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Katharina Ries-Heidtke Katharina Ries-Heidtke
Buchtipp

"Wir sind Europa"

Wir sind Europa

Seit 2011 absolvieren die TeilnehmerInnen der SOZAK der Bundesarbeitskammer ein Auslandspraktikum. In der A&W stellen sie uns Kolleginnen und Kollegen vor.

"Wir sind Europa“ – das ist das Motto des europäischen Praktikums der Sozialakademie der Bundesarbeitskammer (SOZAK).
Am Ende der SOZAK verbringen die TeilnehmerInnen vier Wochen bei Betriebsratskörperschaften und Gewerkschaften in verschiedenen europäischen Ländern. Dort lernen sie deren gewerkschaftliche und betriebsrätliche Arbeit unmittelbar kennen, etwa wie die IG BAU in Deutschland Organisingkampagnen durchführt, wie die englische Gewerkschaft Unite in London auf die Sparmaßnahmen der Regierung reagiert, wie die Jugendarbeit der finnischen Gewerkschaft Metalli aufgebaut ist oder wie die Betriebsratskörperschaft der Asklepios Kliniken in Hamburg Mitgliederwerbung betreibt.

Netzwerke werden geknüpft

Zusätzlich zu diesen Lernerfahrungen knüpfen die SOZAK-TeilnehmerInnen in diesen vier Wochen Netzwerke, die für die europäische Arbeit der österreichischen Gewerkschaften und Betriebsratskörperschaften sehr wichtig sind. Einige dieser Kontakte werden in den folgenden Ausgaben von Arbeit&Wirtschaft vorgestellt.
Ziel dieses Ausbildungsteils ist neben der europäischen Vernetzung natürlich auch der Blick über den eigenen Tellerrand. Die politische und ökonomische Situation Europas ist nach wie vor angespannt, der Umbau der EU in eine Spar- und Wettbewerbsunion geht weiterhin zu Lasten der Rechte der ArbeitnehmerInnen sowie des Sozialstaates. In Zeiten wie diesen ist es daher umso wichtiger für ArbeitnehmervertreterInnen, gut ausgebildet zu sein und über die Vorgänge in Europa Bescheid zu wissen.
Die Praktika sind in den Lehrgangsverlauf eingebettet. Bei der umfassenden fachlichen Ausbildung in den klassischen Bereichen Wirtschaft, Recht, Politik und Sozialpolitik, die in der SOZAK unterrichtet werden, wird verstärkt auf internationale Zusammenhänge eingegangen. Dazu zählt natürlich auch die Studienwoche in Brüssel, die den Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmern einen ersten Vorgeschmack auf das Europapraktikum gibt.
Bei der Vorbereitung der Praktika werden die SOZAK-TeilnehmerInnen von der Lehrgangsleitung und von ihren zuständigen Gewerkschaften, die bei sämtlichen Schritten voll eingebunden sind, unterstützt. In enger Absprache mit den Bildungssekretären und den Internationalen Sekretären werden die Zielländer und -organisationen festgelegt. Neben individuellen Wünschen wird vor allem auf die gewerkschaftlichen Interessen geachtet. 
„You never work alone“ gilt auch für die Zeit im Ausland: Alle SOZAK-Praktikantinnen und -Praktikanten erhalten während des Europamonats ausgewählte Betriebsrätinnen/-räte oder Gewerkschaftssekretärinnen/-sekretäre der jeweiligen Organisation zur Seite gestellt, die sie betreuen und auch bei organisatorischen Angelegenheiten unterstützen.
Zurück in Österreich werden die Ergebnisse mit den Gewerkschaften diskutiert und von jedem/jeder TeilnehmerIn in einem Praktikumsbericht zusammengefasst. Diese Berichte stehen Gewerkschaften sowie Betriebsratskörperschaften für ihre Arbeit zur Verfügung.

Vielfältige Lernziele

Die Lernziele eines derartigen Praktikums sind vielfältig. Durch das Auslandspraktikum lernen die TeilnehmerInnen Arbeits- und Lebensbedingungen anderer Länder ebenso wie die Strukturen der jeweiligen Gewerkschafts- und Interessenvertretungsorganisationen kennen. Außerdem machen sie sich mit den politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen, unter denen die dortigen ArbeitnehmervertreterInnen tätig sind, vertraut.
Das Europapraktikum in der SOZAK ist ein wichtiger Schritt in der gewerkschaftlichen Bildung hin zu mehr Internationalität, europäischer Vernetzung und länderübergreifender Handlungsfähigkeit von Gewerkschaften und Betriebsratskörperschaften.

