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vida/AK: Tourismus - Aufholbedarf beim Personal

Aus AK und Gewerkschaften

Neuer Arbeitsklima Index zeigt: Die Branche ist am richtigen Weg, aber es gibt Herausforderungen.

„Nach einer zehnjährigen Aufholjagd ist der Tourismus, was die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen betrifft, endlich da angekommen, wo alle anderen Branchen sind.“ So kommentierte Berend Tusch von der vida den aktuellen Arbeitsklima Index Tourismus 2017. Die Daten der Sonderauswertung wurden im November bei einer Podiumsdiskussion von der Gewerkschaft vida, der AK Wien und dem IFES präsentiert. Besonders ins Auge fällt, dass sich die allgemeine Zufriedenheit unter den ArbeitnehmerInnen im Tourismus gegenüber der letzten Erhebung 2014 signifikant gesteigert hat.
Positiv wird auch die Einkommensentwicklung wahrgenommen. Die Löhne und Gehälter sind kräftig gestiegen und das spüren die Menschen: Lagen sie 2014 noch bei 1.320 Euro, so werden im kommenden Mai 1.500 Euro erreicht – ein Anstieg von 13,6 Prozent. „Die Menschen merken, dass sich ihre Arbeit auch finanziell lohnt“, betont der Gewerkschafter. Im Vergleich zu 2014 verspüren die Beschäftigten zudem eine deutlich höhere Arbeitsplatzsicherheit. Deutlich gesunken ist bei vielen ArbeitnehmerInnen auch der Wunsch, sich zu verändern bzw. in ein anderes Unternehmen zu wechseln.
Allerdings haben die Beschäftigten weiter mit hohen physischen Belastungen und Stress zu kämpfen. Die Werte  in diesen Bereichen sind im aktuellen Arbeitsklima Index unverändert hoch. „Das ist alarmierend, wenn auch leider nicht überraschend“, so Tusch. „Wir wissen, dass viele Beschäftigte unter der Dienstplanunsicherheit leiden. Viele wissen heute nicht, ob und wie sie morgen Dienst haben. Aber nicht nur das  macht ein familienfreundliches Arbeitsleben nahezu unmöglich, auch viel zu kurze Ruhezeiten wirken für viele abschreckend!“ So verweist etwa im aktuellen Arbeitsklima Index knapp ein Drittel der Tourismusbeschäftigten auf unregelmäßige Arbeitszeiten wie z. B. Arbeit auf Abruf, abgesehen von einem weiteren Fünftel mit „regelmäßiger“ Schicht- oder Turnusarbeit.

Es müsse auch im Tourismus möglich sein, ein Mindestmaß an Planbarkeit und Verbindlichkeit sicherzustellen, betont Tusch. Vor allem bei der Aufstockung des Personals ortet er extremen Aufholbedarf: „Im Vergleich zu allen anderen Branchen liegt der Tourismus in den Bereichen Zeiteinteilung, allgemeine Berufszufriedenheit und Karrierechancen noch weit zurück. Das sind die Herausforderungen in den kommenden Jahren, damit auch noch die nächsten Generationen das Hotel- und Gastgewerbe als Zukunftsbranche sehen!“
Mehr Info: tinyurl.com/yawnqdfg

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