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AK: Die verborgenen Super-Reichen

Aus AK und Gewerkschaften

Neue AK-Studie zeigt: Das Gesamtvermögen privater Haushalte ist um 319 Milliarden Euro höher als bisher angenommen.

Bisher wurde das Gesamtvermögen privater Haushalte in Österreich mit 998 Milliarden Euro beziffert. Es liegt allerdings deutlich höher, wie Forscher der Universität Linz im Auftrag der AK berechnet haben, nämlich bei 1.317 Milliarden Euro. Somit wuchs das Gesamtvermögen durch die Hinzuschätzung der fehlenden Reichen im Datensatz um 319 Milliarden Euro. Das Durchschnittsvermögen steigt unter der Berücksichtigung vorher nicht erfasster reicher Haushalte von 258.000 auf 341.000 Euro.

Der Hintergrund: Erst seit wenigen Jahren bringt eine Erhebung der Oesterreichischen Nationalbank deutlich mehr Transparenz in die Vermögensverteilung in Österreich. Eine besondere Schwierigkeit ist dabei die korrekte Erfassung sehr vermögender Haushalte, da diese nur in kleinem Umfang befragt werden und darüber hinaus die Teilnahme an der freiwilligen Erhebung eher verweigern. Ein Team rund um Jakob Kapeller von der Universität Linz hat eine statistische Hochschätzung für diese fehlenden reichen Haushalte in der zweiten Welle der ÖNB-Erhebung vorgenommen. Ergebnis: Die Vermögenskonzentration ist noch höher als bisher vermutet.

Interessant ist vor allem das reichste ein Prozent: Dieses besitzt in Österreich rund 40,5 Prozent des gesamten privaten Vermögens. Im Durchschnitt bedeutet das ein Nettovermögen von 14 Millionen Euro pro Haushalt. Das Gesamtvermögen des reichsten Prozents liegt bei 534 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die „unteren“ 90 Prozent besitzen zusammen etwa 34,2 Prozent des Vermögens, also weniger als das reichste ein Prozent allein.
Die Vermögenskonzentration ist schon in den unbereinigten Rohdaten erschreckend und erfordert rasches Handeln. Die Hochschätzung zeigt lediglich, dass die Realität noch bei Weitem schlimmer ist. Wir brauchen wieder eine Gerechtigkeitsdiskussion darüber, wie privates Vermögen in Österreich verteilt sein soll. Die AK verlangt ergänzend zum Bericht zur Armutsgefährdung einen umfassenden Reichtumsbericht der Bundesregierung, der regelmäßig dem Parlament und der Öffentlichkeit vorgelegt wird.
Vermögens- und Erbschaftssteuern sind unumgänglich, denn die Finanzierung des gemeinsamen Wohlfahrtsstaates braucht einen fairen Beitrag der Reichsten. Um verlässlichere Daten als in der Vergangenheit zu erhalten, muss es zudem eine Teilnahmeverpflichtung an den Haushaltserhebungen der EZB geben.

Mehr Infos: tinyurl.com/ybs7rgxm

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