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ÖGB: Von höheren Löhnen haben alle etwas

Aus AK und Gewerkschaften

ÖGB-Achitz: Mit Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzung Konsum ankurbeln.

Auch wenn im Februar die Zahl der Arbeitsuchenden gegenüber dem Vorjahr nicht weiter angestiegen ist, bleibt die Arbeitslosigkeit sehr hoch. „Wir brauchen endlich eine Trendwende. Die Bundesregierung hat sich zwar einiges vorgenommen, um Arbeitsplätze zu schaffen – aber da geht noch mehr“, sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, anlässlich veröffentlichter AMS-Daten vom Februar. Positiv bewertet der ÖGB den Förderschwerpunkt auf neue Jobs für in Österreich arbeitslos gemeldete Menschen. „Klassische Arbeitsmarktpolitik ist in der aktuellen Lage aber zu wenig. Wir müssen die gesamte Wirtschaftspolitik so gestalten, dass die Wirtschaft angekurbelt wird und Arbeitsplätze entstehen“, sagt Achitz.
Auch Arbeitszeit- und Lohnpolitik gilt es zu nutzen. „Höhere Mindestlöhne in den Kollektivverträgen bedeuten mehr Geld in der Hand jener Menschen, die ihr gesamtes Einkommen sofort wieder ausgeben müssen, um leben zu können. Höhere Mindestlöhne kurbeln also die Wirtschaft an und schaffen neue Arbeitsplätze“, so Achitz. Auch WIFO-Konjunkturdaten bestätigen, dass das Wirtschaftswachstum derzeit vor allem von der privaten Konsumnachfrage getragen ist. „Die rasche Umsetzung von 1.500 Euro Mindestlohn in allen Kollektivverträgen ist daher überfällig – und ein Zeitplan hin zu 1.700 Euro“, fordert Achitz.
Klar ist für ihn auch: „Die derzeit verhandelte Flexibilisierung der Arbeitszeit darf höhere Löhne nicht wieder aushöhlen. Modelle, mit denen sich Vertreter von Wirtschaft und Industrie eineinhalb Milliarden Euro an Überstundenzuschlägen ersparen wollen, kommen daher nicht infrage“, sagt Achitz.
Billigere Überstunden würden außerdem zu einer weiteren Belastung des Arbeitsmarktes führen: „Je billiger die Überstunden für ein Unternehmen sind, desto eher wird es die Arbeit von den bereits Beschäftigten machen lassen, statt zusätzliche ArbeitnehmerInnen einzustellen“, sagt Achitz: „Teurere Überstunden und kürzere Arbeitszeiten führen hingegen dazu, dass die vorhandene Arbeit auf mehr Menschen verteilt werden kann.“

Mehr unter: tinyurl.com/jae9u23

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