: In Österreich gab es bereits 20 Jahre vor der EU-Verordnung ein Gesetz über die Gurkenkrümmung. Diese und ähnliche Regelungen gehen auf internationale Vereinbarungen zurück und werden von der EU nur übernommen.

„AusländerInnen fluten unseren Arbeitsmarkt und drücken die Löhne.“
Richtig ist: Der erwartete Ansturm aus den mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsländern ist ausgeblieben. Außerdem müssen ArbeitnehmerInnen, egal woher, in der EU nach den jeweils geltenden nationalen Regelungen entlohnt werden. In Österreich ist also zumindest nach KV zu bezahlen. Seit seit 2011 gilt das Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping, Unterentlohnung ist strafbar.

„AusländerInnen nutzen unsere Sozialsysteme aus.“
Falsch! Die Fakten des Sozialministeriums beweisen das Gegenteil: Der Anteil von Sozialhilfebezieherinnen und -beziehern ist bei Österreicherinnen und Österreichern höher als bei in anderen Ländern geborenen Menschen. AusländerInnen sind auch kürzer arbeitslos als österreichische StaatsbürgerInnen – insgesamt zahlen sie netto mehr in die Sozialsysteme ein, als sie herausbekommen.

Mehr Info: tinyurl.com/qem85sl

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