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ÖGB/PRO-GE: Klare Absage an Pensionsautomatik

Aus AK und Gewerkschaften

Statt unsozialen Automatismus zu diskutieren sollte vielmehr Beschäftigung geschaffen und gesichert werden.

Eine klare Absage erteilen die Gewerkschaften an die Forderung nach einer automatischen Anpassung des Pensionsantrittsalters an die Lebenserwartung. Diese würde vor allem junge Menschen treffen und zu einer enormen Altersarmut führen. „Schauen wir uns heute die Realität an: Junge Menschen – egal mit welcher Ausbildung – haben enorme Hürden beim Berufseinstieg zu meistern. Nach unzähligen Praktika oder Volontariaten – also Zeiten mit schlechter oder gar keiner Entlohnung – ergattern sie nach Jahren endlich ein ordentlich entlohntes Beschäftigungsverhältnis“, sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar mit Verweis auf die Erfahrungen mit der Aktion „Watchlist Praktikum“.
Das Risiko, heute arbeitslos zu werden, steige schon ab 45 Jahren an. „Wenn sich daran nichts ändert, bleiben jungen Menschen im schlechtesten Fall nur mehr 20 gute Jahre im Berufsleben, auf denen sie ihr ganzes Leben aufbauen müssen“, erklärte Foglar. Und zu den alltäglichen Lebensrisiken wie zum Beispiel Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung etc. würde dann auch noch die Unsicherheit der Pensionsautomatik kommen. „Damit würde eine vernünftige Lebens- oder Familienplanung für all jene verunmöglicht, die nicht aus reichem Elternhaus kommen“, so Foglar. Dazu komme, dass es bereits heute zu wenige Arbeitsplätze für ältere ArbeitnehmerInnen gibt. „Unser umlagefinanziertes Pensionssystem steht für Pensionen, die den Lebensstandard sichern und die Altersarmut verhindern“, sagte Foglar. „Hinter dem Krankjammern des umlagefinanzierten Pensionssystems steckt Absicht“, warnte Foglar. Im Übrigen solle man alle Zahlen und Fakten in Betracht ziehen. Durch die Pensionsharmonisierung und das Auslaufen der Beamtenpensionsregelungen würden die gesamten öffentlichen Pensionsausgaben wesentlich geringer steigen. Der ÖGB-Präsident fordert daher eine Gesamtbetrachtung der öffentlichen Pensionsausgaben.

Auch die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) stellt sich klar gegen die Pensionsautomatik. „Es gibt viele Argumente, die gegen einen solchen Automatismus sprechen: Pensionseinbußen als Folge höherer Abschläge. Mehr Arbeitslosigkeit, da ein höheres Pensionsantrittsalter nicht automatisch mehr Arbeitsplätze bringt. Vor allem würde es jene treffen, die aufgrund sehr belastender Tätigkeiten mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen und eine geringere Lebenserwartung haben. Sie wäre unsozial und ungerecht“, sagt Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der PRO-GE.
Für die langfristige Absicherung des umlagefinanzierten Pensionssystems ist die Sicherung und Schaffung von Beschäftigung ausschlaggebend. Daher fordert die PRO-GE vehement die Umsetzung des vorgesehenen Bonus-Malus-Systems, damit Betriebe mehr ältere Menschen beschäftigen. „Wir brauchen deutlich mehr alternsgerechte Arbeitsplätze. Statt Angst zu verbreiten sollten Anreize und Voraussetzungen geschaffen werden, damit Betriebe ältere ArbeitnehmerInnen einstellen und in Beschäftigung halten“, sagt Wimmer.

Service: Pensionskonto
www.oegb.at/cms/S06/S06_1.5/themen/das-pensionskonto

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