Schreiben Sie Ihre Meinung an die AutorInnen georg.sever@akwien.at und brigitte.daumen@akwien.at oder die  Redaktion aw@oegb.at

Interview
Zur Person: Katharina Ries-Heidtke
58 Jahre, geschieden, Wohnort: Hamburg/Deutschland
Kinder: Jannis (23), Student, Felix (19), Abiturient
Erlernter Beruf: Anästhesiepflegekraft
Firmenstandort: Hamburg 
Gewerkschaft: ver.di. Mitglied seit 1976, ehrenamtliche Vorsitzende des Landesbezirksvorstandes ver.di Hamburg, Mitglied im Gewerkschaftsrat. Ab 1985 im Betriebsrat, seit 1994 Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, seit 2005 auch Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, stellvertr. KBR-Vorsitzende des Gesamtkonzerns, Mitglied in Aufsichtsräten des Gesamtkonzerns in Hamburg.

Was bedeutet Ihnen Arbeit?
Spaß, Freude, Erfolg, Macht, Entwicklung, Vermittlung, strategisches Denken.

Wie sehen Sie die deutsche Wirtschaft?
Gespalten. Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer und die Zahl der am Existenzminimum lebenden Menschen nimmt stetig zu. 

Was bedeutet Ihnen Gewerkschaft?
Die Gewerkschaften sind die einzige gesellschaftliche Kraft, die es ermöglicht, den abhängig Beschäftigten zu ihren Rechten zu verhelfen. Ohne Gewerkschaften würde der Kapitalismus ausufern und ins letzte Jahrhundert zurückfallen. Die Beschäftigten können nur durch ihre Mitgliedschaft  Gewerkschaften stark machen und mit deren Hilfe um ihre Rechte kämpfen.  

Was bedeutet Ihnen die EU?
Starker Zusammenhalt und hoffentlich baldige Beendigung gegenseitiger Beschuldigungen und des Kaputtsparens.

Welches ist Ihr Lieblingsland in Europa? Warum?
Die meisten Länder mag ich sehr gern und habe sie auch schon bereist.

Wo und wie oft machen Sie Urlaub?
Eine Woche Skifahren im Jahr und Campingurlaub im Sommer. 

Was sind die größten zukünftigen Herausforderungen für Sie als Betriebsrat?
Gemeinsam mit den örtlichen Betriebsräten für bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Versorgungsqualität für die Patienten zu kämpfen. 

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?
Gesundheit, Durchhaltevermögen und weiterhin Spaß!

Vielen Dank.

Die deutsche Kollegin Katharina Ries-Heidtke wurde uns von Gerald Hautz vermittelt.
Der Betriebsratsvorsitzende Gerald Hautz (BRV AUVA-UKH Meidling) hat sein vierwöchiges europäisches Praktikum im Zuge des 61. Lehrgangs der Sozialakademie (2011/2012) bei der BR-Körperschaft der Asklepios Kliniken in Hamburg verbracht.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Kurzname: „Verdi“, Wortmarke „ver.di“) ist eine Mitgliedsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mit Sitz in Berlin. Sie hat knapp 2,1 Mio. Mitglieder (Stand: 30. Juni 2011) aus rund 1.000 Berufen und ist damit die zweitgrößte Gewerkschaft im DGB nach der IG Metall. ver.di ist die größte Gewerkschaft für Dienstleistungsbranchen in Deutschland. (Quelle: Wikipedia) www.verdi.de

Info&News
Deutschland:
EinwohnerInnen: 82,036 Millionen
Währung: Euro
BIP pro Kopf: 43.742 USD
Human Development Index: 0,920
Aktuelle Durchschnittskosten
1 Liter Benzin: 1,40 Euro
1 Laib Brot: 2,50 Euro
1 Liter Milch: 1,00 Euro
½ Liter Bier im Lokal: 4,00 Euro
1 Kilo Äpfel: 1,99 bis 5,00 Euro
1 Kinokarte: 8,00 Euro

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